Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Leipzig
Merken

Künstler beim legalen Bemalen eines Hauses in Leipzig bei Polizei gemeldet

Der bekannte Leipziger Künstler Michael Fischer-Art bemalt derzeit eine Hausfassade in Leipzig-Connewitz. Bei der legalen Aktion wurde er nun von der Polizei überrascht.

 2 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
Der Künstler Michael Fischer-Art bemalt die Fassade eines Hauses im Stadtteil Connewitz. Nach eigenen Angaben wurde er am Vortag dabei von der Polizei überrascht.
Der Künstler Michael Fischer-Art bemalt die Fassade eines Hauses im Stadtteil Connewitz. Nach eigenen Angaben wurde er am Vortag dabei von der Polizei überrascht. © Birgit Zimmermann/dpa

Leipzig. Der Künstler Michael Fischer-Art (54) ist nach eigenen Angaben beim Bemalen einer Hausfassade in Leipzig-Connewitz von der Polizei überrascht worden. Ein Anwohner habe ihn am Dienstag angezeigt, sagte der Maler am Mittwoch. Er habe den angerückten Polizisten dann erklären können, dass er die Fassade völlig legal bemale.

Laut Fischer-Art wurde er von den Immobilienbesitzern damit beauftragt, Graffitis mit den für ihn typischen Figuren zu übermalen. Bei dem Haus handelt es sich um einen Neubau, der immer wieder mit Schmierereien überzogen wurde. In Leipzig wird seit langem und teils hitzig über Verdrängung und Gentrifizierung diskutiert und dagegen protestiert.

"Für mich ist das ein Experiment", sagte Fischer-Art. "Ich wollte schon immer mal was in Connewitz zu Wohnungsnot und Gentrifizierung machen." Das Kunstwerk an der Fassade entstehe spontan, es gebe nicht mal einen Entwurf. Eventuell wolle er auch einige der bestehenden Graffiti integrieren - zum Beispiel einen großen grünen Fisch, den er als Immobilienhai ansieht.

Das Thema der Gentrifizierung sieht Fischer-Art zwiespältig. Einerseits verändere sich ein Viertel, und wer sich tolerant gebe, solle dann auch Toleranz zeigen gegenüber Menschen, die neu dazu kommen. Andererseits sehe er selbst an seinen älteren Kindern, wie schwierig es inzwischen in Leipzig sei, eine bezahlbare Wohnung zu finden. (dpa)