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Seit Montag hat sich einiges geändert

Die neueste Corona-Schutz-Verordnung hat Auswirkungen auf Einrichtungen im Stadtgebiet. Ein Überblick:

Die Ausleihe der Stadtbibliothek Hoyerswerda ist auch im November fast uneingeschränkt möglich. Im Bild zu sehen Bibo-Chef Mladen Vukovic und Heidelinde Stoermer.
Die Ausleihe der Stadtbibliothek Hoyerswerda ist auch im November fast uneingeschränkt möglich. Im Bild zu sehen Bibo-Chef Mladen Vukovic und Heidelinde Stoermer. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Am Dienstag wurden durch das Landratsamt 79 neue Infektionen vermeldet. Zwei davon gehen auf das Altenzentrum der Awo in Hoyerswerda zurück. Laut Statistik sind damit aktuell 1.229 Personen mit dem Coronavirus infiziert. 47 weitere Patienten gelten als genesen und 29 werden klinisch behandelt. Eine Patientin ist in Zusammenhang mit der Infektion verstorben. 

Der 7-Tageswert erhöht sich auf 281,23 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Aufgrund von Nachfragen wird darauf hingewiesen, dass außerschulische Nachhilfe möglich ist. Mitgliederversammlungen in Vereinen sind unter Einhaltung der Hygieneregeln durchführbar. Chöre und Orchester dürfen nicht proben.

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Volkshochschule/Musikschule/Zoo

Die Zookultur hat nach Erscheinen der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung einige ihrer Einrichtungen geschlossen. Zunächst gilt dies bis voraussichtlich 30. November. Seit Montag sind der Zoo samt Restaurant, das Schloss und Stadtmuseum, die Musikschule und die Volkshochschule zu. „Wir hatten gehofft, den Zoo weiterhin öffnen zu können und insbesondere den Familien Abwechslung und Erholung in diesen herausfordernden Zeiten bieten zu können“, sagt Arthur Kusber, Geschäftsführer der Zoo, Kultur und Bildung Hoyerswerda gGmbH, denn ein Zoo lässt sich nicht einfach stilllegen. Die Tiere werden weiterhin wie gewohnt versorgt. Vor allem durch Spenden konnte die Schließzeit im Frühjahr überstanden werden und die fehlenden Einnahmen wurden so abgefedert.

In der Volkshochschule und Musikschule Hoyerswerda fallen ab Montag alle Kurse und Unterrichtseinheiten aus. Die Teams versuchen, nachzuholen, was möglich ist, aber darüber gibt erst die nächste Verordnung Auskunft.

Stadtbibliothek

Die Stadtbibliothek Hoyerswerda hingegen bleibt während der gewohnten Öffnungszeiten für den Verleih und die Rückgabe geöffnet. Die üblichen Hygieneregeln sind dabei zu beachten und der Aufenthalt sollte 20 Minuten nicht überschreiten. Einschränkungen gibt es bei den Rechercheplätzen und dem geschlossenen Gaming-Bereich. Vor Ort dürfen Zeitungen und Zeitschriften nicht mehr gelesen werden. Mitarbeiterin Heidelinde Stoermer verweist dabei auf „Genios“. In diesem Portal sind online aktuelle Tageszeitungen hinterlegt. Mit einem Nutzerkonto der Brigitte-Reimann-Bibliothek kann dieses Angebot kostenlos bequem zuhause genutzt werden.

Mladen Vukovic und sein Team waren vorbereitet auf die Beschränkungen. „Wir haben mehr gegeben und hoffen, dass die Leute zufrieden sind“, so der Bibliotheksleiter. Zur Zeit wird mehr Energie in den Kundenservice gesteckt. In Tresennähe ist nun dauerhaft ein drittes Teammitglied, um Anfragen zu übernehmen.

Neben den verschiedenen digitalen Angeboten, die auch Streaming von Musik und Filmen umfassen, werden auf Wunsch Pakete gepackt. Telefonisch können Vorlieben erfasst werden. Das können konkrete Anfragen sein oder vage Vorstellungen. Für jeden Geschmack und Nutzer wird etwas Passendes gefunden, denn die Vielfalt der Medien gibt fast alles her: Bücher, Filme, Musik, Brettspiele, Serien, Konsolenspiele, Graphic Novels, E-Books, Hörbücher, Sachbücher. Ein besonderes Interesse gab es zuletzt an Einrichtungsratgebern, den Themen Klimawandel und Seuchen oder pädagogischen Inhalten, auf die nicht nur Lehrer zurückgegriffen haben. Die Anzahl der ausgeliehenen Medien ist gering zurückgegangen, aber eingebrochen sind die Besucherzahlen durch fehlende Veranstaltungen im Haus. Zuletzt konnten wieder Schulklassen und Kitas begrüßt werden.

Stadtverwaltung Hoyerswerda

Die Dienststellen der Stadtverwaltung sind aktuell geöffnet. Grundsätzlich möge man sein Anliegen bevorzugt telefonisch oder per E-Mail erledigen, den Besuch im Rathaus auf nicht verschiebbare Fälle reduzieren. Sofern bereits persönliche Ansprechpartner für das jeweilige Anliegen bekannt sind, kann eine direkte Kontaktaufnahme mit diesen per Telefon oder E-Mail erfolgen. Die Kontaktdaten der Fachbereiche finden sich auch unter www.hoyerswerda.de/rathaus/verwaltung/geschaeftsverteilung.

An allen Verwaltungsgebäuden erfolgen Aushänge mit der Erreichbarkeit der wichtigsten Ansprechpartner, nach dem Anruf wird man vor der Tür abgeholt.

Im Alten Rathaus wird der Eingang Senftenberger Straße als Besuchereingang immer offengehalten, im Vorraum erfolgt die Kontaktaufnahme über ein extra installiertes Telefon. Im Bürgeramt (Dillinger Straße 1) erfolgen Sprechzeiten nach vorheriger Anmeldung unter der Telefonnummer 03571 456-456 oder über die Online-Terminvergabe. Das gilt auch für die Zulassungsstelle des Landratsamtes. Die Einlassregulierung erfolgt durch einen Wachschutz. Während des Aufenthaltes in den Gebäuden der Stadtverwaltung ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend. Darüber hinaus gelten die Bestimmungen zur Einhaltung der Hygienemaßnahmen und die Abstandsregelung.

Ratssitzungen

Beim Sonderstadtrat am Montag wurden alle Besucher nicht nur in Listen erfasst, sondern der Sicherheitsdienst hat auch berührungsfrei die Temperatur eines jeden gemessen. Die Aula wurde während der Sitzung alle paar Minuten stoßgelüftet. Bis zum Erreichen des Sitzplatzes galt Maskenpflicht. Am Platz selbst wurde jedem das Tragen freigestellt. Anders nur wenig später bei der Sitzung des Ortschaftsrates Bröthen-Michalken. Da wurde durchgehend auf Maskenpflicht gesetzt. Ein Widerspruch? Olaf Dominick, Leiter Büro Oberbürgermeister, sagt, dass die jeweiligen genehmigten Hygienekonzepte für die Dorfgemeinschaftshäuser gelten. Gremiensitzungen werden dabei etwas anders gehandhabt. Also auch für Ortschaftsratssitzungen gilt: Maske ist bis zum Platz Pflicht. Am Sitzungsplatz ist die Maske keine Pflicht.

Lausitzbad

Der Bade- und Saunabetrieb im Lausitzbad Hoyerswerda wird bis auf Weiteres eingestellt. Das betrifft auch Lehrgänge, Kurse, das Vereinsschwimmen und das Schulschwimmen. Das Lausitzbad befindet sich laut Geschäftsführer Matthias Brauer im Stand-by-Modus und schafft alle Voraussetzungen, um den Betrieb kurzfristig wieder aufnehmen zu können, sobald die gesetzlichen Möglichkeiten dazu gegeben sind.

Museen

Neben dem Schloss und Stadtmuseum in Hoyerswerda, haben ebenfalls die Energiefabrik Knappenrode und das Zuse-Computermuseum geschlossen. Die im Oktober eröffnete Sonderausstellung „Der Computer und die DDR“ wurde nun sogar bis Ende Januar des kommenden Jahres verlängert.

Verkehrgesellschaft Hoyerswerda

Im städtischen Busverkehr hat sich mit der neuen Verordnung nichts geändert. Es gelten die bisherigen Präventionsmaßnahmen. Neben der allgemeinen Maskenpflicht in den Bussen der Stadtlinien gibt es die Absperrung der vorderen Sitze. Es gilt, wenn möglich, den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten.

Der Einstieg an den vorderen Türen sowie der Ticketverkauf im Bus beim Fahrer sind weiterhin möglich.

Landkreis Bautzen bittet Bundeswehr um Corona-Hilfe

Das Gesundheitsamt schafft es nicht mehr, die Infektionsketten schnell nachzuverfolgen. Intern wurde bereits Hilfe organisiert.

Am Wochenende teilte das Gesundheitsamt mit, dass „aufgrund des sehr stark erhöhten Bearbeitungsaufkommens“ die Übermittlung von Befunden nach Corona-Tests „in einzelnen Fällen länger als 48 Stunden“ dauern könne.

Dabei arbeiten im Gesundheitsamt bereits Mitarbeiter aus anderen Fachbehörden des Landratsamtes mit. „Weitere Abordnungen sind in hoher Zahl in den nächsten Tagen vorgesehen“, erklärt Pressesprecherin Sabine Rötschke.

Doch weil die intern organisierte Hilfe immer noch nicht ausreicht, kommt nun auch Unterstützung von Beschäftigten des Freistaates. Unter anderem helfen Mitarbeiter des Statistischen Landesamtes Kamenz jetzt bei der Gesundheitsbehörde des Landkreises. Außerdem hat der Landkreis am Montag auch die Bundeswehr um Hilfe gebeten. „Die genauen Details werden derzeit besprochen“, sagt die Kreissprecherin. Der Einsatz soll voraussichtlich Mitte dieser Woche beginnen.

Im Nachbarlandkreis Görlitz helfen schon seit vergangener Woche 20 Soldatinnen und Soldaten, Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln und mit ihnen zu sprechen.

Zum Teil Dutzende Kontaktpersonen

Das ist neben den Corona-Tests aktuell für das Gesundheitsamt die wichtigste, aber auch zeitaufwendigste Aufgabe. Denn während manch positiv Getesteter nur ganz wenige Kontaktpersonen hatte, sind es bei anderen, die etwa in einem Großbetrieb arbeiten oder in einem Heim wohnen, gleich mal Dutzende.

Weil das Gesundheitsamt jetzt teilweise mehr als 48 Stunden benötigt, um alle Kontaktpersonen zu informieren, sollen die Infizierten selbst aktiv werden und ihre Kontakte direkt ansprechen. Entscheidend, so das Amt, seien der Zeitpunkt und die Art des Kontaktes. Am dringendsten zu benachrichtigen seien demnach die Personen, mit denen in den zwei Tagen vor dem Auftreten der ersten Corona-Symptome Kontakt bestand.

„Ein höheres Infektionsrisiko besteht bei einem 15-minütigen Kontakt von Angesicht zu Angesicht, oder wenn man sich etwa 30 Minuten in einem schlecht durchlüfteten Raum mit einer infizierten Person aufgehalten hat oder Kontakt zu Sekreten des Infizierten hatte“, informiert das Landratsamt. Und weiter: „In diesen Fällen melden sich Kontaktpersonen bei der Corona-Hotline des Landratsamtes 03591 525112121 und begeben sich in Quarantäne. Sie gehen dann auch nicht mehr auf Arbeit. Die 14-tägige Quarantäne wird dann rückwirkend durch das Gesundheitsamt ausgesprochen, damit die Betroffenen auch finanziell durch die Verdienstausfallentschädigung abgesichert sind.“

Derzeit sind rund 145 Mitarbeiter des Landratsamtes im Corona-Dienst. Allein 100 von ihnen kümmern sich um die Kontaktpersonen der Infizierten. Zu dieser Hundertschaft gehören auch das Abstrich-Team, die Befundbearbeitung und die Quarantäne-Telefonisten.

Auch wenn es teilweise länger als 48 Stunden dauert, werden nach wie vor alle Nachverfolgungen abgearbeitet, versichert Amtssprecherin Sabine Rötschke: „Die Frage ist, wie schnell dies passiert. Hier wollen wir mit mehr Personal noch besser werden. Wenn wir Infektionen in Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen, Schulen, Kitas und ähnlichen Einrichtungen feststellen, werden diese mit höherer Priorität bearbeitet.“ Mit Blick auf die Übermittlung der Testergebnisse rät das Landratsamt, die Corona-Warn-App des Bundesgesundheitsministeriums zu nutzen. Die meldet praktisch von selbst sofort, sollte der Test positiv ausgefallen sein. Dafür sorgt ein sogenannter QR-Code, den Getestete bekommen. Dieser Code muss nur mit dem Smartphone gescannt werden, alles andere erledigt sich automatisch.

Dass im Gesundheitsamt jetzt Mitarbeiter aus anderen Abteilungen aushelfen, hat den Nachteil, dass ihre eigentliche Arbeit liegenbleibt. Deshalb könne es dazu kommen, dass die Bearbeitung von anderen Dienstleistungen des Landratsamtes länger dauert als üblich, so Rötschke. (tb)

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