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Königsbrück: Zwillingsgeburtstag im Pflegeheim

Gertrud Loch und Sonnhild Kühne wuchsen zusammen auf. Dann trennten sich ihre Wege. Nun wohnen sie wieder unter einem Dach - und feiern dort ihren 86.

Gertrud Loch (l.) besucht ihre Zwillingsschwester Sonnhild Kühne oft in ihrem Zimmer. Beide leben im ASB-Pflegeheim in Königsbrück und werden auch ihren 86. Geburtstag am Sonntag gemeinsam verbringen.
Gertrud Loch (l.) besucht ihre Zwillingsschwester Sonnhild Kühne oft in ihrem Zimmer. Beide leben im ASB-Pflegeheim in Königsbrück und werden auch ihren 86. Geburtstag am Sonntag gemeinsam verbringen. © ASB-Pflegeheim Königsbrück

Königsbrück. Zwillinge gemeinsam in einem Pflegeheim - das gibt es ganz selten. Meistens gehen Zwillingspaare, wenn sie erwachsen werden, getrennte Wege. Sie finden einen Partner, die Arbeit führt sie an verschiedene Orte. Doch in Königsbrück hat ein Zwillingspärchen wieder zusammengefunden - und das in ganz späten Jahren. Gertrud Loch und Sonnhild Kühne leben gemeinsam im ASB-Pflegeheim "Am Schlosspark". Am Sonntag begehen sie ihren 86. Geburtstag. 

Es ist keine große Feier geplant, denn die Corona-Maßnahmen machen diese nicht möglich. "Trotzdem gibt es auf jeden Fall Blumen vom Haus", sagt Sabine Mutschke, die für den Arbeiter-Samariter-Bund Dresden und Kamenz die Öffentlichkeitsarbeit macht. Die Zwillings-Damen werden den Tag natürlich gemeinsam verbringen, obwohl sie nicht in einem  Zimmer leben. Doch Gertrud Loch kann ihre Schwester, die das Bett nicht mehr verlassen kann, jederzeit besuchen.

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Beide Frauen wurden 1934 in Reichenau geboren. Dort wuchsen sie auch auf. Im Erwachsenenalter sind sie dann getrennte Wege gegangen. "Doch sie haben sich ihr ganzes Leben nie aus den Augen verloren, denn sie blieben mit kurzen Ausnahmen in ihrem Geburtsort Reichenau", weiß Sabine Mutschke. Während die wenig ältere Gertrud nie geheiratet hat und lange Zeit bei den Eltern lebte, brachte Sonnhild drei Kinder zur Welt. Heute freut sie sich über vier Enkel und drei Urenkel. 

Immer in der Region gearbeitet

Beim Start ins Berufsleben gab es anfangs Parallelen. Beide Frauen waren zunächst "in Stellung", wie es damals hieß, arbeiteten also als Hauswirtschafterinnen bei Bauern in der Gegend. Sonnhild Kühne hat trotz der drei Kinder immer gearbeitet, in einer Küche in Dresden, auf dem Volksgut in Koitzsch und dann bis zur Rente als Heimarbeiterin. Gertrud Loch war unter anderem in der Jutespinnerei in Reichenbach und in einer Pfefferküchlerei in Pulsnitz tätig. 

Im Jahr 2014 zog Sonnhild Kühne als erste der Zwillingsschwestern ins ASB-Pflegeheim nach Königsbrück. Ihre Schwester folgte  drei Jahre später. Jetzt haben sie also wieder ein gemeinsames Zuhause, wie in ihrer Kindheit.

Die Tochter von Sonnhild Kühne besucht die beiden Seniorinnen häufig und verwöhnt sie. Und sie wird sich um das Geburtstagsessen kümmern, wenn auch nicht am Sonntag. Das wird nachgeholt. "Meine Mutti wünscht sich Pommes Frites oder Pizza, während ihre Schwester Gertrud auch gern mal ein Stück Kuchen mag", erzählt die Tochter. Und das wird sie für den Zwillingsgeburtstag im Pflegeheim besorgen. (SZ/Hga)

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