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Kamenz: Nächste Etappe am neuen Gymnasium

Auf dem Schulcampus wurde am Mittwoch Richtfest gefeiert - wegen Corona mit Verspätung. So geht es mit dem Bau jetzt weiter.

Verspätetes Richtfest am neuen Kamenzer Lessing-Gymnasium: Architekt Rainer Dittmer, Oberbürgermeister Roland Dantz, Landrat Michael Harig und DIW-Geschäftsführer Christoph Winkler (v.l.) schlagen gleich vier letzte Nägel ein.
Verspätetes Richtfest am neuen Kamenzer Lessing-Gymnasium: Architekt Rainer Dittmer, Oberbürgermeister Roland Dantz, Landrat Michael Harig und DIW-Geschäftsführer Christoph Winkler (v.l.) schlagen gleich vier letzte Nägel ein. © Kristin Richter

Kamenz. Der neue Kamenzer Schulcampus an der Henselstraße wächst. Bis zu 720 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten sollen hier künftig beste Lernbedingungen vorfinden. Im Neubau entsteht zudem eine Mensa. 28,5 Millionen Euro, inklusive Fördermittel, kostet das Vorhaben den Landkreis und die Stadt - plus Stadtbibliothek, die ebenfalls einzieht.

Am Mittwoch wurde nun - mit Verspätung - das Richtfest feierlich begangen. Pandemiebedingt war das zum tatsächlichen Zeitpunkt vor ein paar Monaten nicht möglich. Trotz des mittlerweile bereits fortgeschrittenen Baugeschehens sollte der alte Brauch, bei dem der Bauherr den Handwerkern seinen Dank ausspricht, aber unbedingt noch vollzogen werden. So wurde also am Mittwochnachmittag der letzte Nagel eingeschlagen. Es waren sogar gleich vier.

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Ein besonderer Gast beim Richtfest

Die langen Zimmermannsnägel wurden symbolisch vor der künftigen Schule ins Holz gehauen. Neben Landrat Michael Harig (CDU) und Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) nahmen Christoph Winkler, Geschäftsführer der Baufirma DIW, sowie Rainer Dittmer vom Planungsbüro PDW Architekten Ingenieure GmbH den Hammer in die Hand. Zuvor wurde der traditionelle Zimmermannsspruch verlesen, auch eine Richtkrone schwebte am Kranhaken aufs Dach.

Auch Werner Geißler, der vor ein paar Tagen seinen 101. Geburtstag feierte, war bei dem feierlichen Akt dabei. Der Kamenzer machte in der Lessingschule 1939 sein Abitur und lehrte später als Neulehrer nach dem Krieg jahrzehntelang unzähligen Klassen Mathematik und Physik. Bereits zur Grundsteinlegung im vorigen September war er als Ehrengast eingeladen. "Wir freuen uns schon, Sie zur Schuleinweihung 2022 begrüßen zu dürfen", sagte OB Roland Dantz.

Verzögerung beim Bau inzwischen aufgeholt

Die coronabedingte Bauverzögerung von einigen Monaten konnte durch Schichten inzwischen weitestgehend aufgeholt werden, erklärt DIW-Chef Christoph Winkler: "Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitern und Gewerken, aber auch bei den Anwohnern für diese Zeit, als hier bis 22 Uhr gearbeitet wurde." Doch nur so habe man vor ein paar Tagen den Rohbau für den Neubau fristgemäß nach einem Jahr Bauzeit übergeben können. "Wir haben uns sehr gefreut über diese Großbaustelle direkt in der Heimat. Das hat man selten. Oft sind wir in ganz Deutschland verstreut, sind unsere Mitarbeiter auf Montage und unter der Woche von ihren Familien getrennt", sagte Winkler.

Eine der modernsten Schulbauten Sachsens

Das Lessing-Gymnasium Kamenz soll eines der modernsten Schulbauten in Sachsen werden. "Die Schule wird weit nach außen strahlen, denn hier lernen künftig schließlich auch Schülerinnen und Schüler der angrenzenden Gemeinden", sagte Landrat Michael Harig. Dass die Lessingschule ins Herz der Stadt gehört, hätten mittlerweile alle begriffen. Zentrumsnah entsteht der Campus im Gründerzeitviertel der Stadt.

Schon jetzt bekommen Betrachter eine Ahnung vom künftigen Areal. Die historische Lessingschule wird integriert. Landkreis und vor allem auch die Stadt wissen um die große städtebauliche Bedeutung des über 100-jährigen denkmalgeschützten Lessinghauses. Dieses wird saniert - von der Heizung über die Fenster bis zur frischen Farbe und Medientechnik.

Im viergeschossigen Neubau mit Klassenzimmern, Fachkabinetten, Akustik-Holzdecken und einem Aufzug im Verbindungsbau, der für Barrierefreiheit im Schulgebäude sorgen wird, haben aktuell die Ausbauarbeiten begonnen.

Schülerzahl steigt bis 2025 auf 800

Die Stadt hatte bereits 2018 darauf hingewiesen, dass eine Planung mit 3,5 Zügen pro Klassenstufe für das neue Gymnasium nicht ausreiche. Es müsse mit vier oder besser fünf Klassen pro Stufe gerechnet werden, um die kommenden Schülerzahlen aufzunehmen. Gegenwärtig liegt die Schülerzahl bei etwa 720. Sie steigt nach derzeitigen Prognosen von Kreis und Kultusministerium bis 2025 auf 800.

"Wir wissen um das Problem und prüfen momentan mehrere Modelle, wie wir auch künftig eine Beschulung ohne größere Probleme ermöglichen können", versicherte Harig. Zuerst müsse aber das jetzige Bauprojekt zu Ende gebracht werden. Ein weiterer Anbau sei sicher möglich. Alle Voraussetzungen habe man mit den Planern jetzt schon besprochen. "Und auch den Traum von einer großen Sporthalle neben der Schule werden wir nicht aufgeben", sagte OB Dantz.

Alles bereit für den Einschlag der letzten Nägel.
Alles bereit für den Einschlag der letzten Nägel. © Kristin Richter
Auch eine Richtkrone wurde aufs Dach des bereits fertig gestellten Rohbaus gehoben.
Auch eine Richtkrone wurde aufs Dach des bereits fertig gestellten Rohbaus gehoben. © Kristin Richter
Oberbürgermeister Roland Dantz freut sich über den fortschreitenden Bau des Schul-Campus.
Oberbürgermeister Roland Dantz freut sich über den fortschreitenden Bau des Schul-Campus. © Kristin Richter
Vor dem Einschlag der letzten Nägel wurde der traditionelle Zimmermannsspruch verlesen.
Vor dem Einschlag der letzten Nägel wurde der traditionelle Zimmermannsspruch verlesen. © Kristin Richter
Auch Werner Geißler, der vor ein paar Tagen seinen 101. Geburtstag feierte, war bei dem feierlichen Akt dabei. Der Kamenzer machte in der Lessingschule 1939 sein Abitur und lehrte hier nach dem Krieg jahrzehntelang Mathematik und Physik.
Auch Werner Geißler, der vor ein paar Tagen seinen 101. Geburtstag feierte, war bei dem feierlichen Akt dabei. Der Kamenzer machte in der Lessingschule 1939 sein Abitur und lehrte hier nach dem Krieg jahrzehntelang Mathematik und Physik. © Kristin Richter
Viele Zuschauer und die beteiligten Baufirmen mit ihren Mitarbeitern waren zum Richtfest gekommen.
Viele Zuschauer und die beteiligten Baufirmen mit ihren Mitarbeitern waren zum Richtfest gekommen. © Ina Förster

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