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Müssen bald alle Ebersbach-Neugersdorfer Sandsäcke schleppen?

Die Stadt führt eine Wasserwehrsatzung ein. Die soll Einwohner zur Hilfe bei Hochwasser verpflichten. Wen das wirklich betrifft.

Von Romy Altmann-Kuehr
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Sandsäcke stapeln - hier ein Beispielfoto aus Berzdorf-Hörnitz - dazu will die Ebersbach-Neugersdorf Einwohner im Notfall verpflichten.
Sandsäcke stapeln - hier ein Beispielfoto aus Berzdorf-Hörnitz - dazu will die Ebersbach-Neugersdorf Einwohner im Notfall verpflichten. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ebersbach-Neugersdorf hat seine Wasserwehrsatzung beschlossen. Dabei geht es vor allem um den Schutz vor Hochwasser. Immerhin liegt die Stadt an der Spree, die in der Vergangenheit schon hin und wieder über die Ufer getreten ist und Schäden verursacht hat. Das Entscheidende für Einwohner daran: Es gibt nun einen Passus, wonach die Stadt in Hochwasser-Notfällen, Bürger heranziehen kann, um zu helfen. Sie könnten für einfache Arbeiten verpflichtet werden, etwa zum Befüllen und Auslegen von Sandsäcken. Der Stadtrat hat nun der neuen Satzung zugestimmt.

Die Stadt hatte bereits in der Ratssitzung im September die Wasserwehrsatzung vorgestellt. Das hatte allerdings einige Nachfragen ergeben, gerade im Hinblick auf die Verpflichtung der Bürger, wie Ordnungsamtsleiter Uwe Nikodem erklärt. Der Versicherungsschutz war so eine Frage. Nun ist klar: Die Helfer sind über die Unfallkasse abgesichert. Und auch um Haftpflichtfragen müssen sie sich keine Sorgen machen. "Das haben wir bei der Haftpflichtversicherung angefragt", so Uwe Nikodem. Demnach sind die Helfer den freiwilligen Feuerwehrleuten gleichgestellt. Das Gleiche gilt für Lohnfortzahlung und Verdienstausfall, wenn der Helfer seinem Job nicht nachgehen kann, weil er im Hochwassereinsatz ist.

Feuerwehrleute müssen zuerst ran

Die Hürden, Einwohner und Gewerbetreibende aus der Stadt tatsächlich zu verpflichten, sind jedoch sehr hoch, stellt Ordnungsamtsleiter Uwe Nikodem klar. Zunächst müssten die Feuerwehrleute herangezogen werden und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Stadtwerke. Auch Wehrleute aus anderen Orten seien hinzuzuziehen, ebenso wie der Katastrophenschutz. "Erst wenn von dieser Ebene und vom Kreis keine Unterstützung mehr möglich ist, dann können Einwohner zur Hilfe verpflichtet werden", so Nikodem. Zudem sei vorgesehen, dass zunächst direkt Betroffene helfen sollen.

Aber, so betont der Ordnungsamtsleiter, es solle niemand "verdonnert" werden, der das absolut nicht will. "Wir setzen eher darauf für unsere Wasserwehr zu werben." Man hoffe, dass sich im Laufe der Zeit Freiwillige melden. "Ideal wäre es, wenn wir eine Liste von Freiwilligen hätten, die wir im Notfall kontaktieren können." Das wäre der bessere Weg, so Uwe Nikodem.