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Kein Sirenen-Ton zum Warntag?

Von 11 bis 11.20 Uhr sollten die Sirenen heulen. Doch in sozialen Netzwerken berichten viele, dass es zwischen Löbau und Zittau oft still blieb. Die Gründe.

Eine moderne Sirene auf dem Dach des Gemeindeamtes Großschweidnitz.
Eine moderne Sirene auf dem Dach des Gemeindeamtes Großschweidnitz. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

"Ich bin hier in Löbau Süd und ich hab nicht eine Sirene gehört", schreibt ein Facebook-Nutzer auf der SZ-Seite und zieht daraus den Schluss, dass der ganze Warntag ein Witz war und im Ernstfall "längst alle tot wären", bevor sie von der Gefahr erführen. Ganz so ist es sicher nicht, aber Meldungen über Stille zwischen 11 und 11.20 Uhr trotz bundesweit groß angekündigtem Warntag kommen aus vielen Orten. Nicht mal die abgespeckte Variante im Landkreis Görlitz - es sollte hier lediglich ein normaler Probealarm von 12 Sekunden ertönen - war zu hören. Was war da los?

Für Löbau lässt sich das ganz einfach sagen: "In der Stadt selbst gibt es derzeit keine Sirenen, da konnte auch nichts zu hören sein", sagt Stadtwehrleiter Heiko Biernorth auf Nachfrage. Das soll sich ändern, ein Konzept sei bereits erstellt. In den Löbauer Ortsteilen ist der Probealarm aber losgegangen, bestätigen auch viele SZ-Leser: Rosenhain, Kittlitz, Lautitz, Bellwitz - hier war der normale Probealarm von rund zwölf Sekunden Länge zu hören.

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Auch die Stille in Städten wie Herrnhut oder dem Ortsteil Neugersdorf basiert auf demselben Phänomen wie in Löbau: Es gibt dort derzeit schlicht keine Sirenen. "In Neugersdorf wird erst mit dem neuen Depot auch wieder eine Sirene aufgebaut", sagt Stadtwehrleiter Thomas Kriegel. In Ebersbach hingegen gibt es eine, die sollte gelaufen sein. Funktioniert haben auch die Sirenen in den Herrnhuter Ortsteilen - er habe keine gegenteiligen Informationen erhalten, bestätigt auch Herrnhuts Stadtwehrleiter Matthias Großer. Auch in Kottmar, wo es in den Ortsteilen je mindestens eine Sirene gibt, sollte alles geklappt haben - etwas anderes hat Gemeindewehrleiter Ralf Röhle bislang nicht gehört. "Und wenn das nicht so war - dann können wir das abstellen, dafür war es ja eine Übung", sagt er.

In Zittau, wo es in der Innenstadt mindestens bei der Feuerwache eine Sirene gibt, fällt die erste Analyse ernüchternd aus: Es habe keine Alarmierung durch die Leitstelle über die vorhandenen Sirenen gegeben, teilte Pressesprecher Kai Grebasch. „Es ist also gut und wirklich wichtig, dass wir endlich einmal den Testlauf versucht haben“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm). „Jetzt muss zügig nachgesteuert werden, damit geklärt ist, dass die Alarmierung in Zukunft auch funktioniert.“

Ohnehin müssen die Gemeinden nach diesem Warntag selbst die Dinge auswerten, denn das ist ihre Aufgabe: In der Rettungsleitstelle in Hoyerswerda habe man die entsprechenden Signale erfolgreich verschickt. Eine Rückmeldung bekomme man aber nicht. Auch beim Landkreis laufen dazu keine Meldungen ein.

Zu tun haben dürften wohl aber auch die Betreiber der Warn-Apps: Sowohl Nina als auch Biwapp waren überlastet oder versendeten die Info zum Warntag wegen technischer Probleme nur verspätet. Das Innenministerium wollte sich zunächst nicht äußern.

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Am Warntag sollten ursprünglich 3.200 Sirenen Punkt 11 Uhr in Sachsen ertönen. Auch verschiedene Möglichkeiten zur Warnung für den Katastrophenfall sollten getestet werden. So waren neben den Sirenen auch Durchsagen per Lautsprecher, Mitteilungen über soziale Medien und Warn-Apps sowie digitale Werbetafeln vorgesehen, um auf eine mögliche Gefahr aufmerksam zu machen.

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