Hoyerswerda
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Unzählige Herrenfrisuren in Form gebracht

Renate Musiol gehört nunmehr seit 50 Jahren zu den „Figaros“ in Hoyerwerda. Das Dienstjubiläum wurde in dieser Woche gefeiert.

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Figaro-Geschäftsführerin Elke Beyer gratuliert der Dienstältesten Figaro-Herrenfriseurin Renate Musiol zum 50-jährigen Dienstjubiläum. Das freut auch Aufsichtsrätin Saskia Tammer (v.l.n.r.).
Figaro-Geschäftsführerin Elke Beyer gratuliert der Dienstältesten Figaro-Herrenfriseurin Renate Musiol zum 50-jährigen Dienstjubiläum. Das freut auch Aufsichtsrätin Saskia Tammer (v.l.n.r.). © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Sicheres und sportliches Auftreten, jede Menge Energie und ein sehr gepflegtes Äußeres – wer das Alter von Renate Musiol nicht kennt, mag kaum glauben, dass die Hoyerswerdaerin straff auf das 70. Lebensjahr zugeht. „Unsere Kollegin Renate sieht aus wie 50. Ihre engagierte Arbeit hält sie jung. Sie hat die erfolgreiche Geschichte von Figaro maßgeblich mitgeprägt“, erzählt Elke Beyer, die Geschäftsführerin der Figaro Haar- und Kosmetik GmbH.

Das Hoyerswerdaer Unternehmen feierte 2017 sein 60-jähriges Bestehen. Im Jahre 1957 öffnete der erste Frisiersalon am Bahnhofsvorplatz, 2015 erhielt die Figaro GmbH den „Zukunftspreis – Handwerksbetrieb des Jahres“ der Handwerkskammer Dresden. Und im Jahre 2017 nahm das Unternehmen erfolgreich am Wettbewerb um den „Großen Preis des Mittelstandes 2017“ der Oskar-Patzelt-Stiftung teil.

Das alles sind Meilensteine, die die ehemalige Salonleiterin Renate Musiol nicht nur miterlebt, sondern auf dem Weg dahin auch mitgestaltet und aktiv begleitet hat. Dabei wollte die heute 68-Jährige eigentlich Fernsehmechanikerin werden. Mangelnde Lehrstellen in diesem Bereich ließen den ursprünglichen Plan jedoch platzen. Das Schicksal half ihr dabei, den für sie letztlich sehr erfolgreichen Berufsweg als Friseurin zu gehen. Von 1970 bis 1972 absolvierte sie bei der damaligen Produktionsgenossenschaft Hoyerswerda „PGH Figaro“ ihre Ausbildung. Die Berufsschule war zur damaligen Zeit in einer Baracke im Tausend-Mann-Lager in Hoyerswerda beheimatet. Die monatliche Ausbildungsvergütung betrug 70 DDR-Mark. Nach erfolgreichem Lehrabschluss waren für Renate Musiol alle Voraussetzungen erfüllt, um Mitglied der PGH-Figaro werden zu können. Nur vier Jahre später wurde sie vom Vorstand zum Meisterstudium delegiert. Sie war zu dieser Zeit bereits als Lehrausbilderin tätig. „Ihre überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft und Gewissenhaftigkeit, mit denen sie jungen Menschen das Friseurhandwerk beibrachte, wurde schon damals immer wieder positiv hervorgehoben“, berichtet Elke Beyer zurückblickend. Mit ihrer erfolgreichen Teilnahme an Meisterschaften, beim Schaufrisieren und als Mitglied des Figaro-Messeteams präsentierte Renate Musiol das Unternehmen auch weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Und neben all dem Fachlichen ist es der 68-Jährigen auch heute noch sehr wichtig, den jüngeren Generationen Werte wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Loyalität, und Teamgeist als Vorbild zu vermitteln.

Renate Musiol war zudem von 2001 bis 2018 als Aufsichtsrätin an allen wichtigen Entscheidungen des Unternehmens beteiligt. Ihre hohe Einsatzbereitschaft ist auch der Kundschaft nicht verborgen geblieben, von der ein Großteil ihr heute noch und damit seit 50 Jahren die Treue hält. 2018 hat die dienstälteste Figaro-Herrenfrisörin die Salonleitung abgegeben und ihre Arbeitszeit reduziert. An zwei Tagen in der Woche bedient sie ihre Stammkundschaft.

An den Ruhestand denkt die resolute Frau, die ihr Herz auch gern auf der Zunge trägt, noch nicht. „Und das ist auch gut so. Wir Figaros können uns nämlich nicht vorstellen, wie es im Unternehmen ohne sie ist. Sie hat mit ihrem Optimismus, Engagement und Herzblut in unserem Unternehmen ein bleibendes Lebenswerk geschaffen“, betont Geschäftsführerin Elke Beyer.