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Der Container soll weg

Der Gemeinderat genehmigte den nachträglichen Bauantrag einer Autowerkstatt nicht. Die Entscheidung trifft aber jemand anderes.

Dieser Container hinter dem Zaun soll weg. Die Entscheidung trifft aber das Landratsamt.
Dieser Container hinter dem Zaun soll weg. Die Entscheidung trifft aber das Landratsamt. © Claudia Hübschmann

Niederjahna. Der Streit um die freie Kfz-Werkstatt von Tony Wieczoreck in Niederjahna geht weiter. Die Gegner des kleinen Betriebes haben jetzt zumindest einen vorläufigen Teilerfolg erzielt. Der Inhaber hatte einen Container aufgestellt,  in dem er Reifen und Räder lagert. Allerdings wäre dafür ein Bauantrag nötig gewesen. Den hat Wieczoreck jetzt im Nachhinein gestellt. Das ist zwar nicht zulässig, hat sich aber allenorts eingebürgert. In der Regel werden derartige Bauanträge auch im Nachhinein genehmigt, wenn  keine baurechtlichen Probleme dem entgegenstehen. Auch der Gemeinderat von Käbschütztal hat schon mehrfach nachträglich gestellte Bauanträge durchgewunken.

Diesmal allerdings nicht, und das, obwohl baurechtlich alles in Ordnung zu sein scheint.  Laut Flächennutzungsplan liegt das Baugrundstück im Innenbereich, eine Bebauung ist also zulässig. Öffentliche Belange werden nicht beeinträchtigt, die Erschließung ist gesichert, heißt es in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat. Der suchte und fand jetzt ein Haar in der Suppe. Der Container passe sich nicht der Umgebung an, heißt es jetzt. Der nachträgliche Bauantrag wurde abgelehnt.

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Allerdings hat der Gemeinderat keine Entscheidungsbefugnis. Ob der Container stehen bleiben darf oder nicht entscheidet das Landratsamt Meißen. Die Gemeinde wird nur angehört.  Darauf begründet sich auch die Hoffnung von Tony Wieczoreck. "Ich hoffe, dass sich ein Vertreter der Behörde die Gegebenheiten vor Ort erstmal ansieht, bevor eine Entscheidung getroffen wird", sagt er auf Nachfrage der SZ. Der Container sei mit Holz verkleidet und weiß angestrichen. "Ich kann ihn gerne braun streichen, damit er sich der Umgebung anpasst", so der Unternehmer. 

Anderes Gebäude könnte gebaut werden

Doch auch falls es zu einem möglichen Abriss kommen muss, ist das für ihn kein Drama. Dann müsste ich Reifen und Räder eben außerhalb lagern", sagt der 34-Jährige. Und es gäbe noch eine andere Möglichkeit. "Herr Wieczoeck kann an der gleichen Stelle auch ein anderes Gebäude errichten, wenn sich dieses der Umgebung anpasst", so Bürgermeister Uwe Klingor (CDU).

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Die Gegner der Autowerkstatt, die diese am liebsten aus dem Ort verbannen möchten, argumentieren vor allem mit Denkmalschutz. So heißt es unter anderem, störend für die umliegenden Kulturdenkmale seien anfahrende, parkende und abfahrende Fahrzeuge, Kinder seien durch die Autos gefährdet. Ob diese Argumente ziehen, ist eher unwahrscheinlich. Um das angebliche "Rasen" auf der engen und schlechten Straße zu unterbinden, prüft die Gemeinde, ob dort eine 30er Zone oder gar eine Spielstraße eingerichtet werden kann.

Nach Informationen der SZ will eine Investorin aus den alten Bundesländern das attraktive Gelände, auf dem sich die Werkstatt befindet, erwerben. 

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