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Keine sinisteren Verschwörer

Ein Kommentar von Peter Anderson. 

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Peter Anderson
Peter Anderson © Hübschmann/SZ-Montage

Es ist immer gut, sich einmal zu treffen und direkt in die Augen zu schauen. Vieles, was bei Telefonaten und in Pressemitteilungen missverständlich herüberkommen kann, lässt sich so ausräumen. Deshalb war es erhellend, nach Naumburg zu fahren und den Mitteldeutschen Weinbautag zu besuchen.

Die Winzer in unserem Nachbarland ticken nicht anders als die Winzer im Elbtal und dem Umland. Das wurde schon im Foyer des Hotels Euroville in Naumburg klar. Rund um ein riesiges Weinglas ging es um Trockenheit, die richtige Reberziehung, den Schutz der eigenen Weine und Fördermittel für Trockenmauern in den Steillagen. Beim Sächsischen Weinbautag am Dienstag in einer Woche in Pirna wird es vermutlich nicht viel anders zugehen. Die Regionen gleichen sich, so auch die Themen, so auch die Sorgen.

Genau dort sind wir beim Punkt. Ein Unterschied zwischen Sachsen und Saale-Unstrut besteht in der Größenordnung. Die Winzervereinigung Freyburg vertreibt deutlich mehr Wein und sie tut dies vor allem über den Einzelhandel. Dieser fordert konstante Mengen. Deshalb ist die Genossenschaft nach Thüringen und Brandenburg expandiert. Der Schritt nach Sachsen kann in diesem Zusammenhang nur als folgerichtig bezeichnet werden.

Es handelt sich also nicht um sinistere Verschwörer, die hinterrücks die sächsische Weinwirtschaft kapern möchten. Im Gegenteil: Machen die Freyburger ihre Ankündigung wahr, und stärken sie den sächsischen Weinbauverband, kann das für beide Seiten nur ein Gewinn sein.

E-Mail an Peter Anderson