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Von der Dresden profitieren

Hoyerswerda ist einem Projekt beigetreten, das Kommunen mit gleicher Interessenlage zusammenbringt.

Oberbürgermeister von Kamenz Roland Dantz und Oberbürgermeister von Hoyerswerda Torsten Ruban-Zeh
Oberbürgermeister von Kamenz Roland Dantz und Oberbürgermeister von Hoyerswerda Torsten Ruban-Zeh © Foto: Juliane Mietzsch

Von Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Zu der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung kamen am gestrigen Donnerstag im Alten Rathaus Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh sowie sein Kollege aus Kamenz, Roland Dantz, zusammen. Die Stadt Hoyerswerda ist nun Partner in der „Wachstumsregion Dresden“. Der Beitritt zu diesem Netzwerk aus Kommunen, wie unter anderem Dresden, Großenhain, Radeberg und Radeburg, soll künftig die Zusammenarbeit bei Themen, wie der Fachkräftesicherung und der Förderung der Wirtschaft, stärken.

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Die Ergebnisse einer Umfrage von IHK und HWK haben vor etwa acht Jahren dazu geführt, dass Kamenz’ Oberbürgermeister Roland Dantz sich fragte, wie Fachkräfte gewonnen werden können, die den hiesigen Unternehmen fehlten. Mit dem Potenzial der Landeshauptstadt wurde eine Chance gesehen. Die Idee ist, dass eine ganze Region von den Vorteilen einer Metropole profitieren kann.

Eine gemeinsame Stimme

Innovative Kräfte werden von den Möglichkeiten einer Großstadt angezogen, sollen aber auch die Chancen einer Kleinstadt kennen und nutzen können. Torsten Ruban-Zeh führt in diesem Zusammenhang beispielhaft niedrigere Gewerbe- und Wohnraummieten an. Die Digitalisierung erlaube die Überbrückung von räumlicher Entfernung. Die schnelle Wegeverbindung sei also nötig, um solche Entwicklungen vorantreiben zu können. Pulsnitz’ Bürgermeisterin Barbara Lüke erklärt aus Erfahrung, dass sie „ein gut verknüpftes kleinstädtisches Leben anbieten“ kann, für große Ansiedlungen hingegen kaum Platz sei. So wird eine Rollenverteilung zwischen Kommunen gelebt. Jens Frühauf betont, dass ein „gemeinsames Auftreten auch eine andere Stimmgewalt mit sich bringt“. Der Vertreter des Kreisentwicklungsamtes Bautzen sieht die Chance, sich als Region in Stellung zu bringen. Eine kontinuierliche Arbeit sei wichtig und Forderungen lassen sich besser im Verbund formulieren und vermitteln.

Der Mitgliedsbeitrag beträgt 2.000 Euro pro Jahr. Damit werden vor allem die Website und der Stellenmarkt unterhalten. Die Arbeit des Netzwerkes wird vor allem auf der Ebene der Wirtschaftsförderer vorangetrieben. Dennoch ist das Ganze auch als Imagekampagne zu deuten, wie Roland Dantz ausführt. Besonders Rückkehrer können angesprochen werden. Hier sieht er Potenzial und eine Bereitschaft bei jenen, die „aus wirtschaftlichen Gründen gegangen sind“.

Weiterhin ist der Strukturwandel ein Thema, wobei die Anbindung der Lausitz an die Elbmetropole neue Synergien schaffen kann. Es wird von einer „wichtigen Brückenfunktion“ gesprochen. Demnach ist auch eine Ausweitung über die Landesgrenze hinaus denkbar.

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