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Für die Freien Wähler geht es um die Wurst

Die Freien Wähler in Pirna starten mit dem bayrischen Vize-Landesvater in den Wahlkampf. Der schießt gleich übers Ziel hinaus.

Klaus-Peter Hanke (l.), Thomas Gischke und Hubert Aiwanger (r.) zeigen im Wahlkampf Biss. © Daniel Förster

Auch Politiker sind nur Menschen, die ab und zu der Hunger quält. Als Hubert Aiwanger am Sonnabendnachmittag zu den Freien Wählern auf der Dohnaischen Straße kommt, stellt er sich gleich als hungriger Bayer vor. Der bayrische Vize-Regierungschef und Vorsitzende des Bundesverbandes der Freien Wähler begrüßt Oberbürgermeister Peter Hanke und einige andere, um sich dann erst mal eine Bratwurst zu holen. Dazu gibt‘s ein Bier. Und zwischen essen und trinken sagt Aiwanger zu Hanke: „Erzählen‘s was von der Stadt“. Das kann Hanke, er wird es abends noch einmal tun – bei 60 Museumsleitern, die in Pirna zu Gast sind. Aiwanger isst und trinkt und hört zu und lässt sich zwischendurch seinen Mantel bringen.

Pirna ist an diesem Tag die dritte Station seines Wahlkampfauftaktes für die Sachsen. Zuerst war er in Grimma, dann in Freiberg. Drei Orte in den drei Regierungsbezirken sollten es sein. Und weil die Pirnaer Freien Wähler mit dem Büro und ihre Arbeit Power zeigen, wurden sie ausgewählt. 27 Kandidaten sind für die Stadtratswahl nominiert, die Hälfte ist am Sonnabend zum Familientreffen und -foto mit Aiwanger da. Der bedankt sich für die gute Brotzeit, also für Wurst und Bier, beschwört die große Familie der Freien Wähler und wünscht den Pirnaern Erfolg. „Alle von Euch rein in den Stadtrat.“ Das dürfte bei 26 zu vergebenden Sitzen schwer werden. Derzeit sind die Freien Wähler zu viert im Pirnaer Stadtrat.

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In Bayern haben die Freien Wähler zehn Jahre gelernt, bevor man sie seit den Landtagswahlen voriges Jahr mitregieren lässt, sagt Aiwanger. Pirnas OB Hanke steht seit 1994 für die Freien Wähler, damals wurde er Stadtrat. Seit neun Jahren ist er Oberbürgermeister. Hankes Geschenk für Aiwanger: ein Pirna-Schirm.

Die Freien Wähler sind in den einzelnen Kommunen als Vereine organisiert, die autonom agieren und Kandidaten für die Stadt- oder Gemeinderatswahlen aufstellen. Anders sieht es zur Landtagswahl aus. Hier tritt die Partei Freie Wähler an. Die betrachtet sich als Dachorganisation der Vereine der Freien Wähler. Formell dürfen aber nur Parteimitglieder die Direktkandidaten zur Landtagswahl aufstellen. Das sind nach eigenen Angaben im Landkreis 13. Da habe man sich schon mal abgesprochen, wer denn die Kandidaten in den vier Wahlkreisen des Landkreises werden sollen. „Wir haben in den Vereinen aber abgefragt, ob das Zustimmung findet“, sagt Andreas Hofmann, Vorstandsvorsitzender der Partei Freie Wähler Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Hofmann dürfte vielen auch als DJ Happy Vibes aus dem Radio bekannt sein. Er ist auch der Direktkandidat für den Wahlkreis 48 (Freital/Wilsdruff) und stellte sich am Wochenende vor. Die offizielle Nominierungsveranstaltung muss aber noch folgen. Allein mit einer öffentlichen Proklamation steht noch kein Kandidat auf dem Wahlzettel. Bis 21. März ist dafür noch Zeit.

Am Sonnabend spielt das keine Rolle. Da genießt man bayerisch-sächsische Gemütlichkeit. Die Freien Wähler seien schließlich die, die mit allen schnell auf Du und Du stehen, völlig ohne Ideologie und mit pragmatisch-konstruktiven Ideen. Und wenn es darum geht, wieder Häuser zu bauen, bei denen klar sei, wo der Eingang ist und was sie sind. Nicht solche uniformen Kästen. Genug der Politik, Aiwanger will noch was von Pirna sehen.

Nach drei Bratwürsten ist er nicht mehr hungrig, sondern jetzt der von Pirna begeisterte Tourist, der sich von OB Hanke führen lässt und immer wieder entzückt fotografiert. „Der ist ganz nett und normal“, sagen Pirnas Freie Wähler. So wie sie auch sein wollen.

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