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Leipzig: Halle zu – Messe findet trotzdem statt

Die große Leipziger Ausstellung für Maschinenbauer und Zulieferer läuft dieser Tage komplett im Internet.

Produktpräsentationen finden in der Leipziger Messe derzeit nicht statt. Dafür wird das Gebäude zum Impfen genutzt.
Produktpräsentationen finden in der Leipziger Messe derzeit nicht statt. Dafür wird das Gebäude zum Impfen genutzt. © www.pixabay.com

Leipzig. Auch Messen sind in Pandemiezeiten ein schwieriges Geschäft. Auf dem riesigen Leipziger Schau-Gelände müssen seit einem Jahr reihenweise Ausstellungen und Kongresse abgesagt werden: Agra, Haus-Garten-Freizeit, Musicparc, Cadeaux hießen die jüngsten Opfer. Die große Buchmesse muss nun schon das zweite Mal ausfallen.

Mit den festen Terminen fehlt vielen Unternehmen eine wichtige Plattform zur Präsentation und zum Austausch. Leipzigs Messemacher treten dafür jetzt den Weg ins Internet an: Die wichtigen Branchenmessen Intec und Z für die Metallbearbeitungs- und Automatisierungsbranche wie für die Zulieferindustrie mit zuletzt fast 25.000 Besuchern findet heute und morgen als rein digitales Format statt. Motto: „Intec/Z connect“. Statt auf dem Messegelände präsentieren mehr als 50 Aussteller in Videos und Livepräsentationen ihre neuen Entwicklungen, dazu gibt es Online-Kongresse und Foren. Die Teilnahme ist diesmal kostenlos.

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Digital dabei im virtuellen Schaufenster sind internationale Größen der Werkzeugmaschinen-Branchen wie „ISCAR“, die Chemnitzer Niles-Simmons Industrieanlagen und die Trumpf Laser- und Systemtechnik. In vielen Auftritten geht es um Digitalisierung der Maschinenparks und neue Wege der Automatisierung. Aus der Dresdner Region sind unter anderem dabei das Alltrotec Softwaresystemhaus, die Lakowa – Gesellschaft für Kunststoffbe- und -verarbeitung und die Jörg Wappler Werkzeugmaschinen.

Kontakte aufbauen

„Die Intec und Z ist seit vielen Jahren unsere Haus- und Hof-Messe“, sagt Josephine Prietzel vom Coswiger Maschinenspezialisten Wappler. Das Unternehmen nutze deshalb auch die Online-Funktionen, um mit Kunden und Partnern in Verbindung zu bleiben, Entwicklungen in kleinen Videos vorzustellen und Kontakte aufzubauen. „Die Intec ist für uns ein wichtiger Kanal, um im Gespräch zu bleiben“, sagt Prietzel. „Das gilt auch in diesem Jahr.“

Als weiteres Herzstück der „Intec/Z connect" gilt ein hochkarätig besetzter Onlinekongress mit rund 60 Vorträgen wie von Martin Dix, dem Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik, zur Zukunft der Produktion sowie von Wilfried Schäfer, dem Geschäftsführer des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, zur aktuellen Branchensituation. Auch das AMZ-Netzwerk der Automobilzulieferer Sachsen ist dabei.

Die Wirtschaftsförderung Sachsen informierte bereits am Dienstag mit einem Web-Seminar über Marktchancen und Branchentrends in Polen, Tschechien und Rumänien. Am Mittwoch folgt ein Kooperationsforum für Unternehmen aus Sachsen mit Russland und den GUS-Staaten. Das Wirtschaftsministerium hatte zudem zum Ideenaustausch bei der zweiten internationalen Konferenz für Hidden Champions aus der Industrie geladen.

Das Kongressprogramm wird aufgezeichnet und ist vom 8. bis 31. März auf der Interseite der Intec/Z connect verfügbar. Weiterer Baustein der Messe ist eine digitale Netzwerk-Plattform. Dabei werden Teilnehmer für einige Minuten per Zufallsprinzip verbunden.

Kretschmer: In zwei Jahren wieder persönlich erscheinen

Zur Eröffnung des Online-Events am Dienstag sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), er gehe davon aus, dass man sich in zwei Jahren wieder auf der Messe persönlich treffen könne. „Wir sollten uns nicht unterkriegen lassen. Das Gröbste in der Corona-Pandemie ist überstanden.“

Auch Messe-Chef Markus Geisenberger betonte, eine Präsenzmesse werde zukünftig weiterhin Dreh- und Angelpunkt der Branchen sein, künftig aber mit virtuellen Ergänzungen. „Die Kunden wollen zurück zur Messe, aber auch die Vorteile der digitalen Formate nutzen“, so Geisenberger. Die nächste reguläre Intec und Z ist vom 7. bis 10. März 2023 geplant. Bei der Ausgabe vor zwei Jahren präsentierten 1.300 Aussteller aus 31 Ländern Produktneuheiten. 24.400 Besucher aus 41 Ländern informierten sich vor Ort.

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