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Kuhstall-Kritiker besuchen Ratssitzung

Mitstreiter von Fridays for Future aus Zittau und der Bürgerinitiative hatten Fragen an den Bürgermeister - befriedigende Antworten konnte aber niemand geben.

So demonstrierten die Gegner des Kuhstallneubaus in Herwigsdorf vor einigen Wochen gemeinsam mit Fridays for Future.
So demonstrierten die Gegner des Kuhstallneubaus in Herwigsdorf vor einigen Wochen gemeinsam mit Fridays for Future. © Rafael Sampedro (Archivbild)

Alexander Hilse ist Mitglied bei Fridays for Future. Und als solches hat der Zittauer auch die Demo gegen die Kuhstallpläne der Agrofarm mit organisiert. Nun aber suchte der junge Mann einen anderen Weg - er kam gemeinsam mit Agrofarm-Kritikerin Beate Bertulis in die Gemeinderatssitzung. Zwar hätten die beiden - weil sie keine Bürger sind - in der Bürgersprechstunde eigentlich keine Frage stellen dürfen. Bürgermeister Roland Höhne (CDU) ließ dies aber dennoch zu. Allerdings zeigte sich, dass eine Klärung der Fragen kaum möglich ist.

Alexander Hilse wollte wissen, ob zwischen der Agrofarm und der Gemeinde ein Konzept vereinbart sei, wie das Landwirtschaftsunternehmen die durch seine Arbeit verursachte Zerstörung der Artenvielfalt und Belastung des Wassers durch Überdüngung wieder auszugleichen gedenke. Ein solches Konzept gebe es nicht, erklärte Bürgermeister Höhne daraufhin - wohl aber eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen, wenn es um den gesetzlich geforderten Ausgleich für geplante Baumaßnahmen gehe oder um konkrete Dinge beispielsweise im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz. So habe die Agrofarm unter anderem etwas gegen wild abfließendes Wasser getan, indem sie die Fläche seither nur noch als Grünland bewirtschafte, erklärte Höhne. Die Vorstellung, ein Unternehmen erstelle ein Konzept, um pauschal und ohne Nachweis angenommene Umweltschäden wiedergutzumachen, entspricht kaum der Realität und "stand auch nie zur Debatte", erklärte Höhne.

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Beate Bertulis hingegen forderte erneut ein Handeln für die 1000-jährige Eiche. Was getan werde, um die Gefahren für den Baum endlich zu beenden, fragte sie. Bürgermeister Roland Höhne betonte, dass es laut Gutachten des Landkreises keinen Grund für ein Eingreifen gebe. Die in der Nähe des Baumes kurzzeitig gelagerten Kalkberge seien verschwunden, schadeten dem Baum nicht, werden aber trotzdem zukünftig nicht mehr in Baumnähe abgeladen, sagte er. Wenn sie eine darüber hinausgehende, neue Gefahr für den Baum sehe, müsse sie sich an die Naturschutzbehörde des Landkreises wenden. "Ich kann das fachlich nicht beurteilen", betonte Höhne.

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