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Was lehrt Dresden über den Krieg, Frau Callori-Gehlsen?

Als Kind hat Christa-Maria Callori-Gehlsen den Bombenangriff von 1945 erlebt. Das prägt die Haltung der 82-Jährigen bis heute – und auch den Traum von Frieden.

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Christa-Maria Callori-Gehlsen beim Spaziergang auf dem Blauen Wunder in Dresden. Beim Bombenangriff war die Brücke für sie der Weg aus der brennenden Stadt. Foto: Ronald Bonss
Christa-Maria Callori-Gehlsen beim Spaziergang auf dem Blauen Wunder in Dresden. Beim Bombenangriff war die Brücke für sie der Weg aus der brennenden Stadt. Foto: Ronald Bonss © ronaldbonss.com

An dem Tag im Februar, als Russland brutal den Krieg gegen die Ukraine eröffnete, schaltete ich morgens den Fernseher an. Gleich das erste Bild zeigte Rauchwolken. Sirenen waren zu hören. Ihr Heulen ging mir durch Mark und Bein. Ich fing an zu zittern. Tränen liefen mir übers Gesicht. Ich fühlte mich plötzlich wie das Kind, das 1945, auch im Februar, den Bombenangriff auf Dresden überlebt hatte. Meine Reaktion, ausgelöst durch das Heulen von Sirenen, hat mich erschüttert und mir gezeigt, wie tief der als Kind erlebte Schrecken sitzt.

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