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Was Löbaus OB noch anpacken muss

Dietmar Buchholz startet 2021 in sein letztes volles Amtsjahr. 2022 wird ein neuer OB gewählt - bleibt noch ein Jahr Zeit, um wichtige Projekte ins Rollen zu bringen.

Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz startet in sein letztes volles Jahr im Amt.
Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz startet in sein letztes volles Jahr im Amt. © Matthias Weber (Archiv)

Im nächsten Jahr - 2022 - wird in Löbau wieder ein Oberbürgermeister gewählt. Dietmar Buchholz wird dann nicht mehr kandidieren, das kündigte er bereits vor einiger Zeit an. Kann er auch nicht - denn er hat das Rentenalter erreicht und darf sich daher nicht mehr zur Wahl stellen als hauptamtlicher Bürgermeister. Lediglich ehrenamtliche Bürgermeister dürfen über das Rentenalter hinaus weiterhin kandidieren.

Damit geht die ziemlich lange Ära Buchholz zu Ende - 20 Jahre wird er dann Oberbürgermeister gewesen sein - und die Stadt Löbau mit geprägt haben. 2001 stellte er sich in Löbau erstmals zur Wahl und wurde seitdem wieder gewählt.

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SZ hat Vorschläge zusammengetragen, welche wichtigen Themen und Projekte der OB in seinem letzten vollen Amtsjahr in Löbau noch erledigen sollte:

Ladensterben in den Griff bekommen

Dass immer mehr Läden dicht machen, der Innenstadthandel trotz vieler Bemühungen von Gewerbetreibenden zunehmend stirbt, beklagen Händler schon lange. Das läge an der Überalterung und auch an sinkender Kaufkraft. Ein besonderes Sorgenkind ist die Innere Zittauer Straße, die etwas abseits vom Stadtkern mit dem Markt liegt. Dort fehlt die Laufkundschaft - und je mehr Läden schließen, desto weniger Kunden kommen in die Straße. Ein Marketingkonzept müsste her, um die Innenstadt zu beleben.

Um den Einsatz eines Citymanagers, der den Handel dahingehend unterstützen könnte, ist unter anderem in der jüngsten Stadtratssitzung im Dezember in Löbau heftig diskutiert worden. Ein Citymanager solle zum Beispiel für den lokalen Handel ein Standort-Marketing erarbeiten, erklärte die AfD-Fraktion im Stadtrat. Sie hatte den Antrag eingebracht, dass sich die Stadt damit beschäftigen solle, welche Möglichkeiten es gebe, so einen Posten zu etablieren. Die Idee ist nicht neu, wurde schon vor Jahren in Löbau debattiert - allerdings ergebnislos. OB Buchholz machte jetzt in der neuerlichen Diskussion deutlich, dass er das nicht für eine Aufgabe der Stadtverwaltung hält. Einen Citymanager könne es nur geben, wenn Fördermittel dafür zur Verfügung stünden.

Die Innere Zittauer Straße in Löbau ist ein Sorgenkind, was den Handel anbelangt.
Die Innere Zittauer Straße in Löbau ist ein Sorgenkind, was den Handel anbelangt. © Matthias Weber

Ersten Spatenstich fürs neue Gewerbegebiet erledigen

Feuerwehrdepot, Rettungswache, Radwegbau, Landesgartenschaugelände, Kreisverkehre - mit ersten Spatenstichen für große Bauvorhaben kennt der OB sich bestens aus. Bei zahlreichen Projekten hat er in den vergangenen Jahren den symbolischen Baustart mit vollzogen. Nun steht das nächste in den Startlöchern: Wegen steigender Nachfragen und fehlender Flächen will Löbau ein neues Gewerbegebiet erschließen. Mit dem Startschuss hängt es aber. Schon 2017 haben die Planungen dafür begonnen. Zuletzt hatte die sächsische Landesdirektion die geplante Größe bemängelt. Für eine Stadt wie Löbau sei das überdimensioniert. Es wurde also abgespeckt und das Gebiet nun etwas kleiner geplant. Wenn das Verfahren nun zügig weitergeht und keine neuen Einwände kommen, könnte es der OB schaffen, noch selbst den symbolischen ersten Spatenstich zur Erschließung der neuen Gewerbeflächen zu tun. Nach seiner Aussage gibt es bereits Interessenten für die Flächen.

Unweit des bestehenden Gewerbegebietes nahe der B6 und der B178 soll ein neues entstehen.
Unweit des bestehenden Gewerbegebietes nahe der B6 und der B178 soll ein neues entstehen. © Grafik: Stadt Löbau

Umbau der Nudelfabrik starten

Die ersten Schritte sind geschafft. Dietmar Buchholz hatte sich dafür stark gemacht, dass die Stadt das Areal der leerstehenden, ehemaligen Löbauer Nudelfabrik ersteigert.

Ein Besucherzentrum für das Haus Schminke könnte entstehen. Auch das Stadtmuseum soll nach den bisherigen Ideen hier seinen Platz finden. Zum Tag des offenen Denkmals im vergangenen Herbst haben Studenten Entwürfe vorgestellt, wie so ein Besucherzentrum einmal aussehen könnte. Bislang gibt es aber noch keine konkreten Planungen zur Nudelfabrik. Man müsse sich erst einen Überblick verschaffen, eine Kostenschätzung anfertigen, Genehmigungen einholen und Fördermittel akquirieren, hieß es dazu bisher von der Stadt. Für eine Komplettsanierung des Komplexes hatte OB Buchholz schon einmal von Kosten in Höhe von 18 Millionen Euro gesprochen. Im Haushalt hat die Stadt zunächst reichlich sechs Millionen Euro eingeplant, bis 2024. Nur etwa 635.000 Euro davon sollen Eigenmittel der Stadt sein.

Wenn bis 2024 tatsächlich sechs Millionen verbaut sein sollen, dann sollten jetzt bald Bauarbeiten starten.

Die ehemalige Nudelfabrik an der Äußeren Bautzner Straße/Kirschallee - unmittelbar neben der Villa Schminke - soll saniert und umgebaut werden.
Die ehemalige Nudelfabrik an der Äußeren Bautzner Straße/Kirschallee - unmittelbar neben der Villa Schminke - soll saniert und umgebaut werden. © Rafael Sampedro

Radweg-Lücke an der B6 schließen

Hoffnung für die letzten Meter: Bislang endet der Radweg auf der ehmaligen Bahntrasse zwischen Cunewalde und Löbau rund 200 Meter vor der Stadt. Die 15 Kilometer lange Radel-Strecke führt von der Bundesstraße 96 in Halbendorf/Gebirge bis an die Ortsumfahrung von Löbau. Schon lange will Löbau, dass auch das letzte fehlende Stück noch gebaut wird, damit es eine sichere Radverbindung bis in die Stadt gibt. Schon vor rund einem Jahr kündigte Dietmar Buchholz an, dass "in diesem Jahr" das letzte Stück bis an die B6 heran gebaut werden könnte. Alle behördlichen Angelegenheiten für den Weiterbau seien geregelt, sagte der OB. "Wir könnten im Herbst 2020 anfangen", so Buchholz. Als Ziel lobte er aus, den Radweg-Abschnitt zur 800-Jahr-Feier von Löbau einzuweihen. Das Jubiläum steht in diesem Sommer an. Wenn das klappen soll, heißt es jetzt: ranklotzen.

Der Radweg zwischen Cunewalde und Löbau endet bisher rund 200 Meter vor Löbau.
Der Radweg zwischen Cunewalde und Löbau endet bisher rund 200 Meter vor Löbau. © Rafael Sampedro

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