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Königstein: Wanderung mit ehemaligen Wismut-Kumpels

Das Uran-Bergbauunternehmen in Leupoldishain hatte zu DDR-Zeiten über 2.000 Beschäftigte. Zwei von ihnen starten eine Exkursion - und erzählen von früher.

Von Katarina Gust
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Im Juni rollte der letzte Uran-Transporter vom Gelände der Wismut in Leupoldishain. Über die Arbeit zu DDR-Zeiten erzählen zwei ehemalige Kumpels bei einer Wanderung.
Im Juni rollte der letzte Uran-Transporter vom Gelände der Wismut in Leupoldishain. Über die Arbeit zu DDR-Zeiten erzählen zwei ehemalige Kumpels bei einer Wanderung. © Wismut GmbH

In diesem Jahr endete eine Ära in Königstein: Im Juni wurde am Wismut-Standort in Leupoldishain zum letzten Mal ein Tankwagen mit Urankonzentrat auf die Reise geschickt. Die Wismut - das DDR-Bergbauunternehmen, das Uran produziert hat - ist dennoch allgegenwärtig.

In der ehemaligen Lagerstätte nahe der Festung Königstein waren einst etwa 2.200 Menschen beschäftigt. Zu den ehemaligen Wismut-Kumpels gehören Ulrich Nesbor und Ulrich Nagler. Die beiden starten am Sonnabend, dem 23. Oktober, zu einer Exkursion durch Königstein und wollen dabei Geschichten aus ihrem Arbeitsleben erzählen.

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Die sogenannte Dialogwanderung hat der Dresdner Verein Kultur Aktiv organisiert. Zum zweiten Mal findet diese "Kunst im Dialog" statt, wie Vereinsvorsitzender Marcus Oertel sagt. Los geht es mit der Wanderung mit den Wismut-Zeitzeugen. Diese beginnt 14 Uhr an der Kasse am Fahrstuhl vor der Festung Königstein und soll gegen 17 Uhr dort enden. Unterwegs werden Ulrich Nesbor und Ulrich Nagler ihre persönlichen Geschichten von der DDR bis heute erzählen: über Kritik an fehlender Transparenz, die Stasi, die Gesundheitsrisiken, aber auch über Lebensinhalt und Stolz auf die geleistete Arbeit für die Wismut.

Kurzfilm über Zeitzeugen der Wismut

Nach der Exkursion folgt der zweite Teil. Um 18 Uhr wird im Königsteiner Lichtspielhaus an der Goethestraße der Kurzfilm "Uli & Uli" von Susanne Kontny gezeigt. Der Film dreht sich um die beiden Protagonisten Ulrich Nesbor und Ulrich Nagler und wird in Königstein uraufgeführt. Danach haben Gäste die Möglichkeit, mit den Hauptdarstellern ins Gespräch zu kommen. Auch die Leipziger Filmerin Susanne Kontny, die die Aufnahmen im Sommer 2021 gemacht hat, wird dabei sein, genauso wie der Projektkoordinator von "Sachsen im Dialog", Thomas Haase.

Das Projekt "Kunst im Dialog" widmet sich mit Kurzfilmen und Wanderungen den Brüchen und Brücken der Industriekultur in Sachsen. Die Veranstaltungen sollen den gesellschaftlichen Diskurs im Freistaat reaktivieren.

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