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Pirnas Siedlerverein hilft Flutopfern im Sauerland

Reichlich 4.000 Euro fließen nach Iserlohn in Nordrhein-Westfalen - quasi als Gegenleistung für eine Hilfe vor 20 Jahren.

Spendenübergabe in Iserlohn: Ein Dankeschön für den Hilfseinsatz in Pirna vor 20 Jahren.
Spendenübergabe in Iserlohn: Ein Dankeschön für den Hilfseinsatz in Pirna vor 20 Jahren. © privat

Als die Bilder des verheerenden Hochwassers Mitte Juli in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Runde machten, kamen bei den Mitgliedern des Pirnaer Siedlervereins sofort wieder Erinnerungen hoch an eine ähnliche Katastrophe, die sie selbst erlebten: die Jahrhundertflut 2002, als die angeschwollene Seidewitz in den Wohngebieten "Zehistaer Siedlung", "An der Seidewitz" und "Am Lindigt" enorme Schäden anrichtete. Nach dem Hochwasser überrollte die Betroffenen dann eine ganz andere Welle – eine der Hilfsbereitschaft, auch von Menschen, die Hunderte Kilometer von Pirna entfernt wohnten.

"Für uns war sofort klar, dass wir nun unsererseits in den dortigen Gebieten helfen wollten", sagt Christian Thinius, Chef des Pirnaer Siedlervereins. In einer eigens dafür initiierten Spendenaktion kamen 3.131 Euro zusammen.

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Die Pirnaer Siedlergemeinschaft pflegt bereits seit 1991 einen engen Kontakt und eine Partnerschaft zur Siedlergemeinschaft Dröschede. Dröschede ist ein Ortsteil der Stadt Iserlohn im Märkischen Kreis im Sauerland, gelegen im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Auf die Nachfrage, wo denn Geld dringend benötigt werde, erfuhren die Pirnaer von der Dröscheder Siedlervereinschefin Monika Stockmann, dass der Iserlohner Stadtteil Lasbeck besonders vom Hochwasser betroffen und dort das Dorfgemeinschaftshaus schwer beschädigt war. So stand der Spendenzweck rasch fest.

Dresden stockt die Summe auf

Und es kam sogar noch mehr Geld zusammen. Bei Gesprächen stellte sich heraus, dass auch der Siedlerverein „Zur Windmühle“ in Dresden-Niedersedlitz Spenden gesammelt hatte, insgesamt 1.160 Euro. Auch dieses Geld wanderte mit auf das Iserlohner Spendenkonto, die entsprechenden Schecks wurden vor wenigen Tagen in Iserlohn übergeben.

Mit seiner Spende revanchiert sich der Pirnaer Siedlerverein quasi für die Hilfsbereitschaft der Dröscheder im Jahr 2002, als erst die Nebenflüsse und dann die Elbe selbst über die Ufer traten und ganze Landstriche verwüsteten.

"Wir haben damals von der Siedlergemeinschaft Dröschede zu einer Spendenaktion aufgerufen, die hat große Kreise gezogen", erinnert sich Monika Stockmann. Geld und Sachspenden wurden damals persönlich ins Pirnaer Krisengebiet transportiert. Für diese Hilfeleistung zeichnete der sächsische Ministerpräsident insgesamt 48 Bürgerinnen und Bürger im Märkischen Kreis, darunter Monika Stockmann und Volker Bellebaum, mit einem Fluthelfer-Orden aus.

Sportplatz wird repariert

Die tatkräftige Hilfe haben die Sachsen auch nach fast 20 Jahren nicht vergessen. "Die Pirnaer waren bewegt von der Flutkatastrophe bei uns und haben gefragt, ob es eine betroffene Siedlergemeinschaft gibt, die Hilfe braucht", sagt Monika Stockmann. Nach Rücksprache mit dem Verein „Bürger helfen Bürgern Iserlohn“ entschied sie, dass die insgesamt 4.291 Euro beim Sportverein "VfR Lasbeck-Stenglingsen" gut aufgehoben sind. Dessen Sportplatz wurde bei der Juli-Flut arg in Mitleidenschaft gezogen.

"Die Siedlergemeinschaft Lasbeck nutzt den Platz und unser Vereinsheim mit", sagt Frank Rosenblatt, Jugendvorstand beim VfR. Der Sportplatz sei gleichermaßen als sozialer Treffpunkt für das ganze Dorf sehr bedeutsam.

Bei der Übergabe war auch der Iserlohner Vizebürgermeister Michael Scheffler dabei, der als Dröscheder selbst Kontakte nach Pirna pflegt und regelmäßig die Delegationen aus Sachsen begrüßt. Die Partnerschaft Dröschede-Pirna besteht seit 1991. Überdies feiert der Siedlerverein Pirna in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen, der Dröscheder ist 60 Jahre alt.

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