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St. Mariä Himmelfahrt Wittichenau feiert

Großes Dankeschön an alle, die in den zurückliegenden 13 Jahren an den Renovierungsarbeiten beteiligt waren.

Nicht alltägliche Gabe für Bischof Wolfgang Ipolt (links): Der Wittichenauer Pfarrer Dr. Wolfgang Kresak verehrte ihm ein Fünf-Liter-Fässchen Wittichenauer Pilsner. Bürgermeister Markus Posch sah’s mit Wohlgefallen – auch das ist schließlich Wir
Nicht alltägliche Gabe für Bischof Wolfgang Ipolt (links): Der Wittichenauer Pfarrer Dr. Wolfgang Kresak verehrte ihm ein Fünf-Liter-Fässchen Wittichenauer Pilsner. Bürgermeister Markus Posch sah’s mit Wohlgefallen – auch das ist schließlich Wir © Foto: Werner Müller

Von Werner Müller

Wittichenau. An alten Gemäuern ist immer etwas zu tun – um so mehr, wenn sie nicht einfach nur „historisch“ sind, sondern gut ein halbes Jahrtausend auf dem Ziegel haben; so wie einige Teile der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt. Die ursprünglichsten Anlagen sind über 500 Jahre alt und haben so einiges er- und überlebt. Mehrere Stadtbrände führten immer wieder zur Zerstörung und folgenden Neuerrichtung von Gebäudeteilen. Auch das Anwachsen der Pfarrgemeinde verlangte nach baulichen Veränderungen.

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In ihrer heutigen Grundgestalt entstand die Kirche in den Jahren 1429 bis 1440. Da war es logisch, dass irgendwann Renovierungsarbeiten notwendig wurden – und die begannen vor 13 Jahren. Jetzt wurden sie abgeschlossen – und die Wittichenauer katholischen Christen feierten das am vergangenen Sonntag, dem 11. Juli, an und in der Kirche.

Kunst und Glaubenszeugnisse

Es waren nicht nur an der Außenhaut Aufbesserungen erfolgt, sondern auch im Inneren der Kirche gab es viel zu tun, denn St. Mariä Himmelfahrt beherbergt eine Vielzahl von Kunstwerken und Glaubenszeugnissen unterschiedlicher Epochen. Sie erstrahlen nun im neuen Glanz; wurden nach und nach wieder ihrer Bestimmung übergeben. Die Wittichenauer Pfarrgemeinde freute sich beispielsweise über die Wieder-Einweihung einzigartiger Bleiglasfenster – der sogenannten „Rüther-Fenster“. Am 16. September 2012, an Hubert Rüthers 67. Todestag, wurden sie neu geweiht. (In Erinnerung an dieses Ereignis und zur Vorstellung der 18 Fenster gab es am 10. April 2021 einen Beitrag auf Seite 18 im TAGEBLATT, d. Red.).

Zur Pfarrgemeinde gehören auch die Kreuzkirche, die Filialkirche in Bernsdorf, das St.-Adalbert-Stift und die Dorfkapellen in den Wittichenauer Ortsteilen.

Das Gemeindefest hatte wegen der Corona-Pandemie mehrmals verschoben werden müssen und fand nun endlich statt. Schon bei der Morgenmesse am Sonntag stand der Abschluss der Bauarbeiten im Mittelpunkt der Predigt von Pfarrer Dr. Wolfgang Křesák. In der Nachmittagsandacht hielt Lic. theol. Wolfgang Ipolt, Bischof des Bistums Görlitz, die Predigt. In deren Mittelpunkt stand 1. Korinther 13: „Ihr seid Gottes Augen, ihr seid der Tempel Gottes und der ist heilig.“ Bischof Ipolt sprach demzufolge die lebendigen Menschen als einen Tempel an. Er sagte: „Schön, dass die Kirche da ist. Die ist aus Stein gebaut. Aber ihr Christen in Wittichenau; ihr seid der lebendige Bau, ihr seid die Gemeinde Jesu Christi.“

Bischof Ipolt verbrachte auch den Nachmittag beim fröhlichen Gemeindefest gemeinsam mit den Christen in Wittichenau und suchte dabei das Gespräch. Gegenüber TAGEBLATT erklärte er: „In dieser Pfarrei ist seit 13 Jahren viel gebaut worden; in und an der Kirche. Ich bin hierher eingeladen worden zum Abschluss dieser mehrjährigen Bauzeit und habe dieser Einladung sehr gern Folge geleistet.“ Auch, weil das Bistum gewissermaßen (indirekt) an der Sanierung beteiligt gewesen war, denn vom bischöflichen Ordinariat wurde Geld bereitgestellt, damit die Arbeiten ausgeführt werden konnten. „Heute – das ist ein gemeinsames Dankeschön. Ich komme gern hierher, denn diese Pfarrei ist eine lebendige Pfarrei mit einer «Mischung» aus jungen und alten Christen sowie Deutschen und Sorben.“ Auch für den Seelenhirten der Stadt fand er anerkennende Worte: „Pfarrer Dr. Wolfgang Křesák ist nicht nur Wittichenaus Pfarrer, sondern auch Präses der Kolping-Gemeinde und geistlicher Beirat bei der DJK Blau-Weiß Wittichenau. Ihm liegt die Gemeinde am Herzen, das spürt man.“

Dank gehört zu den Christen

Renoviert wurden in St. Mariä Himmelfahrt die Empore und der Fußboden, eine neue Heizung wurde eingebaut, neues Gestühl wurde angeschafft, die Bänke wurden aufgearbeitet, ein neuer Ambo (*), die Beichtstühle wurden saniert, die Seitenkapelle ist komplett erneuert worden, Teile der Beleuchtung wurden erneuert, ferner wurden Restaurierungsarbeiten an den wertvollen Gemälden in der Kirche vorgenommen. Aber auch die Außenfassade erfuhr eine Auffrischung, fasste Gemeindereferent Johannes Langner das Wesentliche der jüngsten Vergangenheit zusammen.

Das alles wäre ohne viele, viele hilfreiche Hände nicht möglich gewesen. Demzufolge nutzte Pfarrer Dr. Wolfgang Křesák das Gemeindefest, um sich bei allen, wirklich allen Beteiligten zu bedanken und war darauf bedacht, keinen zu vergessen; egal, ob die Verantwortlichen im Finanzwesen in den Verwaltungen der Stadt und im Land Sachsen, in der Leitung des Ordinariats in Görlitz, bei der Sparkasse; die ehrenamtlich Tätigen und natürlich in aller Ausführlichkeit die praktisch Bau-Ausführenden. In den letzten 13 Jahren waren viel Gewerke nötig, vor allen Dingen Firmen aus der Region, die mitgewirkt, mit viel Elan und Sachverstand die Arbeiten ausgeführt haben. „Der Dank“ so der Pfarrer, „ist ganz wichtig und gehört zu uns Christen.“ Olaf Biedemann vom Kirchenvorstand moderierte die umfangreiche Dankeschön Stunde. Das große Dankeschön dauerte so fast eine ganze Stunde; und alle wurden mit einem Fässchen Wittichenauer Bier bedacht.

Dann ließ Dr. Wolfgang Křesák die Geschichte dieses Nachmittags noch einmal Revue passieren: „Wir wollten eigentlich ein großes Gemeindefest mit einem deutsch-sorbischen Hochamt draußen im Freien, danach mit Kinderbelustigung und vielen Programmpunkten. Wegen Corona wurde das immer wieder verschoben. Nun haben wir es doch hinbekommen.“

Dr. Wolfgang Křesák ist seit 2007 Pfarrer in Wittichenau. Er hat alles dokumentiert, was in der Pfarrkirche und den dazu gehörenden Häusern baulich, sanierungsmäßig und restauratorisch getan wurde. Insgesamt wurde in den letzten 13 Jahren für 2,2 Millionen Euro renoviert und restauriert.

Rundgang zur Glasmalerei

Wer von den Festbesuchern historisch vertiefendes Interesse verspürte, konnte Helge Warme aus Brieselang im Havelland folgen, der bei einem Rundgang in der Kirche die Rüther-Glaskunst erklärte; man konnte jedoch auch einfach im Pfarrgarten bei Kaffee und Kuchen oder Bier und Bratwurst sitzen und sich im Gespräch zu den gelungenen Restaurierungen austauschen.

*Ambo – der erhöhte Ort, von dem aus in der Kirche die biblische Lesung und / oder das Evangelium vorgetragen wird. Der Ambo, zu dem vom Vortragenden hinaufgestiegen wird, wurzelt in einem Wort des Propheten Jesaia: „Steige auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude“ (Jes. 40,9). // In St. Mariä Himmelfahrt ist der Ambo ein großer Stein aus Lausitzer Granit neben dem Altar.

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