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Kommt das große Oberlausitz-Stadion?

Diesen Plan hatten OB Buchholz und Fußballpräsident Ernst Lieb aus dem Oberland mit dem Löbauer Stadion. So ist der Stand der Dinge:

Die Nachwuchssportler des SC Großschweidnitz-Löbau trainieren jede Woche im Löbauer Stadion.
Die Nachwuchssportler des SC Großschweidnitz-Löbau trainieren jede Woche im Löbauer Stadion. © Matthias Weber/photoweber.de

Die Mauern bröckeln, die Tribüne hat längst keine Sitze mehr. Die glanzvollen Zeiten des Löbauer Stadions sind ganz augenscheinlich vorbei. Und das ärgert viele Löbauer. Denn hier sah es mal ganz anders aus. Löbauer erinnern sich an Fußballspiele mit Tausenden Zuschauern auf den Rängen. Hinzu kommt, dass das Löbauer Stadion in diesem Jahr 70 Jahre alt wird. Eingeweiht wurde es im August 1950. Ein Anlass, das Stadion zu neuem Leben zu erwecken? 

Offenbar gibt es dafür tatsächlich Pläne. "Die Sanierung des Löbauer Stadions ist in Planung", teilt Marcus Scholz, Pressesprecher im Löbauer Rathaus, auf Nachfrage mit. Der Stadt schwebt dafür ein Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage vor. Sie will das Stadion künftig auch selbst betreiben. Trotz des sanierungsbedürftigen Zustandes ist das Stadion aber nicht verwaist. Es wird aktuell vom Sportclub Großschweidnitz-Löbau für den Trainings- und Spielbetrieb genutzt. Bis Jahresende ist es zudem auch noch Heimspielstätte der TSG Lawalde, informiert die Stadt.

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Der SC ist aus der Fusion des Fußballvereins in Großschweidnitz mit dem ehemaligen Klub Empor Löbau hervorgegangen. Im Jahr 2015 haben sich die Löbauer und die Großschweidnitzer Fußballer zusammengeschlossen. Seitdem werden beide Sportstätten genutzt: die Anlage in Großschweidnitz und das Löbauer Stadion. Auch in Löbau wird häufig mit dem Fußballnachwuchs trainiert. So kann der Rasen auf dem Großschweidnitzer Fußballplatz geschont werden. 

Leichtathleten haben andere Pläne

So voll war es bei der Einweihung in Löbaus Stadion im August 1950.
So voll war es bei der Einweihung in Löbaus Stadion im August 1950. © Stadtarchiv Löbau

Doch wer soll das Stadion künftig nutzen? Für die Stadt Löbau steht der Fußball an erster Stelle. Stephan Meyer, CDU-Landtagsabgeordneter und Präsident des Kreissportbundes, setzte sich in der letzten Zeit für die Stadionsanierung ein. Er brachte auch die Idee aufs Tableau, dass andere Sportler außer den Fußballern das Stadion nutzen könnten, damit es gut ausgelastet ist und sich die teure Sanierung lohnt. Der Oberlausitzer Sportclub Löbau (OSC) mit seinen Leichtathleten könne das Stadion mit nutzen. 

Diese Idee wird so aber offenbar nicht aufgehen. Die Leichtathleten selbst hegen jedenfalls nicht die Absicht, künftig im Stadion zu trainieren, wie OSC-Abteilungsleiter für Leichtathletik, Gerhard Rumpf, auf Nachfrage sagt. "Das Fußballstadion ist für Leichtathletik nicht geeignet", so Gerhard Rumpf. Die 400-Meter-Bahn dort sei nicht genormt. Das heißt, sie ist nicht exakt 400 Meter lang, sondern etwas länger. Das sei zwar für das Training kein Problem, Wettkämpfe dürften die Leichtathleten so aber dort nicht austragen. Außerdem sei die Nutzung des Stadions für den OSC auch eine Kostenfrage. Denn der Verein müsste dann an die Stadt Pacht oder Miete für die Nutzung zahlen. Als die gemeinsame Nutzung von Leichtathleten und Fußball schon einmal Thema war, ging es auch um die Kosten. "Und die wären für uns als Verein einfach zu hoch", sagt Gerhard Rumpf. "Deshalb haben wir davon Abstand genommen."

Kein großes Oberlausitz-Stadion

Und so sehen die Zuschauertribünen heute aus.
Und so sehen die Zuschauertribünen heute aus. © Matthias Weber

Der OSC nutzt jetzt die Sportanlagen an der Georgewitzer Straße beim Löbauer Berufsschulzentrum, die vom Landkreis verwaltet werden. Hier gibt es auch eine Turnhalle, wo die Vereinssportler die Duschen und Umkleiden nutzen können. Beides wolle der Landkreis sanieren, sagt Rumpf. An der Turnhalle sei man schon dran, für das nächste Jahr seien die Sportanlagen im Freien in Aussicht gestellt. "Wir hoffen sehr, dass das auch so kommt." Die Bedingungen seien hier gut, die 400-Meter-Bahn, die ein wichtiger Bestandteil bei der Leichtathletik ist, entsprechend den Wettkampfvorgaben genormt. 

Endgültig vom Tisch sind auch andere Pläne, die es zwischenzeitlich mit dem Löbauer Stadion gegeben hatte. Nämlich die, gemeinsam mit FCO-Präsident Ernst Lieb aus Neugersdorf, die Löbauer Sportstätte zu einem zentralen Oberlausitzer Fußballstadion auszubauen. Diese Pläne bestehen nicht mehr, bestätigt die Löbauer Stadtverwaltung der SZ auf Nachfrage. Geplant war das, weil die Sportler des Fußballclub Oberlausitz (FCO) in Neugersdorf kaum noch Erweiterungsmöglichkeiten haben. Die Pläne für Löbau hingen auch mit dem Aufstieg der Neugersdorfer Mannschaft zusammen. Um größere Vereine in der Oberlausitz empfangen zu können, sollte das Löbauer Stadion ausgebaut werden. Vor fünf Jahren soll es nach eigenen Aussagen von Ernst Lieb im Hintergrund bereits Planungen gegeben haben. Schließlich wurde nichts daraus. 

Stattdessen hat der FCO in den letzten Jahren an seiner Stammspielstätte in Neugersdorf investiert, um Bedingungen des Fußballverbandes zu erfüllen. So wurde beispielsweise ein neuer Sprecherturm errichtet.  

Fürs Löbauer Stadion scheint es nun dennoch neue Hoffnung zu geben. Die Stadt sucht aktuell nach Möglichkeiten, wie die Sanierung finanziert werden könnte, heißt es auf Nachfrage. Wer allerdings außer den Fußballern aus Großschweidnitz und Löbau dann hier Nutzer sein könnte, um die Sportanlage entsprechend auszulasten, lässt die Stadt offen. 

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