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Radebeul

Karl-May-Stiftung und Kuratorium wollen Krise beheben

In einer gemeinsamen Erklärung sagen beide Gremien, wie es weitergeht. Neuer Vorstandschef ist Radebeuls OB Bert Wendsche.

Museumsdirektor Christian Wacker mit Karl-May-Freunden im Radebeuler Museum. Seine Kritik am Umgang zwischen Karl-May-Stiftung und Museumsbelegschaft hat eine Krise ausgelöst.
Museumsdirektor Christian Wacker mit Karl-May-Freunden im Radebeuler Museum. Seine Kritik am Umgang zwischen Karl-May-Stiftung und Museumsbelegschaft hat eine Krise ausgelöst. © Norbert Millauer

Radebeul. Vor wenigen Minuten reagierten die Karl-May-Stiftung und das Kuratorium in Erklärungen zur aktuellen Krise. Darin heißt es: Kuratorium und Vorstand der Karl-May-Stiftung haben sich in außerordentlichen Sitzungen mit der Situation nach dem Bekanntwerden des bevorstehenden Ausscheidens des Museumsdirektors und Geschäftsführers des Karl-May-Museums sowie der Karl-May-Stiftung, Herrn Dr. Christian Wacker, und insbesondere auch mit den dabei erhoben öffentlichen Vorwürfen beschäftigt.

Beide Gremien betonen nochmals, dass sie das vorzeitige Ausscheiden von Christian Wacker bedauern. Er habe in den nahezu zwei Jahren seines Wirkens im musealen Bereich wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Radebeuler Karl-May-Museums gesetzt. "Wir wünschen ihm bei seiner neuen interessanten Stelle in Kuwait Erfolg", schreiben die Vorstände. Neuer Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist Radebeuls OB Bert Wendsche (parteilos).

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Seine Enttäuschung über den langwieriger als seinerseits erwarteten Weg zur Umsetzung der Zukunftsvision des Karl-May-Museums sei verständlich. Unverständlich aus Sicht des Vorstandes ist jedoch, warum er den Weg über die Presse gewählt hat. Eine konstruktive Problem- und vor allem Lösungssuche werde dadurch nicht befördert, wohl aber der Ruf von Stiftung und Museum schwer beschädigt und der Weg zur Umsetzung der Zukunftsvision weiter erschwert.

Zugleich hatten sich die Mitarbeiter des Museums wie auch der Förderverein hinter Wackers Kritik gestellt. Das Museumspersonal hat erklärt, den Stiftungsvorstand nicht mehr anzuerkennen. Der Förderverein protestierte gegen den Umgang mit den Mitarbeitern und forderte Aufklärung.

Große Sitzung am 27. Juni

Aus Verantwortung für die Bewahrung und Pflege des Erbes von Karl May sowie in Anerkennung der herausragenden Bedeutung seiner Person für die Stadt Radebeul habe sich der Stiftungsvorstand, bestehend aus den Herren Thomas Grübner, Ralf Harder, Klaus Voigt und Bert Wendsche, einstimmig darauf verständigt, dass Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) bis auf Weiteres den Vorstandsvorsitz übernimmt.

In Abstimmung mit dem Kuratorium soll in der planmäßigen Kuratoriumssitzung am 27. Juni 2020 auch über etwaige Veränderungen im Vorstand und die Zuwahl neuer Vorstandsmitglieder entschieden werden.

Der Vorstand sei sich einig, dass die Verwirklichung der Vision für die Zukunft des Karl-May-Museums und für die lebendige Bewahrung des Erbes von Karl May von existenzieller Bedeutung ist. Dafür gilt es, konsequent planerische, finanzielle und organisatorische Grundlagen zu legen. Belegschaft, Vorstand, Kuratorium, Stadt und Karl-May-Szene sollten sich um dieses Ziel unter Zurückstellung persönlicher Befindlichkeiten auch weiterhin vereinen und nicht spalten. 

Der neue Vorstandsvorsitzende Bert Wendsche betont: „Die Ideale von Toleranz und Menschenliebe Karl Mays sind mit dem öffentlichen Beschädigen von Personen, aus welchen Beweggründen auch immer, unvereinbar.“

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