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Kleingärtner fordern Polizei zum Durchgreifen auf

In der Gartenanlage Am Sportzentrum in Riesa wird regelmäßig eingebrochen. Eines bringt die Laubenbesitzer besonders in Rage.

Karin Gundermann, Gunter Seifert und Hans Jahn (v.l.) sind Kleingärtner in der Sparte Am Sportzentrum in Riesa. Hier wird oft eingebrochen, zuletzt brannte eine Laube.
Karin Gundermann, Gunter Seifert und Hans Jahn (v.l.) sind Kleingärtner in der Sparte Am Sportzentrum in Riesa. Hier wird oft eingebrochen, zuletzt brannte eine Laube. © Foto: Sebastian Schultz

Riesa. Das Feuer war der traurige Höhepunkt. Anfang Dezember brannte eine Laube mitten in der Gartensparte Am Sportzentrum ab. „Es wird jetzt noch ermittelt, ob es Eigenverschulden war – oder ob doch jemand gezündelt hat“, sagt Gunter Seifert. Ständig werde in der Gartensparte eingebrochen. „Ich habe das Gefühl, es hat in den letzten Jahren zugenommen.“

Was ihn besonders aufregt, sind die Ratschläge der Polizei, den Winter über keine Wertsachen in den Lauben zu lassen. „Das verhindert doch nicht, dass Türen und Fenster mit roher Gewalt demoliert werden.“ Für die Kleingärtner gehöre das mittlerweile leider zum traurigen Alltag. Noch schlimmer hat es Karin Gundermann erwischt. Zweimal innerhalb eines reichlichen Jahres wurde ihre Laube heimgesucht. „Beim ersten Mal wurde alles Mögliche geklaut, sogar Klimbim, eine alte Kaffeemühle zum Beispiel.“ Besonders schlimm ist ihr aber der zweite Einbruch in Erinnerung. „Da lagen in meiner Laube Fäkalien und Erbrochenes, auch eine Spritze.“ Die Laube musste die Seniorin auf eigene Rechnung wieder in Ordnung bringen. „Schlimm war das. Ich wusste nicht einmal, wo ich die verdreckte Tapete entsorgen soll.“

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Anfang Dezember brannte eine Laube in der Gartensparte ab. Die Kripo ermittelt. 
Anfang Dezember brannte eine Laube in der Gartensparte ab. Die Kripo ermittelt.  © Foto: Sebastian Schultz

Riesas Revierleiter Hermann Braunger bestätigt auf Anfrage, dass die Gartensparte überproportional oft von Einbrüchen betroffen sei. Im Jahr 2017 habe die Polizei dort neun Einbrüche registriert, 2018 acht. „Auffällig ist, dass diese sich über das Jahr verteilen.“ Das sei eher untypisch – in der Regel liegt der Schwerpunkt eher im Winter. Dann herrscht weniger Begängnis in den Anlagen und das Risiko, beim Einbrechen erwischt zu werden, ist geringer. Braunger zeigt Verständnis für den Ärger. Ihn hat es selbst schon erwischt, im eigenen Kleingarten. Sparten-Chef Hans Jahn sieht auch die Kleingärtner in der Pflicht: „Mehr als gute Ratschläge gibt es nicht. Und viele Kleingärtner haben auch keine Versicherung für die Lauben.“ Ob die der Schlüssel ist, bezweifelt aber sogar Revierleiter Hermann Braunger. Denn nach ein paar Einbrüchen stiegen eben auch die Beiträge immer weiter.

Die Kleingärtner wurmt auch, dass die Täter nicht ermittelt werden. „Die Beamten vor Ort waren ja akribisch, höflich und zuvorkommend, das war top“, sagt Gunter Seifert. Aber seitdem hätten die Einbruchsopfer bestenfalls nichts gehört, schlechtestenfalls einen Bescheid bekommen, das Verfahren sei eingestellt. „Wir wünschen uns, dass auch jemand zur Verantwortung gezogen wird.“ Und dass es dann vor Gericht nicht bei einer Geldstrafe bleibt. „Die Gesetze dafür sind ja da“, sagt Seifert, „sie müssten nur konsequenter angewendet werden.“

Den Revierleiter ärgert das selbst, sagt er. Immerhin in zwei der jüngeren Einbruchsfälle gebe es einen Verdacht, weil der Täter offenbar verwertbare DNA-Spuren zurückließ. Ansonsten scheint es eher ein Glücksspiel zu sein. Vereins-Chef Hans Jahn berichtet, eine Zeit lang sei die Polizei abends auch ab und zu in der Anlage vorbeigekommen und habe nach dem Rechten gesehen. Auf Dauer ist das aber kaum umzusetzen, sagt Revierleiter Hermann Braunger. Es fehlt das Personal dafür. „Die Fußstreife kommt auch in die Gänge nicht rein.“ Die Gärtner würden sich trotzdem wieder mehr Polizeipräsenz in ihrer Sparte wünschen, sagt Karin Gundermann. „Man geht zurzeit mit keinem guten Gefühl in den Garten.“