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Blitzer in Wildberg außer Betrieb?

Seit die Bundesstraße erneuert wurde, blitzt es nicht mehr. Ein Fehler beim Straßenbau?

Zwei Blitzer stehen in Wildberg. Jetzt funktionieren sie nicht mehr. Liegt es an den Straßenbauarbeiten?
Zwei Blitzer stehen in Wildberg. Jetzt funktionieren sie nicht mehr. Liegt es an den Straßenbauarbeiten? © hübschmann

Klipphausen. Einheimische wissen das: In Wildberg (Gemeinde Klipphausen) stehen im Ort zwei feste Geschwindigkeitsmessanlagen: eine in Richtung Dresden, die andere in Richtung Meißen.  Kurz vor den Blitzern bremsen viele ab, fahren vorschriftsmäßig,  um danach gleich wieder zu beschleunigen. Viele Auswärtige hingegen tappen in die Falle, zahlen einen "Eilzuschlag".

Jetzt aber machten mehrere Autofahrer eine bemerkenswerte Erfahrung.  Die Bundesstraße, die in diesem Bereich erst vor kurzem erneuert wurde, verleitet dazu, schneller zu fahren als erlaubt. Fahrer, die sich selbst dabei ertappten, dass sie zu schnell unterwegs waren, waren verwundert. Denn der rote Blitz blieb aus. Und das schon seit Wochen. Angeblich hat die Straßenbaufirma einen Fehler gemacht. Die Induktionsschleifen, welche in den Straßenbelag eingebaut sind, seien überbaut worden. Daher funktionierten sie jetzt nicht mehr. 

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Bei der Induktionsschleifenmessung verlaufen mehrere im Fahrbahnbelag eingebrachte druckempfindliche Koaxialkabel oder Induktionsschleifen parallel zueinander. Sobald diese durch ein Fahrzeug überfahren werden, werden Signale an das Messgerät geliefert. Anhand des Zeitabstandes der jeweiligen Signale kann die Geschwindigkeit des Fahrzeuges ermittelt werden. Optisch erkennbar, wo sich die Induktionsschleifen befinden, ist ein weißer Strich auf der Fahrbahn kurz vor den Messanlagen. Dieser  Strich fehlt seit der Straßenerneuerung in Wildberg.  

Neue Anlagen erst Ende Januar

Doch stimmen die Vermutungen der Autofahrer? Ja und nein, sagt das zuständige Landratsamt in Meißen. Nein, weil es sich nicht um einen Fehler der Straßenbaufirma handele. Ja, weil die beiden Blitzer tatsächlich außer Betrieb sind. "Im Zusammenhang mit den Straßenbauarbeiten auf der B6 wurden die Anlagen in der Ortslage Wildberg außer Betrieb genommen. Es ist beabsichtigt, diese durch technisch neue Anlagen zu ersetzen. Die bauliche Herstellung soll bis Ende Januar 2021 erfolgt sein", so Anja Schmiedgen-Pietsch,  Pressesprecherin des Landratsamtes Meißen.

Dem Landkreis entgehen durch den wochenlangen Straßenbau und die Außerbetriebnahme der Blitzer Einnahmen. So hat der Blitzer in Fahrtrichtung Dresden im vergangenen Jahr 2.458 Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen. 1.586 davon wurden als Verstöße verfolgt. In Richtung Meißen wurden 2019 insgesamt sogar 2.019 Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen, von denen 1.955 verfolgt wurden. 

In diesem Jahr sieht die Bilanz eher mau aus. Gerade mal 538 Verstöße in Richtung Dresden, von denen 341 ein Verwarn-, Ordnungs- oder Bußgeld nach sich zogen, in Richtung Meißen waren es  899 Überschreitungen, von denen 629 geahndet wurden. Die jeweilige Differenz zwischen Überschreitungen und Ahndungen ergibt sich daraus, dass ein Teil der Fotos aus verschiedenen Gründen nicht ausgewertet werden konnte. 

Blitzer hinter dem Blitzer

An den Zahlen wird sich auch bis Jahresende nichts mehr ändern, denn die neuen Anlagen sollen ja erst Ende Januar in Betrieb gehen.  Ein Freibrief für Autofahrer, jetzt in Wildberg zu rasen, ist das jedoch nicht. Landratsamt und Polizei haben die Möglichkeit, mit mobilen Anlagen die Geschwindigkeit zu kontrollieren. Das gab es übrigens in der Vergangenheit schon des Öfteren. Die mobilen Blitzer standen kurz hinter den stationären Anlagen. Wenn die Autofahrer sicher waren, dass die "Gefahr" vorbei ist und wieder Gas gaben, zuckte der rote Blitz. Dumm gelaufen. 

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