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Kamenzer Leuchten im Rampenlicht

Die Firma "corporate friends" sorgt unter anderem in Dubai und Kalifornien für gute Beleuchtung. Eins ihrer Produkte ist jetzt für einen renommierten Preis nominiert.

Gesine Kutter, Jan Eickhoff und das Team des Kamenzer Speziallampen-Herstellers "corporate friends" freuen sich, mit diesem Mini-Spot für denn sächsischen Design-Preis nominiert zu sein.
Gesine Kutter, Jan Eickhoff und das Team des Kamenzer Speziallampen-Herstellers "corporate friends" freuen sich, mit diesem Mini-Spot für denn sächsischen Design-Preis nominiert zu sein. © René Plaul

Kamenz. Es ist nur ein kleiner Strahler an einer schwarzen Lichtleiste. Und doch für einen großen Preis nominiert. Eben gerade deshalb. Der Mini-Spot setzt im Schaufenster der Kamenzer Firma „corporate friends“ ein historisches Firmenschild mit warmem Licht in Szene. Es könnte auch ein goldener Ring oder ein historisches Ausgrabungsstück sein.

Das LED-Leuchtensystem soll dabei möglichst unsichtbar bleiben und dem Schaustück die Bühne überlassen. Das war ein wesentlicher Gedanke bei dieser Entwicklung. Nun steht sie selbst im Rampenlicht. Im Fokus einer Jury. Im vorigen Jahr hatte sich der Kamenzer Spezialleuchtenbauer mit der Neuentwicklung für den Sächsischen Design-Preis beworben. Jetzt hat er die nächste Hürde genommen.

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Aus 200 Bewerbern ausgesucht

Aus 200 Bewerbern wählte eine Jury die innovativsten 28 Design-Leistungen aus. Drei in der Kategorie Industriegüter. Damit sind die Kamenzer jetzt nominiert für den Preis. Schon das sei ein Erfolg, freuen sich Jan Eickhoff und seine kleine Mannschaft von zehn Leuten in der Werkstatt, der Buchhaltung und dem Management.

Das Minisystem trägt keinen pompösen Namen, sondern heißt kurz R-SL-16. „Es ist unser aktuellstes Produkt“, sagt Firmenchef Jan Eickhoff. Ein Jahr habe das Unternehmen daran getüftelt. Die 16 steht dabei für den schlanken Durchmesser der Leiste von 16 Millimetern und den minimalistischen Anspruch: „Diese Baugröße ist so gut wie einmalig“, ist sich Jan Eickhoff sicher. Museale Vitrinen seien das Haupteinsatzgebiet.

Beleuchtet ist die Schiene selbst und streut das Licht in der Breite. Das Besondere ist die Kombination mit aufsteckbaren Einzelstrahlern, um zusätzliche Akzente zu setzen und bestimmte Details innerhalb einer Vitrine punktgenau in den Fokus zu nehmen: ganz flexibel in Höhe, Breite, Länge oder Anzahl der Spots. Ein prominentes Beispiel für den Einsatz ist die „Ronald Reagan Presidential Library“ in Kalifornien. Dort leuchtet die R-SL-16 schon.

Alle Komponenten kommen aus Sachsen

2011 startete das Unternehmen „corporate friends“ in Kamenz. Jan Eickhoff ist von Hause aus Industrie- und Produktdesigner und kam 2010 aus persönlichen Gründen von Berlin nach Kamenz. Ein Projekt im Lessingmuseum brachte ihn dann zum Thema Licht: „Ich war unzufrieden mit dem Angebot an Lichttechnik für Museen auf dem Markt.“

In der LED habe er die Zukunft gesehen und sich voll darauf gestürzt, auch die Steuerelektronik entwickelt, ohne die LED-Leuchten nicht denkbar sind. Bei der Produktion der Komponenten arbeiten die Kamenzer mit Partnern zusammen. In der Manufaktur der Firma kommen dann alle Teile für ein rein sächsisches Produkt zusammen. „Es war viel Arbeit, das alles aufzubauen“, so Eickhoff, „und viel Neuland in der LED-Technik zu erschließen.“

Das hat sich gelohnt. Inzwischen habe „corporate friends“ mehr Bestellungen aus dem Ausland als dem Inland. Gerade in Corona-Zeiten seien diese Aufträge wie ein Rettungsanker. Während hier die Museen in der Zwangspause verharren, seien in der Schweiz oder in Australien die Museen zum Glück geöffnet. Für Dubai habe das Kamenzer Unternehmen ebenfalls aktuell Lichttechnik hergestellt.

Die Sixtinische Madonna ins rechte Licht gesetzt

Ganz außen vor bleibt Deutschland trotz Corona-Pause nicht. So bauten die Kamenzer für die neue Sonderschau in der Dresdner Gemäldegalerie "Alte Meister“ unter dem Titel „Raffael und die Madonna. Vom Frühwerk bis zur Meisterschaft“. Die wird nun auch mit LED-Beleuchtung aus Kamenz ins „rechte Licht gesetzt“, wie es Gesine Kutter beschreibt. Sie ist fürs Management in der Firma zuständig.

Zu den größten Projekten gehörte das Humboldt-Forum in Berlin mit 6.000 Spots. Durch soziale Netzwerke, durch Empfehlungen oder durch Architekten zum Beispiel spreche sich herum, dass es in Kamenz einen Spezialisten für die Beleuchtung in Museen gibt.

Weil sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren gut entwickelt hat, war schon im Vorjahr der Start für einen Neubau geplant, um die Produktion zu erweitern. Eine Investition von 1,5 Millionen Euro. Die aktuelle Lage mit der Corona-Pandemie habe das Projekt aber bis auf die planerische Arbeit gebremst: „Wir schauen, wie sich die wirtschaftliche Situation entwickelt“, so Eickhoff.

Bei Design-Preis in Süddeutschland Gold geholt

Solche Wettbewerbe wie der zum Sächsischen Design-Preis seien für die kreativen Sparten wichtig. Gerade diese Branche werde als Wirtschaftsfaktor unterschätzt: „Ein gut gestaltetes Produkt verkauft sich aber besser“, ist sich Eickhoff sicher. Dabei sei die Konkurrenz hart und man habe auch mit Nachahmern zu kämpfen.

„Wir müssen uns und die Produkte immer weiterentwickeln, Innovationstreiber sein." Das sollen die Kunden wissen. Dafür können einmal mehr Wettbewerbe sorgen, in denen sich Kreative vorstellen. Einen konnte das Kamenzer Unternehmen mit der neusten Leuchte schon gewinnen: Beim Internationalen Design-Preis Baden-Württemberg gab es dafür Gold. Es war nicht der erste Preis für die Firma. Nun wird es erneut spannend – für den 29. März ist die Preisverleihung angesetzt.

Derzeit läuft zugleich ein Online-Voting um den Publikumspreis in diesem Wettbewerb. Bis zum 28. Februar kann über die Design-Preis-Webseite abgestimmt werden.

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