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Löbau

So bereitete sich der DDR-Handel auf Weihnachten vor

Ein Höhepunkt im Kreis Löbau war die dreitägige Weihnachtsmesse im Ebersbacher Kretscham. Der ist inzwischen abgerissen.

Von Bernd Dreßler
 2 Min.
Der Kretscham Ebersbach (hier eine Aufnahme von 1991) eignete sich in der Vorweihnachtszeit 1976 als idealer Ort für eine große Weihnachtsmesse des Handels und der Modelleisenbahner. Inzwischen wurde das Haus abgerissen.
Der Kretscham Ebersbach (hier eine Aufnahme von 1991) eignete sich in der Vorweihnachtszeit 1976 als idealer Ort für eine große Weihnachtsmesse des Handels und der Modelleisenbahner. Inzwischen wurde das Haus abgerissen. © SZ-Archiv/Peter Stache

„Unser Handelsbarometer zeigt auf Weihnachten“, so stimmte die staatliche Handelsorganisation HO des Kreises Löbau vor 45 Jahren auf die Adventszeit ein. Einer der Höhepunkte war eine dreitägige Weihnachtsmesse im mittlerweile abgerissenen Ebersbacher Kretscham, der dafür genügend Räumlichkeiten bot. Während im großen Saal Trikotagen, Sportartikel, Kurz-, Haushalt- und Spielwaren sowie Schuhe, Uhren/Schmuck, Kosmetik und Kunstgewerbe angeboten wurden, gab es im „Kulturraum I“ einen Verkaufsbasar für Musik und Rillen, sprich für Freunde der Schallplatte. Im „Kulturraum II“ bekam der „moderne Haushalt“ seinen Platz. Dort wurde auch ein neues Strickmaschinenmodell vorgeführt.

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Der kleine Saal zog besonders magisch an, denn hier war eine große Modelleisenbahn-Schau aufgebaut. Schließlich war der Deutsche Modelleisenbahnverband der DDR, konkret seine „AG 2/18 Löbau“, Mitveranstalter dieser Weihnachtsmesse. Der Konsum wollte als genossenschaftlicher Handel dem nicht nachstehen. Er organisierte eine Weihnachtsmesse im Kulturhaus Großhennersdorf, Familieneinkaufssonntage in Löbau, Neugersdorf, Eibau, Neusalza-Spremberg und anderen Orten. Und er war am Weihnachtsmarkt vor dem Löbauer Rathaus beteiligt. Dort führte das Ensemble des Zittauer Theaters sogar ein Märchenspiel auf, und die Blaskapelle des VEB Lausitzer Granit musizierte.

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Aber auch private Händler, die meist einen Kommissionsvertrag mit HO oder Konsum hatten, brachten sich 1976 ins Weihnachtsgeschäft ein. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte Gottfried Jackschina aus Zoblitz, der damals kleinsten Gemeinde des Kreises Löbau. Einmal mehr hatte er hier einen Weihnachtsmarkt mit 300 Fichten, 700 Lichtern und 50 Märchenfiguren aufgebaut und ließ Kinderherzen höher schlagen. Eine „Waldklause“ lockte mit Thüringer Bratwurst, heißen Getränken und würzigem Imbiss. (

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