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Königstein: Frauenpower im neuen Gewölberestaurant

In der Festungsstadt boomt die Gastroszene. Auch dank Sandra und Anja Lehmann. Sie eröffneten im Lockdown ein Bistro, jetzt folgt ein eigenes Restaurant.

Serviert moderne Landhausküche: Anja Lehmann vom Gewölberestaurant "Happy end" in Königstein mit Ziegenkäse, Schwarzwälder Schinken und Süßkartoffeln.
Serviert moderne Landhausküche: Anja Lehmann vom Gewölberestaurant "Happy end" in Königstein mit Ziegenkäse, Schwarzwälder Schinken und Süßkartoffeln. © Daniel Schäfer

Mitten in der Corona-Krise als Gastronom durchstarten? Was nach einer verrückten Idee klingt, hat Sandra Lehmann in Königstein tatsächlich gewagt. Sie hat vor einem Jahr das ehemalige Café Sachsenhof an der Bielatalstraße übernommen und dort das Café und Bistro "Happy End" eröffnet.

Jetzt erfüllt sich die Gastronomin den nächsten Traum. Zusammen mit ihrer Frau Anja Lehmann hat sie das Gewölberestaurant "Happy End" aufgemacht. Das befindet sich Tür an Tür zum gleichnamigen Café. Ein romantisches Gewölbe, in dem früher eine Fleischerei und eine Broilerbar untergebracht waren.

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Corona stoppte Restaurantpläne

"Wir haben uns sofort in das Gewölbe verliebt", sagt Sandra Lehmann. Die Räumlichkeiten hat sie sich bereits Anfang 2020 gesichert. Schon damals träumte sie von einem eigenen Restaurant. Der Plan ging jedoch anfangs nicht auf, denn Corona machte der gelernten Köchin einen Strich durch die Rechnung. Das unternehmerische Risiko, das mit der Pandemie einherging, war damals einfach zu groß.

Statt dem Restaurant übernahm Sandra Lehmann kurzerhand das leer stehende Café Sachsenhof. Innerhalb von nur drei Wochen verwandelte sie es in ein Bistro, in dem es Kaffeespezialitäten, Kuchen, Eis und warme Snacks wie Flammkuchen gibt.

Gleich neben dem Gewölberestaurant betreiben Sandra Lehmann und ihre Frau in Königstein das Café und Bistro "Happy End".
Gleich neben dem Gewölberestaurant betreiben Sandra Lehmann und ihre Frau in Königstein das Café und Bistro "Happy End". © Archivfoto: Steffen Unger

"Das Gewölbe blieb neben dem Bistro aber immer in meinem Hinterkopf", sagt Sandra Lehmann. Zusammen mit ihrer Frau Anja renovierte sie die Räumlichkeiten in diesem Sommer. Liebevoll wurde der Gastraum eingerichtet und dekoriert. Ein Kamin sorgt jetzt für wohlige Wärme, für Kinder gibt es eine kleine Spielecke. "Unsere Gäste sollen sich einfach nur wohlfühlen", sagt Anja Lehmann, die hauptsächlich den Service im Gewölberestaurant übernimmt.

Landhausküche von echten Landmädels

In der Küche gibt Sandra Lehmann den Ton an. Moderne Landhausküche nennt sie den Stil, den sie zusammen mit ihrer Mama und Schwiegermama zaubert. "Wir sind Landmädels, das soll auch die Speisekarte widerspiegeln", sagt die gelernte Köchin, die zuvor unter anderem im Refugium in Pirna, der Schrammsteinbaude und dem Amselgrundschlösschen in Rathen gearbeitet hat. Inspiriert von der böhmischen Küche gibt es zum Beispiel Böhmischen Landbraten, Wildlachs oder Paprika-Pasta mit Knackwurst. Die Preise dafür bewegen sich zwischen 12 und 14 Euro.

"Viele Kunden fragen auch gezielt nach vegetarischen oder veganen Gerichten", erzählt Sandra Lehmann. In der Speisekarte gibt es deshalb eine kleine Auswahl an Speisen, die ohne Fleisch sind oder ganz auf tierische Produkte verzichten. Und nicht nur deshalb. "Eine unserer Töchter verzichtet seit zwei Jahren selbst komplett auf Fleisch. Deshalb gibt es bei uns auch privat viel vegetarische Küche", verrät Sandra Lehmann.

Corona-Ausfälle über den Sommer kompensieren

Bistro und Restaurant sind für sie und ihre Partnerin aktuell ein Fulltimejob. Aber einer, der viel Spaß macht, wie beide sagen. Die Ausfälle, die durch den Lockdown entstanden sind, müssen jetzt - mit dem Sommergeschäft - kompensiert werden. Ihr Arbeitstag beginnt deshalb in der Regel gegen 9 Uhr morgens, nicht selten endet er erst um 23 Uhr. "Das alles kann man nur machen, wenn man wirklich für den Job brennt", sagt Sandra Lehmann. Als kleiner Ausgleich zum Privatleben bleiben Bistro und Restaurant mittwochs und donnerstags zu.

Bis zu 28 Personen haben im neuen Gewölberestaurant Platz. Weitere 20 Außenplätze gibt es vor dem benachbarten Café. "Wir sind derzeit oft ausgebucht", sagt die Gastronomin. Es sind vor allem Touristen, die in der Festungsstadt unterwegs sind, aber auch Einheimische, die hier einkehren. Sollte die Nachfrage im Herbst, wenn die Touristenströme etwas abflachen, immer noch so groß sein, könnten abends auch die Plätze im Café mit für das Gewölberestaurant genutzt werden. "Beide Räume trennt ja nur eine Tür", sagt Sandra Lehmann.

Auch im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung der Corona-Zahlen könnte das eine Lösung sein. "Damit sorgen wir für einen größeren Abstand zwischen den Tischen und können dennoch die gleiche Anzahl an Gästen bedienen", rechnet sie vor. Ob es angesichts steigender Infektionszahlen so weit kommt und welche Regeln künftig für die Gastronomie gelten, das alles sind Unsicherheiten, auf die sich Sandra und Anja Lehmann einstellen müssen. Denn keiner weiß, wie sich die Situation bis zum Herbst oder Winter entwickeln wird.

Winterlebebung mit Fragezeichen

Die kalte Jahreszeit sei für die Gastronomen in der Sächsischen Schweiz generell eine harte Zeit. Die Lehmanns denken bereits darüber nach, das Café und Bistro im Winter zu schließen beziehungsweise die Öffnungszeiten stark anzupassen. Je nachdem, wie sich die Nachfrage entwickelt.

Abhängig machen sie diese Entscheidung auch davon, ob es auf der Festung Königstein nach einem Jahr Zwangspause wieder einen Weihnachtsmarkt an den Adventswochenenden gibt. "Unklar ist auch, ob auf dem Königsteiner Stadtplatz die Eisbahn wieder aufgebaut wird", meint Sandra Lehmann. Beide Attraktionen würden die Innenstadt beleben. Und das wiederum würde den Gastronomen helfen. Sandra und Anja Lehmann hoffen nicht nur in diesem Punkt auf ein "Happy End".

Öffnungszeiten:

Café und Bistro "Happy End", Bielatalstraße 21: Freitag bis Dienstag von 12.30 bis 16 Uhr.

Gewölberestaurant "Happy End", Bielatalstraße 21: Freitag bis Dienstag von 17.30 bis 21.30 Uhr.

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