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Oderwitz schafft den Aufstieg

Auch im letzten Spiel in Weixdorf gelang der nötige Sieg, der lange nicht sicher war. Am Ende steht grenzenloser Jubel.

Von Frank Thümmler
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Die Oderwitzer Fußballer jubeln nach einer Hitzeschlacht im letzten Spiel über den Aufstieg.
Die Oderwitzer Fußballer jubeln nach einer Hitzeschlacht im letzten Spiel über den Aufstieg. © privat

Weixdorf. Der FSV Oderwitz hat dem Nervendruck standgehalten und auch das letzte Saisonspiel bei der SG Weixdorf mit 2:0 gewonnen. Ein Unentschieden war notwendig, um die Tabellenführung gegenüber Borea Dresden zu behaupten. Bei einer Niederlage wären die Dresdner, die am Schlusstag klar mit 4:0 in Sebnitz gewannen, wegen der Anwendung der Quotientenregel noch an den Oderwitzern vorbeigezogen.

In Weixdorf stand das Spiel lange auf der Kippe. „Beide Mannschaften waren in der ersten Halbzeit in etwa gleichwertig. Auch die Weixdorfer haben sich noch einmal voll reingehangen, auch wenn es für sie um nichts mehr ging“, sagt Jan Czezine, der Vorsitzende des Oderwitzer Vereins. Auf dem anderen Schauplatz, in Sebnitz, führte zur Pause der Aufstiegskonkurrent Borea bereits mit 2:0, so dass klar war, dass die Oderwitzer sich keine Niederlage leisten dürfen.

Der Druck war also groß – ein Gegentreffer, und es würde ganz eng werden. Die Weixdorfer hatten auch zwei, drei Chancen, aber der Oderwitzer Torwart Hendrik Liersch hatte Nerven wie Stahlseile und vereitelte alles. Insgesamt die bessere Mannschaft waren aber die Oderwitzer, die vor allem in der zweiten Halbzeit auch spielerisch überzeugten.

Titel und Aufstieg hochverdient

In der der 51. Minute gelang Till Scholz, der zuvor freigespielt worden war, durch einen sehenswerten Distanzschuss die längst verdiente Führung. Entschieden war die Partie deswegen noch nicht. Die Weixdorfer kämpften auch bei den hohen Temperaturen weiter, bissen sich aber die Zähne an den Oderwitzern aus.

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Als zehn Minuten vor Schluss Tony Hertrampf mit einem weiteren Distanzschuss zum 2:0 traf, war das Spiel entschieden. Die mit Bussen angereisten 80 bis 90 Oderwitzer Fans konnten sich so langsam auf den Abpfiff vorbereiten. Als der ertönte, gab es kein Halten mehr: Der FSV Oderwitz hatte den Aufstieg in die Sachsenliga geschafft. Die Ehrung als Staffelsieger wurde unmittelbar nach dem Abpfiff vorgenommen.

Der Titel und der damit verbundene Aufstieg sind hochverdient. Die Oderwitzer Mannschaft um Trainer Ireneusz Slomiak hat von 20 Spielen der coronabedingt verkürzten Saison 18 gewonnen, dabei 87 Tore erzielt und nur 18 kassiert.

Die einzige Saisonniederlage gab es Anfang April beim Hauptkonkurrenten Borea Dresden, dazu kam zum Anfang der Saison noch ein Unentschieden bei Rotation Dresden – ansonsten nur Siege. Viele davon fielen klar aus. Mit Dawid Wieckiewicz hatten die Oderwitzer den überragenden Torjäger in ihren Reihen. Mit 39 Treffern, also nahezu zwei pro Spiel, holte er souverän die Torjägerkanone der Landesklassenstaffel – mit 17 Treffern Vorsprung vor dem Wesenitztaler Martin Schiefner.

Team bleibt fast komplett zusammen

Dass unter den Top Ten der Torjäger mit Hendrik Dietrich und Till Scholz (je zwölf Tore) zwei weitere Oderwitzer zu finden sind, beweist die Unberechenbarkeit für den Gegner. Das Schöne nach dem Aufstieg: Die Mannschaft bleibt im Wesentlichen zusammen, wird mit einigen Verstärkungen in der neuen Saison versuchen, die Landesliga zu halten.Am Sonntag waren die Gedanken daran allerdings noch weit weg. Erst einmal wurde zünftig gefeiert, gemeinsam mit den Fans in Weixdorf, dann auf der Heimfahrt, der Abend sollte noch lang werden.

Jan Czeczine war andererseits kurz nach dem Abpfiff des letzten Spiels gedanklich schon weiter. „Auf uns im Vorstand kommt jetzt eine Menge Arbeit zu. Und auch die Spieler werden diese schöne Feier schnell hinter sich lassen. Die Pause ist kurz. In drei Wochen beginnt die Saisonvorbereitung auf die Landesliga.“

In der 18er-Liga werden die Oderwitzer das einzige Team aus dem Landkreis sein, nachdem der FSV Neusalza-Spremberg und der FV Eintracht Niesky abgestiegen sind. Die Nieskyer haben nach SZ-Information beim sächsischen Fußballverband beantragt, doch noch in der Sachsenliga spielen zu dürfen, weil Tausendstel in der Quotientenregel über den Abstieg entschieden.