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Marieke ist die beste Vorleserin

Die Elfjährige von der Sorbischen Oberschule hat mit einer Schmunzelgeschichte Erfolg. Jetzt geht’s zum Bezirksausscheid.

Marieke Reimann hat den Kreisausscheid beim Vorlesewettbewerb 2019 gewonnen.
Marieke Reimann hat den Kreisausscheid beim Vorlesewettbewerb 2019 gewonnen. © Miriam Schönbach

Bautzen. Schulspuk mit Schmunzelgarantie: Mit dem Kinderbuch „Hilfe mein Lehrer geht in die Luft“ hat Marieke Reimann die Konkurrenz hauchdünn beim Kreisausscheid des Vorlesewettbewerbes hinter sich gelassen. Gegen elf andere Sechstklässler aus dem Landkreis Bautzen setzte sich die Schülerin der Sorbischen Oberschule gegen die anderen Finalisten in der Kinder- und Jugendbibliothek Bautzen durch. Entspannt und immer mit einem Augenzwinkern nahm die Elfjährige ihr Publikum in die temporeiche Geschichte der Erfolgsautorin Sabine Ludwig mit.

Zu dem Gewinner-Schmöker hat Marieke auf Empfehlung ihrer großen Schwester Ella gegriffen. „Eigentlich bin ich gar nicht so eine große Leseratte. Aber der Lesewettbewerb motiviert“, sagt die Bautzenerin. Nach der Wahl des Buches habe sie sich eine lustige Stelle ausgesucht und sie immer wieder vorgelesen. Eine fünfköpfige Jury beurteilt Lesetechnik und Textverständnis, wie der Vorleser, Stimmung und Atmosphäre des Textes ans Publikum übertragen kann. Neben dem bekannten Text müssen die Wettbewerbsteilnehmer auch immer einen unbekannten Text vortragen.

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Der Gewinn beim Kreisausscheid bedeutet nun für Marieke, dass sie sich für die Runde der Sechstklässler in der Landesdirektion Dresden qualifiziert hat. „Vielleicht lese ich da eine Geschichte aus den Magic Girls vor“, sagt die Schülerin. Diese Reihe über eine Hexenfamilie in der Menschenwelt ist gerade ihr neuer Lesefavorit, auch diesen Tipp erhielt sie von ihrer Schwester. Sie setzte sich übrigens vor vier Jahren ebenfalls gegen die Mitleser aus dem Kreis Bautzen durch. „Beim Bezirkswettbewerb war so ein guter Vorleser vor mir dran, da hatte ich zu viel Respekt“, sagt Ella.

In jeder Runde ein neues Buch

Den Weg frei zum Bundesausscheid führt jedoch nicht nur über die nächste Stufe in der Landesdirektion. Danach treffen sich die besten Vorleser aus Sachsen, bevor alle 16 Gewinner der Landeswettbewerbe vom 24. bis 26. Juni in der Hauptstadt aufeinandertreffen. In jeder Runde muss aus einem neuen Buch vorgelesen werden, beim Bundesfinale dürfen sich Deutschlands beste Leser erst am Vortrag eine Lektüre aus einer großen Vorauswahl aussuchen. Der Bundessieger gewinnt für seine Schule einen Wanderpokal und unter anderem eine Lesung mit einem Autor seiner Wahl. Zum letzten Mal ging ein solcher Preis im Schuljahr 1999/2000 in den Landkreis Bautzen. Damals ließ Livia-Christin Gottlöber von der Gaußiger Mittelschule alle anderen Leseratten hinter sich.

Zwölf Schulen dabei

Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels feiert in diesem Jahr sein 60. Jubiläum. Seit 1959 gibt es die größte und erfolgreichste Leseförderungsinitiative Deutschlands. Jährlich nehmen daran rund 600 000 Sechstklässler aus 7 000 Schulen teil. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Die Buchhandlung Kretschmar richtet den Wettbewerb seit Mitte der 90er Jahre im Altkreis Bautzen aus. Für den Wettbewerb in Bautzen qualifizierten sich die Mädchen und Jungen in ihren Schulen. Bei der diesjährigen Bautzener Auflage beteiligten sich fünf Gymnasien und sieben Oberschulen aus dem Landkreis Bautzen. Für alle Teilnehmer gab es als Gewinn ein Buch. Schließlich soll ja der Lesestoff nicht ausgehen. Marieke aber wird in den kommenden Tagen erst einmal weiter in den „Magic Girls“ schmökern – zum Spaß und natürlich schon zur Vorbereitung auf den Bezirksausscheid beim Vorlesewettbewerb.