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Kamenz: Kritik an DRK-Kita

Beim Familienkompass haben Eltern einige Punkte in der Einrichtung bemängelt. Das sagt der Träger dazu.

Elternrat Torsten Remus (l.), Erzieherin Simone Schäfer und der Bautzener DRK-Chef Peter Mark im Sportraum der Kamenzer Kita Regenbogen. Der hat einen neuen Fußboden bekommen. Doch aus Elternsicht gibt es noch mehr zu verbessern.
Elternrat Torsten Remus (l.), Erzieherin Simone Schäfer und der Bautzener DRK-Chef Peter Mark im Sportraum der Kamenzer Kita Regenbogen. Der hat einen neuen Fußboden bekommen. Doch aus Elternsicht gibt es noch mehr zu verbessern. © René Plaul

Kamenz. Der neue Fußboden im Eingangsbereich der Kamenzer DRK-Kindertagesstätte Regenbogen glänzt in Holzoptik, ebenso im Sportraum und in zwei Gruppenräumen. Nach und nach wird renoviert und altes Mobiliar ersetzt, sagt Simone Schäfer, die stellvertretende Leiterin der Kita. Sie freut sich darüber.

Doch neben dem neuen Glanz gibt es auch Kritik von Eltern. Das ergab der Familienkompass, eine Umfrage zur Familienfreundlichkeit in Sachsen, an der Sächsische.de beteiligt war. So fragen Eltern zum Beispiel, warum das „Gute-Kita-Gesetz“ des Bundes in der Praxis beim Personal kaum eine sichtbare Wirkung zeige. 

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Der Kreisgeschäftsführer  des DRK Bautzen, Peter Mark, räumt ein, dass das Gesetz  in der Praxis kaum spürbar sei, obwohl es umgesetzt werde. So seien eben solche Dinge wie Urlaub, Krankheit oder Fortbildung der Beschäftigten mit einzurechnen, daher sei in solchen Fällen die volle Mannschaft nicht an Bord.

Außerdem spiele die Stundenzahl bei den Betreuungsverträgen eine Rolle: Zwei Halbtags-Kinder (4,5 Stunden) würden wie ein Ganztagskind gewertet, auch wenn sie vormittags gleichzeitig in der Kita sind. Zusätzlich würden derzeit Corona-Auflagen Personal-Engpässe verursachen. Mehr Personal, so Mark, wäre sicher wünschenswert, würde aber auch die Elternbeiträge verteuern.

Kritikpunkt: Zu wenig Toiletten, Sichtschutz fehlt

Den kritischen Eltern geht es aber nicht nur ums Personal. Zu ihren Kritikpunkten zählen auch die Toiletten - und zwar die Anzahl und der sogenannte Schamschutz. Einen Sichtschutz zwischen den Becken gebe es zwar, aber von vorn könne ja jeder reinschauen, davor sollten die Kinder geschützt sein, ist ihre Meinung. Vier Toiletten seien außerdem zu wenig. 

In einer Bekanntmachung des Freistaates Sachsen ist für Kita-Toiletten von Kabinen oder Schamwänden die Rede. Letztere seien ja vorhanden. Der DRK-Chef sieht deshalb keinen Handlungsbedarf. 

Die Eltern sind enttäuscht. Man könne ja auch mal mehr als die Mindestanforderungen tun, sagen sie. Die Kamenzer Stadtverwaltung signalisiert ihrerseits: Falls sich beim Sichtschutz mit einfachen Mitteln – ohne die Toiletten neu zu bauen – etwas machen lasse, wäre das schon möglich.

Der empfohlene Schlüssel für die Toilettenanzahl in der Krippe beträgt 1:6. Bei 50 Kindern wäre die vorhandene Anzahl damit deutlich von der Empfehlung entfernt. Die Kita beruft sich allerdings auf  ihre gültige Betriebserlaubnis für die Kindertageseinrichtung. Die erteilt das Landesjugendamt. 

Der Kita-Träger erinnert außerdem daran, dass die Eltern ja vor Vertragsabschluss über die Bedingungen informiert würden: „Wir haben eine ältere Einrichtung mit einem Bestandsschutz“, erklärt Peter Mark. In einem Neubau wäre es natürlich anders. Aber hier seien nicht alle Wünsche erfüllbar. Gern würde das DRK im Obergeschoss erweitern. Aber das sei eine finanzielle Frage. 

Vorwurf: Eltern müssen Eigenleistung bringen

Die Eltern beklagen außerdem, dass trotz steigender Beiträge immer mehr Eigenleistung gebracht werden müsse und sogar Buch über die Beteiligung geführt werde. Diesen Vorwurf weist die Kita zurück. Aber die finanziellen Mittel seien begrenzt. Alles, was die Eltern machen, helfe wirtschaften, so der Elternratsvorsitzende Torsten Remus. Etliche Eltern würden das gern tun. Aber es sei keine Pflicht, versichert Simone Schäfer. Allerdings sei die Kita gegenüber der Stadt zur Eigenleistung verpflichtet. Und die müsse auch gegenüber dem Rathaus nachgewiesen werden.

Auf dem Herzen haben die Kritiker unter den Eltern noch mehr. Zum Beispiel zur pädagogischen Arbeit, zur Obstversorgung, der Nutzung des Sportraumes und zum Umgangston mit den Kindern. Das persönliche Gespräch sei oft der Schlüssel zu einer Lösung, sagt Torsten Remus. Manche Dinge seien dann schnell geklärt. Vielleicht müsse der Elternrat auch noch aktiver als Interessenvertreter auftreten, räumt er ein. Die Stadt Kamenz selbst ist bei dieser Kita zwar nicht der Träger, aber auch bereit, zwischen Kita-Leitung und Eltern zu vermitteln. 

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