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Warum Herrnhut plötzlich ein Corona-Hotspot ist

Der Ort hat die höchste 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Görlitz. Das Gesundheitsamt sieht deswegen trotzdem keinen Anlass zur Sorge.

Von Markus van Appeldorn
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Herrnhut hat derzeit die höchste Corona-Inzidenz im Landkreis.
Herrnhut hat derzeit die höchste Corona-Inzidenz im Landkreis. ©  Archiv: Matthias Weber

Herrnhut scheint sich innerhalb weniger Tage zum Corona-Hotspot entwickelt zu haben. 76 Menschen sind - mit Stand vom Dienstag - hier in Corona-Quarantäne, 34 als Infizierte, 42 als Kontaktpersonen. Nur in der Stadt Görlitz gibt es kreisweit mehr Fälle. Und Herrnhut weist mit 470 die höchste 7-Tage-Inzidenz der Vorwoche aller Städte und Gemeinden im Landkreis auf. Doch das Gesundheitsamt des Landkreises sieht keinen Grund für übertriebene Sorge.

"In Herrnhut treten, wie in anderen Gemeinden, aktuell positive Fälle im Zusammenhang mit Kindertageseinrichtungen oder der Schule auf", teilt dazu Landkreissprecherin Julia Bjar auf SZ-Anfrage mit. Andere Gemeinschaftseinrichtungen seien derzeit nicht betroffen. "Wir können daher keine außergewöhnliche Häufung bestätigen", heißt es weiter. Die positiven Fälle würden dem Wohnort der positiven Person zugeordnet, ein örtlicher Zusammenhang zum Infektionsort sei daraus grundsätzlich nicht zu schließen.

Auch die Anzahl der Kontaktpersonen halte sich in Herrnhut im Vergleich zur Anzahl der positiven Personen noch in Grenzen. "Jedoch ist hier anzumerken, dass diese Zahl steigt, sobald eine komplette Schulklasse unter Quarantäne gesetzt werden muss", informiert Bjar. Das sei ab zwei positiven Fällen im Klassenverband der Fall. "Dies ist an einer Schule in Herrnhut der Fall gewesen", so Bjar. Was die Gesamtzahl der Quarantänefälle betreffe, sei aber zu berücksichtigen, dass zu Herrnhut auch einige Ortsteile wie Großhennersdorf oder Berthelsdorf gehörten, in denen auch viele Erkrankungsfälle vermerkt seien. "Der überwiegende Teil bezieht sich auf Schulen/Kitas und Hausstandsangehörige dieser Fälle", so Bjar.