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Dresden

Loschwitzer Kirche gibt's bald in Klein

Zum Jubiläum überreicht ein Heidenauer Rentner der Gemeinde ein Modell. 

Stolz präsentiert Rainer Dierchen das Modell der Loschwitzer Kirche im Gotteshaus. Mehrere Monate hat er daran gearbeitet und möchte es jetzt an die Gemeinde überreichen.
Stolz präsentiert Rainer Dierchen das Modell der Loschwitzer Kirche im Gotteshaus. Mehrere Monate hat er daran gearbeitet und möchte es jetzt an die Gemeinde überreichen. © René Meinig

Von Jonas Lauschke

Das Loschwitzer Gotteshaus wurde 1708 fertiggestellt, im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst ab 1990 über vier Jahre hinweg wieder aufgebaut. Dieses Jahr feiert es sein 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Grund hat der Heidenauer Rentner Rainer Dierchen ein Modell des barocken Gebäudes im Maßstab 1:87 gefertigt – doch so geplant war das eigentlich nicht.

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Zuerst wollte er eine Miniatur der Hosterwitzer Kirche „Maria am Wasser“ bauen. Um mehr Informationen über diese zu bekommen, wandte er sich an den zuständigen Pfarrer, Markus Deckert. Nur war dieser nicht mehr für Hosterwitz, sondern für Loschwitz verantwortlich. Stattdessen erzählte er Dierchen vom diesjährigen Jubiläum seiner Gemeinde. Er sei kein Christ, so der 71-Jährige. Allerdings hat er in seiner Jugend in der Nähe der Ruine gewohnt, bevor es ihn aus beruflichen Gründen nach Heidenau zog.

Als Dierchen sich die wiederaufgebaute Kirche unweit des Blauen Wunders anschaute, war er von dieser begeistert. Aber um das Gebäude in seinem Zustand von 1897 nachbauen zu können, brauchte er vor allem historische Pläne und Bilder. Doch Pfarrer Deckert hatte einen Experten zur Hand: Eberhard Münzner. Der 81-jährige war von 1991 bis 2002 Sachbearbeiter des städtischen Denkmalschutzamtes und für den Wiederaufbau der Kirche mitverantwortlich. „Besser konnte ichs gar nicht bekommen. Ohne Herrn Münzner und das Internet wäre das nichts geworden“, erklärte Dierchen. So konnte der Fachmann viele originale Skizzen und Pläne des Gebäudes bereitstellen.

Doch trotzdem war der Bau für den Rentner alles andere als einfach. Oft standen das Suchen und Bestellen seltener Modellbauteile auf der Tagesordnung. Besonders widerspenstig waren vor allem, Dachplatten, die er erst aufwendig bearbeiten musste, damit sie überhaupt in die Miniatur passten. Außerdem malte Dierchen jeden Dachziegel einzeln auf, um diese möglichst realistisch aussehen zu lassen. Etwa sechs Monate lang saß der Modellbauer fast täglich an dem Nachbau, bis er ihn im Juli – nach unzähligen Arbeitsstunden – endlich fertigstellen konnte.

Um jetzt auch andere Leute mit seinem Hobby zu erfreuen, entschied er sich, das 51 Zentimeter hohe Modell an die Gemeinde zu verschenken. An Pfarrer Deckert überreicht und den Gästen vorgestellt wird es am Tag des Offenen Denkmals in der Loschwitzer Kirche am 8. September.