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Rehmutter lebt mit Kitzen im Neubaugebiet

In Bernstadt ist die Ricke schon im vergangenen Jahr aufgetaucht und hat die Kinderstube wieder mitten unter Menschen eingerichtet. Wie reagiert die Stadt?

Die Rehmutter ist wieder da: Viele Bewohner des Bernstädter Neubaugebietes Sonnenblick freuen sich.
Die Rehmutter ist wieder da: Viele Bewohner des Bernstädter Neubaugebietes Sonnenblick freuen sich. © Jana Sommerfeld

Jana Sommerfeld hört man die Begeisterung förmlich an, wenn sie von den neuen Mitbewohnern in Bernstadts Neubaugebiet Sonnenblick erzählt: "Es ist die Freude pur, sie zu beobachten", schwärmt die Frau, die in einem der Plattenbauten wohnt. Schon im vergangenen Jahr hat eine Ricke ihre kleinen Kitze direkt vor den DDR-Neubauten aufgezogen. Und nun ist sie tatsächlich wieder da. Es hat also nicht direkt am Corona-Lockdown und der im Frühjahr 2020 noch ausgeprägteren Ruhe gelegen. Die Ricke hat sich offenbar in Bernstadts Plattenbausiedlung wohlgefühlt.

"Diesmal haben wir die Kitzen entdeckt, als sie noch ganz klein waren, man sieht sie fast nicht im Gras", schildert Frau Sommerfeld die ersten Beobachtungen. Im Vorjahr waren sie erst aufgefallen, als sie wild herumtoben konnten. Dennoch beobachten sie und ihre Nachbarn gern die sonst so scheuen Waldbewohner, halten regelrecht Ausschau nach ihnen. Denn scheu scheinen die Rehe nur bedingt zu sein - zumindest sind sie an Menschen und ein gewisses Maß an Verkehrslärm gewöhnt. Sogar die Betriebsamkeit der Kita "Sonnenhügel", die gleich neben dem Neubaublock liegt, in dem Frau Sommerfeld wohnt, macht den Tieren nicht sonderlich viel aus. "Bisher lagen die Kleinen nur im Gras, diese Woche aber sind sie das erste Mal auf der Wiese vor dem Kindergarten entlangspaziert - mitten am Vormittag", schildert sie.

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Grasschnitt muss jetzt warten

Jana Sommerfeld hat kurz nach der ersten Reh-Sichtung gleich die Stadtverwaltung angerufen: "Wenn jetzt das Gras gemäht werden würde, wäre das für die Rehe fatal", erklärt sie. In der Tat bestätigt Bürgermeister Markus Weise (Kemnitzer Liste) auf Nachfrage, dass mit der Grasmahd am Sonnenblick jetzt erst einmal ausgesetzt werde, um den Tieren nicht zu schaden. Dass sie ihrerseits Schaden verursachen, ist aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres nicht zu erwarten.

Wildtiere sind in der Stadt - auch wenn es eine Stadt im ländlichen Raum ist - nicht selten. Das hatte der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Oberlausitz, Detlef Eckert, schon im vergangenen Jahr betont. Damals wie heute gilt auch sein Hinweis, dass man die Tiere als zuständiger Jäger in der Stadt nicht fangen oder jagen darf. "Man muss sie einfach in Ruhe lassen und sich an ihnen freuen", kommentiert er. In Ruhe lassen gilt momentan ohnehin in doppelten Sinn, denn den Rehnachwuchs sollte man - gerade auch, wenn er sich im hohen Gras versteckt - nicht anfassen, sonst könnte die Mutter die Kleinen verstoßen.

Auch am Kirchwehr Rehe gesichtet

Wo die Ricke das restliche Jahr lebt, ist nicht ganz klar nachzuvollziehen. Jana Sommerfeld und ihre Nachbarn vermuten, dass sie über den Schiller-Busch, einem Waldstückchen hinter Birkenstock, ins Wohngebiet kommt. Dafür spricht, dass sich auch in der Nähe des Kirchwehres, bei der alten Schiller-Villa, immer wieder Rehe tummeln, wie Anwohner berichten.

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