merken
PLUS Löbau

Trotz Coronapause: Lucas sprintet zur Spitze

Lucas Eifler aus Bernstadt will als Leichtathlet hoch hinaus. Einen großen Schritt hat er dank seines Zittauer Trainers, kalten Füßen und Schneebällen geschafft.

Lucas Eifler beim Training mit Trainer Matthias Aust im Zittauer Weinaupark-Stadion.
Lucas Eifler beim Training mit Trainer Matthias Aust im Zittauer Weinaupark-Stadion. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Gleich beim ersten Wettkampf nach über einem halben Jahr Corona-Pause hat Lucas Eifler sein derzeit größtes Ziel erreicht. Bei einem Fünfkampf-Meeting in Dresden ging es dem Elfjährigen allerdings weniger um Medaillen, sondern um Punkte. Denn er will unbedingt zu den Besten seines Alters im Landkreis Görlitz gehören, die besonders gefördert und vielleicht einmal zu Deutschlands Spitzensportlern zählen werden. "Ich musste mindestens 1.800 Punkte haben - 1.868 hatte ich - und außerdem bin ich persönliche Bestzeit gesprintet", schildert Lucas Eifler stolz.

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Damit wird er ab kommendem Jahr zu einer Art Sportelite des Landkreises Görlitz gehören - zum Entwicklungskader, wie es im Sportler-Deutsch in dieser Altersgruppe heißt. Fünf Jugendliche insgesamt zählen derzeit dazu, sagt Lucas' Trainer Matthias Aust, der seit acht Jahren bei der HSG Turbine Zittau ist. Der 38-Jährige arbeitet fest angestellt als eine Art Talente-Förderer zu je einer Hälfte beim Zittauer Verein und beim Sächsischen Leichtathletikverband. Während der Coronazeit hat er sich durchgehend um Lucas und seine anderen Talente gekümmert.

Training bei Minusgraden

Wie aber geht das, wo doch weder Sporthallen geöffnet noch Treffen erlaubt waren? Für den direkten Kontakt hatte Matthias Aust eine Sondererlaubnis - er durfte seine Schützlinge vor Ort betreuen, wenn er entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einhielt. Dennoch blieb Lucas und seinem Trainer nur das Training an der frischen Luft - auch im Winter. "Wir haben zum Beispiel Schlagballweitwurf mit Schneebällen trainiert und für Sprint dann immer Wege im Ort gesucht, wo kein oder wenig Schnee lag", erinnert sich der Junge, der in die fünfte Klasse des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Löbau geht. Auch wenn er nach dem Training - meist im Dunkeln mit Stirnlampe - oft kalte und nasse Füße hatte, hat ihm die Sache auch irgendwie Spaß gemacht. "Es war mal was anderes", sagt er. Auch sein Trainer sieht das so: "Ich bin dankbar, dass wir überhaupt trainieren konnten", betont er.

Dass der Bernstädter so gut aus der Coronazeit gestartet ist, hat allerdings nicht nur mit dem Sonder-Training zu tun, ist sich Matthias Aust sicher. Lucas hat Talent und liebt generell Sport. Schon bevor er sich vor rund zwei Jahren für die Leichtathletik entschied, spielte er gern Fußball - und das tut er mit seinen Freunden in Bernstadt noch immer oft. "Er ist ein Allrounder, er hat keine absolute Paradedisziplin", erklärt der Trainer. Auch wenn Lucas selbst sagt, dass ihm der Sprint am meisten liegt. Auf alle Fälle ist es ihm durch seine Vielseitigkeit leichter gefallen, die nötige hohe Punktzahl zu erreichen, denn er ist sowohl beim 50-Meter-Sprint, beim 800-Meter-Lauf, beim Weitsprung, Schlagball und Hürdenrennen sehr gut. Dass er noch mehr kann, davon ist Aust überzeugt: "Lucas ist als Sportler nicht verbissen, vielleicht kommt in der nächsten Zeit noch mehr Ehrgeiz bei ihm hinzu." Ehrgeiz? Den hat er auch jetzt schon, befindet der Elfjährige: "Mein Traum ist es, einmal bei Olympia anzutreten."

Mehr zum Thema Löbau