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Harthaerin stirbt in Chemnitzer U-Haft

Die am Freitag durch die Polizei in Dresden festgenommene 31-Jährige wurde in die JVA Chemnitz gebracht. Dort wurde sie tot in ihrer Zelle aufgefunden.

Vor dem Wohnhaus in Hartha stehen Kerzen und Blumen sowie ein Kuscheltier.
Vor dem Wohnhaus in Hartha stehen Kerzen und Blumen sowie ein Kuscheltier. © Erik-Holm Langhof

Hartha/Chemnitz. Kuscheltier, Blumen und Kerzen stehen vor dem Haus an der Gerhart-Hauptmann-Straße in Hartha, in dem am vergangenen Freitag mehrere Polizeibeamte eine Wohnung im Auftrag der Staatsanwaltschaft Zwickau durchsucht hatten. Weitere Durchsuchungen liefen auch in Waldheim und Dresden.

Bei Letzterer wurde eine aus Hartha stammende 31-Jährige festgenommen und am Folgetag einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft für die Frau an, der Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen wird.

Nun wurde bekannt, dass die 31-Jährige sich in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz das Leben genommen haben soll. Mehrere Bekannte und Freunde der Verstorbenen haben im sozialen Netzwerk Facebook ihr Beileid bekundet und legten zum Teil auch Blumen nieder und stellten Kerzen vor dem Wohnhaus auf.

Behörden sprechen von Suizid

Auf Anfrage von Sächsische.de bestätigen die Polizeidirektionen Chemnitz und Zwickau sowie die JVA Chemnitz und das Sächsische Justizministerium übereinstimmend, dass es am Montag, 2. August, zu einem Todesfall in der Chemnitzer Haftanstalt gekommen sei.

„Eine 31-jährige deutsche Gefangene wurde in ihrem Haftraum stranguliert aufgefunden. Es wird von einem Suizid ausgegangen“, teilt die Anstaltsleiterin der JVA Chemnitz Eike König-Bender mit. „Die Chemnitzer Kriminalpolizei und die zuständige Staatsanwaltschaft wurden informiert. Wie in solchen Fällen üblich, haben diese die Ermittlung aufgenommen.“

Christian Schünemann, Pressesprecher der Polizeidirektion Zwickau, bestätigt weitergehend, dass es sich bei der 31-Jährigen um die am vergangenen Freitag in Dresden Festgenommene handelt.

Wie es zu dem Selbstmord konkret kommen konnte, ist nun Teil der Ermittlungen der Chemnitzer Kriminalpolizei. Weitere Angaben machten die Behörden bis zum Dienstagabend nicht. Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft hat den Fall übernommen.

Bekannter der Frau: „Mysteriöser“ Todesfall

Unterdessen zweifeln Bekannte der 31-jährigen Harthaerin an einem Suizid und sprechen von einem „mysteriösen“ Todesfall. „Ich bin überzeugt, dass hier mal wieder das komplette Versagen der sächsischen Justiz sowie der Justizvollzugsanstalt zutage gefördert wird. Irgendwer hat da richtig ziemlich fahrlässig gehandelt und richtigen Bockmist fabriziert“, schreibt ein Bekannter der Frau.

Auch auf Facebook wird neben Beileidsbekundungen über den Suizid diskutiert. Einige Nutzer schreiben, dass sie „den Fall aufklären wollen“.

Hinweise auf das Einwirken einer anderen Person gibt es derzeit nach Angaben der Behörden nicht.

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Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über das Thema Suizid, außer es erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/1110111 und 0800/1110222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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