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Spektakulärer Drogenfund in mittelsächsischer Fabrik

Mehr als eine halbe Tonne Kokain waren in einer Fabrik versteckt. Jetzt ermitteln Polizei, LKA und Zoll: Wie kam das Rauschgift nach Mittelsachsen?

Von Elke Görlitz
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Den bisher größten Kokainfund in Sachsen machten Polizei, Zoll und LKA Anfang Januar in Mittelsachsen.
Den bisher größten Kokainfund in Sachsen machten Polizei, Zoll und LKA Anfang Januar in Mittelsachsen. © LKA Sachsen

Mittelsachsen. In einer mittelsächsischen Lebensmittelfabrik haben Polizei und Zoll einen spektakulären Fund gemacht: Versteckt in einer Ladung Rohrzucker entdeckten sie bereits Anfang Januar 700 Kilogramm Kokain. Es ist der größte derartige Fund in Sachsen überhaupt.

Das teilte das Landeskriminalamt Sachsen am Dienstag mit. Die Drogen seien in einer tonnenschweren Ladung Rohrzucker "in merkwürdigen Paketen" verborgen gewesen. Der Zucker sollte in der Fabrik verarbeitet werden.

32 Tonnen Rohrzucker aus Kolumbien

Wie Tom Bernhardt vom Landeskriminalamt auf Anfrage von Sächsische.de sagte, seien zunächst Mitarbeiter darauf aufmerksam geworden, dass mit der Rohrzucker-Lieferung etwas nicht stimmt.

Daraufhin hätten Polizei und Zoll in dem Rohrzucker insgesamt 600 Packungen Kokain gefunden und sichergestellt. Die Drogen mit einem Nettogewicht von etwa 700 Kilogramm hätten aufgeteilt in die üblichen Konsumeinheiten einen Straßenverkaufswert von etwa 150 Millionen Euro.

Wie kamen die Drogen nach Sachsen?

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat ein Ermittlungsverfahren gegen die bislang unbekannten Täter eingeleitet. So soll nun eine gemeinsame Ermittlungsgruppe des LKA Sachsen und des Zollfahndungsamtes Dresden klären, "ob die 700 Kilogramm Kokain tatsächlich nach Sachsen geliefert werden sollten und wer die eigentlichen Adressaten waren". Ein Anfangsverdacht gegen die Firma besteht nicht, heißt es.

»Die Sicherstellung derart großer Mengen, hat erheblichen Einfluss auf den gesamten Betäubungsmittelmarkt. Schwerpunkt der Ermittlungen ist die Aufklärung der Hintergründe, Lieferwege und generellen Zusammenhänge. Die Sicherstellung ist daher nur der erste Schritt umfangreicher weiterer Maßnahmen", erklärte Sonja Penzel, die Präsidentin des LKA Sachsen.