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Kamenz: So modern ist die 2. Oberschule jetzt

Elf Millionen Euro investiert der Landkreis in den Umbau. Jetzt können Schüler und Lehrer wieder einziehen - und werden ihr Haus nicht mehr wiedererkennen.

Oliver Ranig ist im Landratsamt Bautzen verantwortlich für den Umbau der 2. Oberschule Kamenz.
Oliver Ranig ist im Landratsamt Bautzen verantwortlich für den Umbau der 2. Oberschule Kamenz. © René Plaul

Kamenz. Endspurt in der 2. Oberschule Kamenz an der Saarstraße. Seit zwei Jahren wird saniert und umgebaut. Im Grunde ist es wie ein Neubau. „Hier ist kein Quadratmeter, wie er mal war“, sagt Oliver Ranig, der Projektverantwortliche beim Landkreis Bautzen als Bauherrn für das Objekt „Oberschule an der Elsteraue Kamenz“, wie die Schule jetzt heißt. Vom DDR-Plattenbau ist nichts mehr zu entdecken. Der ist hinter der neuen Fassade und einem Anbau auf der Vorderseite verschwunden. Mit dem setzten die Architekten zugleich farbliche Akzente. Kräftige Orange- bis Braun-Töne wechseln sich hier ab.

Derzeit haben die Maler etliche Bereiche noch fest in der Hand: Da stehen Farbeimer und Leitern. Auf einer sitzt Manuel Hölzel und zieht vorsichtig die Schutzfolie über einem Schriftzug ab. Die Buchstaben darunter bekommen jetzt Farbe. Es wird ein Zitat von Pestalozzi, das die Schüler hinter dem Haupteingang zu den Klassenräumen begleitet – auf der blauen Etage. Weiß dominiert zwar, aber jede Ebene hat ihren Farbtupfer bekommen, der sich auch in den Klassenzimmern wiederfindet. Das dient außerdem der Orientierung - vom Keller mit rosa Akzenten über vier Etagen bis zum zweiten Obergeschoss in Rot.

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Über 1.000 neue Stühle angeschafft

Noch hängen da und dort Kabel aus den Decken, und Fußbodenleisten sind zu montieren.  Baulich ist das Treppenhaus der letzte Bereich, in dem derzeit noch etwas läuft, so Ranig bei einem Rundgang. In manchen Klassenräumen fehlen noch Möbel. Die Fachkabinette, wie für Chemie und Physik, sind schon komplett.

Alle Möbel sind nagelneu. Dazu gehören über 1.000 Stühle und rund 540 Tische sowie fast 300 Schränke. Allein die Möbelausstattung schlägt mit etwa 800.000 Euro zu Buche. Etwa elf Millionen Euro werde der Umbau insgesamt kosten, so Ranig, inklusive Fördermittel. Viele Dinge sind  teuer, aber gar nicht so offensichtlich zu sehen, wie die ganze Elektro- und Brandmeldeanlage bis zum Amok-Alarm.

Im Lehrerzimmer warten unterdessen viele Computer und Drucker darauf, verteilt und angeschlossen zu werden. Um den heutigen Anforderungen an die Größe von Klassenzimmern von mindestens 70 Quadratmetern gerecht zu werden, mussten etliche Wände weichen, um Räume zusammenzulegen. Die Betonsäge sei im Dauereinsatz gewesen, so Ranig. Natürlich, ohne die Statik zu gefährden. Dafür wurden Träger eingezogen, erklärt der Projektleiter. Auch Platz für einen Aufzug haben die Handwerker zwischen Neu- und Altbau in die Wand gefräst, damit die Schule barrierefrei wird. 

In den meisten Klassenzimmern hängen auch schon die  interaktive Schultafeln mit LED-Bildschirmen über zwei Meter in der Diagonale. 28 sind es insgesamt. Die Schule ist komplett vernetzt. Das vereinfacht auch die Unterrichtsarbeit, falls bei einem neuerlichen Corona-Lockdown im Schulbereich wieder Unterricht daheim angesagt ist. Über eine Cloud ist der Zugriff auf den Lernstoff möglich.

Lüftungsanlage sorgt für ideales Raumklima

Und noch eine Besonderheit gibt es: In vielen Klassenzimmern fallen weiße Kästen unter der Decke auf. Das seien Lüftungsanlagen, die den Kohlendioxydgehalt in der Luft regeln, für Frischluft und ein ideales Klima in den Räumen sorgen, erklärt Oliver Ranig. Im Grunde habe der Kreis mit der Installation auch in Bezug auf Corona alles richtig gemacht, schätzt der Projektleiter ein. Denn regelmäßiges Lüften ist ja nun geradezu Pflicht. 

Im neuen Vorbau oben haben Schulleiter, Sekretärin und Lehrer ihre Räume. Darunter befinden sich die Küche mit Ausgabe und die Mensa. Auf blauen, grünen und dunkelroten Stühlen können die Schüler Platz nehmen. Der Speiseraum war früher im Untergeschoss. Jetzt befinden sich dort unter anderem die ganzen Räume für den WTH-Unterricht (Wirtschaft, Technik, Haushalt/Soziales). 

Die Schraubstöcke sind im Werkraum schon an den Bänken montiert. Nebenan müssen Neugierige noch etwas Fantasie aufbringen, weil die Nähmaschinen noch fehlen, erklärt Oliver Ranig. Im Untergeschoss befindet sich auch die Lehrküche. Die Tour mit Oliver Ranig führt vorbei am künftigen Schulklub und am Band-Probenraum.

Ein Blick in den Hof zeigt weitere Neuheiten. Der Schulhof mit Tischtennisplatten, Spielgeräten und Sitzgelegenheit ist auf den Schüleransturm vorbereitet und der Sportplatz mit Kunststoffbahn ebenfalls neu gebaut. 

Das Chemiekabinett ist bereits voll möbliert, inklusive eines fahrbaren Experimentier-Schranks.  
Das Chemiekabinett ist bereits voll möbliert, inklusive eines fahrbaren Experimentier-Schranks.   © René Plaul
Ein Blickfang:  Garderobenschränke mit bunten Türen. 
Ein Blickfang:  Garderobenschränke mit bunten Türen.  © René Plaul
Mehrere Klassenräume stehen für den Bereich Wirtschaft, Technik, Haushalt/Soziales inklusive Lehrküche zur Verfügung.  
Mehrere Klassenräume stehen für den Bereich Wirtschaft, Technik, Haushalt/Soziales inklusive Lehrküche zur Verfügung.   © René Plaul
Ein Zitat von Pestalozzi im Aufgang wird die Schüler begleiten.
Ein Zitat von Pestalozzi im Aufgang wird die Schüler begleiten. © René Plaul
In der Mensa haben die Maler noch zu tun. Stühle und Tische sind bereits angeliefert.  
In der Mensa haben die Maler noch zu tun. Stühle und Tische sind bereits angeliefert.   © René Plaul
Auch ein Amok-Alarm-System wurde eingebaut.
Auch ein Amok-Alarm-System wurde eingebaut. © René Plaul
Neu gestaltet wurde auch der Sportplatz der "Oberschule an der Elsteraue".
Neu gestaltet wurde auch der Sportplatz der "Oberschule an der Elsteraue". © René Plaul

Derzeit sind Lehrer und Schüler noch im Interims-Domizil im Gymnasiumsgebäude auf der Henselstraße. Nach dem Auszug der Oberschüler können dort die Handwerker loslegen.  Oliver Ranig ist zuversichtlich, dass in der kommenden Woche der Umzug in die sanierte Oberschule über die Bühne gehen kann. 

Am 23. November ist der Unterrichtsstart geplant.  Allerdings mit Verzug von fast drei Monaten. Für den sorgten insbesondere tierische Untermieter - Fledermäuse und Vögel. Der Entdeckung folgte ein Baustopp. Handwerker konnten nicht wie geplant anrücken. Dafür aber Gutachter. Die Fledermausquartiere bieten nun etwa 250 Flattertieren Platz. Die Nistmöglichkeiten gut 100  Vögeln. Die Quartiere verstecken sich zum Beispiel hinter Schlitzen in der Fassade und verursachten sechsstellige Mehrkosten.

Übrigens: Ausgedient hat wohl auch das schwarze Brett für Infos. Die Version 2.0 sind Bildschirme. Dort werden  Schulnachrichten zu sehen sein. Auf einem „Newspoint“ flimmerte schon jetzt „Herzlich willkommen“. 

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