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Wer will die Humboldtbaude?

Ebersbach-Neugersdorf sucht erneut einen Käufer für das ehemalige Gasthaus auf dem Schlechteberg. Der neue Besitzer braucht vor allem eines.

Die Humboldtbaude auf dem Ebersbacher Schlechteberg steht erneut zum Verkauf.
Die Humboldtbaude auf dem Ebersbacher Schlechteberg steht erneut zum Verkauf. © Matthias Weber (Archiv)

Wieder ein Berggasthof - das wäre die Idealvorstellung der Stadt für die Zukunft der Humboldtbaude. Ebersbach-Neugersdorf schreibt jetzt die Baude auf dem Schlechteberg erneut zum Verkauf aus. Sie erhofft sich von einem neuen Betreiber auch, dass der Ebersbacher Hausberg wieder mehr belebt wird. Denn viele Ebersbacher bedauern, dass hier nichts mehr los ist und sogar der Aussichtsturm abgebaut werden musste. Viele verbinden schöne Erinnerungen mit dem Hausberg und der Baude. 

Zum Verkauf steht die Baude samt eines Grundstücks von rund 3.200 Quadratmetern. Laut Verkehrswertgutachten sollte das Gelände mit dem Gebäude 97.300 Euro wert sein. Wer sich um die Humboldtbaude bewirbt, muss auch ein Konzept einreichen, was er mit der Baude vorhat und in welchem Zeitraum er das umsetzen will. Bis Ende Februar nächsten Jahres haben Interessenten Zeit, ein Angebot bei der Stadt abzugeben. 

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Wer hier investiert, hat sogar die Möglichkeit auf Fördermittel vom Freistaat, informiert die Stadt. Geld gibt es aber nur dann, wenn die neue Einrichtung mindestens die Klassifizierung "3-Sterne-Superior" der Dehoga erreicht. Außerdem liegt die Baude im Leader-Gebiet Kottmar, auch hier können Anträge auf Unterstützung gestellt werden. 

Viele Gastwirte seit der Wende

Die Humboldtbaude ist schon fast 110 Jahre alt. Sie wurde 1912 gebaut, damals im Auftrag des Humboldtvereins. Später folgten Anbauten, zum Beispiel die Terrasse. 1994 bis 2004 wurde das Gebäude immer wieder modernisiert. Ab Mitte der 1980er Jahre gab es eine Gaststätte in der Baude. 2009 schloss die letzte Wirtin - das war Birgit Kumpf, die langjährige Betreiberin des Friedersdorfer Blockhauses. Sie hatte damals gleichzeitig die Humboldtbaude unter ihrer Leitung gehabt. Auch ihr Sohn, der heutige AfD-Landtagsabgeordnete Mario Kumpf, hatte das Lokal zwischenzeitlich betrieben. 

Bis heute ist das Humboldt- und Heimatmuseum der Stadt im Obergeschoss untergebracht, es ist aber momentan nicht geöffnet. Laut Auskunft der Stadt soll das Museum mit seinem ganzen Bestand aus der Humboldtbaude ausziehen. Dann könnte ein neuer Besitzer bis zu zehn Pensionszimmer in den beiden oberen Etagen einrichten. 

An die zehn Gastwirte hatten sich seit der Wende an der Humboldtbaude versucht - langfristige Erfolge blieben aus. Und mit der endgültigen Schließung der Gaststätte wurde es auf dem Areal immer ruhiger. Um den Berg zu beleben, hat die Stadt in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität (TU) Entwürfe für das Areal erstellt. Studenten des Studiengangs Landschafts- und Freiraumplanung verfassten acht unterschiedliche Ideen für Tourismuskonzepte

Seit vier Jahren engagiert sich auch der Gewerbeverein Oberland in der Humboldtbaude, organisiert Veranstaltungen, wie Tanzabend oder Kabarett und pflegt in Arbeitseinsätzen das Gelände

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