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Jens Maier muss die Schauburg verlassen

Der AfD-Politiker wollte sich eigentlich "Das Leben des Brian" anschauen. Doch anderen Zuschauern passte das nicht. 

Jens Maier musste die Schauburg verlassen
Jens Maier musste die Schauburg verlassen © Sven Ellger/dpa/M: szo

Den Morgen des 24. Dezembers hatte sich der sächsische AfD-Bundestagabgeordnete wohl anders vorgestellt. Gemeinsam mit seiner Verlobten besuchte Maier um 9 Uhr eine vom Verein „Roter Baum“ veranstaltete Kinovorstellung in der Dresdner Schauburg, bei der „Das Leben des Brian“ zu sehen war.

Allerdings wollten einige der Filmbegeisterten nicht mit Maier und seiner Begleitung, die vor Gericht bereits mit Reichsbürger-Äußerungen auffiel, in einem Saal sitzen. Nach einer Beschwerde über den Gast wurden der Berufspolitiker und seine Verlobte unter Verweis auf das Hausrecht gebeten, das Kino zu verlassen. 

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Das Thema bewegte viele Diskutanten in den sozialen Netzwerken. Während sich Jens Maier via Facebook in erwartbarer Art beschwerte, wurden auf Twitter neben Jubel-Tweets auch kritische Stimmen von Nicht-AfD-Anhängern laut. Vielfach wurde der Umgang mit Maier als falsch bezeichnet. 

Unklar blieb, warum Meier ausgerechnet in der vom Roten Baum veranstalteten Vorstellung auftauchte. In sozialen Netzwerken wird spekuliert, dass der AfD-Mann den Rausschmiss provoziert habe, um sich als Opfer zu inszenieren.

Schauburg-Chef Stefan Ostertag war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auf der Homepage des Kinos wird unter der Ankündigung des Films darauf hingewiesen, dass die Veranstaltenden sich vorbehalten, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und unter anderem Personen, „die bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, völkische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen“.

Tilo Kießling, Geschäftsführer der Gesellschaft Roter Baum und Linke-Stadtrat, erklärt auf der Internetseite des Vereins, dass er froh sei über den Mut seiner Vereinsfreunde, „die nicht gekuscht haben, sondern Herrn Maier unter großem Beifall der anderen 400 Gäste aus dem Saal schickten.“ Damit sei ein Beispiel dafür gegeben, dass man die Feinde der Demokratie nicht ertragen müsse. Man müsse ihnen sagen, dass sie unerwünscht sind. (SZmja/noa)

>>> Stellungnahme von "Roter Baum e.V." zur Filmveranstaltung in der Schauburg