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Der Traumgarten-Bauer

Der 19-jährige Phil-Elias Kornmacher ist Deutschlands bester Landschafts- und Gartenbauer.

Hier zeigt sich der Fachmann. Auch diese Fläche in seinem Garten hat Phil-Elias Kornmacher in seinem Garten selbst gepflastert.
Hier zeigt sich der Fachmann. Auch diese Fläche in seinem Garten hat Phil-Elias Kornmacher in seinem Garten selbst gepflastert. © Claudia Hübschmann

Lommatzsch. An der Wechselsprechanlage meldet sich eine Frauenstimme: "Herr Kornmacher ist im Garten." Ja, natürlich, wo sonst? Herr Kornmacher ist eigentlich immer im Garten. Meist in fremden Gärten, oft auch in seinem eigenen, der zu der Wohnung in Dörschnitz gehört, die er gemeinsam mit seiner Freundin im Dezember vorigen Jahres bezogen hat. 

Es ist sonnig, aber ziemlich kalt an diesem Novembernachmittag. Der 19-Jährige nutzt die Sonnenstrahlen und seinen letzten Urlaubstag,  um im Garten zu arbeiten. Auch wer es nicht weiß, sieht sofort: Hier ist ein Profi am Werk.  Es  ist Rollrasen angelegt. Fast kunstvoll hat er eine Fläche gepflastert, da stecken viel Arbeit und handwerkliches Können dahinter. Am Zaun steht eine Schaukel. Kein 0815-Modell aus dem Baumarkt, sondern eine exklusive Ausführung aus großen Baumstämmen. Phil-Elias Kornmacher hat noch einiges vor,  an diesem Tag und in diesem Jahr. "Ich muss dann noch in die Baumschule", sagt er.   Und auch die Terrasse möchte er möglichst bald überdachen.  Und einen Unterstand für das Holz  bauen. Und,  und,  und.  

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Deutschlands bester Landschafts- und Gartenbauer bei der Arbeit. Gemeinsam mit Erik Stahnke holte er sich diesen Titel bei der Deutschen Meisterschaft in Nürnberg.
Deutschlands bester Landschafts- und Gartenbauer bei der Arbeit. Gemeinsam mit Erik Stahnke holte er sich diesen Titel bei der Deutschen Meisterschaft in Nürnberg. © Claudia Hübschmann

Phil-Erik Kornmacher ist Garten- und Landschaftsbauer. Seit einigen Wochen darf er sich gemeinsam mit seinem Kollegen Erik Stahnke von der Creativ Garten Sachsen GmbH in Großschirma  "Bester Landschafts- und Gartenbauer Deutschlands" nennen. Die beiden gewannen die Deutsche Meisterschaft im Garten- und Landschaftsbau, die im September in Nürnberg ausgetragen wurde. Zuvor hatten sie sich beim Sachsenpokal in Pillnitz dafür qualifiziert.  

Am Wettbewerb können sich Lehrlinge beteiligten. Auch Phil-Erik Kornmacher und Erik Stahnke haben schon einmal daran teilgenommen. "Im ersten Lehrjahr konnten wir aber noch nicht ganz mit den `Alten` mithalten. Diesmal haben wir gesagt, jetzt gehen wir es an", sagt er. Und sie gingen es an. Mit großem Erfolg.

Millimeterarbeit an der Mauer

Beim Wettbewerb in Nürnberg mussten die Teams auf einer rund vier mal vier Meter große Fläche einen Garten anlegen. Mit einer Kalksteinmauer aus gebrochenen Steinen, einem Naturteich, Wegen um den Teich herum und naturnaher Bepflanzung. Die Korrektheit der beiden verblüfft. So musste die Mauer eine Höhe von drei Metern haben. "Unsere war gerade mal einen Millimeter zu hoch", sagt der Dörschnitzer stolz.

Doch nicht nur das Endergebnis zählt. Während der ganzen Zeit - insgesamt waren es an zwei Tagen 15 Stunden - schaut eine gestrenge Jury den jungen Handwerkern auf die Finger. Kontrollierte vor allem den Arbeitsschutz. Ob Handschuhe getragen werden. Oder die Schutzbrille bei Arbeiten mit den Steinen. "Anfangs ist die ständige Kontrolle, das permanente Beobachten, nervig. Doch irgendwann blendet man das aus", sagt er. 

Entscheidung nach zwei Praktika

Zu seinem Beruf ist er eher durch einen Zufall gekommen. "Wir mussten uns in der Schule einen Praktikumsplatz suchen. Nach zwei Praktika stand für mich fest: Das möchte ich mal als Beruf machen", sagt er. Und erlernt in der Firma diesen Beruf, ist jetzt fest angestellt. Im nächsten Jahr will er auch noch seinen Meister machen.  Auch das ist neben Prämie und Pokal Ergebnis der gewonnenen Deutschen Meisterschaft. Die Meisterausbildung macht der Gartenbauverband. 

Groß ist die Freude über den Erfolg auch in der Firma. "Der Chef ist sehr glücklich, viele Kunden sprechen ihn darauf an", sagt er. Und freut sich, wenn er auf der Straße erkannt wird. Denn auch im Fernsehen wurde über den Wettbewerb berichtet.    

In seiner Firma, die sachsenweit einen guten Ruf hat,  fühlt sich der Dörschnitzer pudelwohl, hier möchte er bleiben. "Es gibt bei uns ein gutes Umfeld, ich  habe tolle Kollegen, es macht viel Spaß,  mit ihnen zu arbeiten. Und außerdem bin ich den ganzen Tag an der frischen Luft, es gibt viel Abwechslung", sagt er. 

In letzter Zeit wurden vor allem Naturteiche und Pools gebaut, während zuvor vor allem Einfahrten gefragt waren.  Nur eines möchte er gar nicht machen, die sogenannten Schottergärten. "Persönlich gefallen die mir gar nicht, widersprechen meiner Berufsehre. Schließlich bin ich ein naturverbundener Mensch", sagt er. 

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