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Kommentar: Verdi schürt Wut und Unverständnis

Juliane Richter über den Streik im öffentlichen Dienst

Dass heute so manche Sporthalle geschlossen bleibt und es auf den Friedhöfen noch ruhiger zugeht als sonst, lässt sich verschmerzen. Dass allerdings Kita- und Horterzieher in den Streik treten, ist ein hartes Los. Ein chaotischer Start in die Woche droht den meisten Eltern. Besonders schwer trifft es dabei jene, die nicht einfach einen Tag Urlaub nehmen können oder keine Großeltern in der Nähe haben. Was bleibt diesen Eltern? Das Kind „einfach“ mit auf Arbeit nehmen? Oder hoffen, dass doch noch in letzter Sekunde eine Notbetreuung zustande kommt? Gestern Nachmittag schien es dafür überhaupt keine Chance mehr zu geben – obwohl das am Freitag vonseiten der Stadt noch anders klang.

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Während Streik an sich ein legitimes Mittel ist, hört an diesem Punkt das Verständnis auf. Die Gewerkschaft Verdi verliert sich im Kleinklein, wenn sie ein angebliches Fehlverhalten der Stadt, das zwei Jahre zurückliegt, als Grund anführt. Denn die Notbetreuung zu verwehren, geht weit über das akzeptable Maß, „den Forderungen Nachdruck zu verleihen“ hinaus. Indem Verdi das totale Chaos für Eltern provoziert, schürt die Gewerkschaft nur Wut und Unverständnis. Die bessere Bezahlung der Erzieher tritt da eindeutig in den Hintergrund.

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