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„Kinder haben Angst“

Die S 36 zwischen Wilsdruff und Nossen dient als Umleitungsstrecke. Der nun geplante Ausbau dauert noch Monate. Klipphausen fordert eine schnelle Lösung.

Wenn die A 4 dicht ist, weichen viele Lkw auf die S 36 aus. Den Anwohnern in Tanneberg ist das ein Dorn im Auge.
Wenn die A 4 dicht ist, weichen viele Lkw auf die S 36 aus. Den Anwohnern in Tanneberg ist das ein Dorn im Auge. © Claudia Hübschmann

Klipphausen. Der Ausbau der S 36 in Tanneberg und benachbarten Ortsteilen ist dringend notwendig. „Einmal hat ein Kind etwa eine halbe Stunde an der Straße gestanden und ist nicht rübergekommen“, erzählt Gemeinderat Uwe Krause. Erst als ein Mitarbeiter einer nahegelegenen Firma das verängstige Kind sah und ihm half, konnte es die Straße überqueren, berichtet er. Grund ist immer wieder der Stau durch Tanneberg, wenn die parallel verlaufende Autobahn 4 dicht ist. Zudem fehlt der Gehweg an der S 36, die Straße ist marode. Schon ewig kämpfen Anwohner um eine Veränderung, „doch es interessiert niemanden“, sagt Krause verärgert.

Die S 36 ist im Bereich Tanneberg die Hauptumleitung zwischen Wilsdruff und Nossen. Die Problematik ist schon seit 20 Jahren bekannt, sagt Krause. „Es ist nach wie vor kein Zustand.“ Unverständnis und Ärger herrsche bei den Einwohnern, weshalb bei so einer Gefahr über Jahrzehnte nichts passiert. Wenn die Kinder aus der Schule kommen, können sie die Straße nicht sicher überqueren, „es gibt nicht einmal einen Überweg“.

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Anfang November sollte es nun einen Vor-Ort-Termin mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), Niederlassung Meißen, geben. Die Gemeinde hatte darum gebeten, um mögliche Interimslösungen bis zum Ausbau der S 36 zu besprechen. „Der Termin findet coronabedingt nicht statt“, teilt Bürgermeister Mirko Knöfel (parteilos) auf SZ-Anfrage mit. „Jedoch haben wir uns mit dem Lasuv insoweit verständigt, dass von denen zeitnah Lösungsvorschläge erarbeitet werden sollen.“

Der geplante Ausbau der S 36 steht erst ganz am Anfang

Das Lasuv teilte auf Anfrage mit, dass es derzeit die Vorplanung der Maßnahme "S 36, Ausbau in Tanneberg" erarbeite. Dabei handele es sich um die Ortsdurchfahrt Tanneberg, die Kreuzung der S 36 und der kommunalen Straße nach Blankenhain sowie einen Bereich rund 500 Meter außerhalb der Ortsdurchfahrt in Richtung Nossen.

Die Situation ist dem Lasuv bekannt. So schreibt ein Pressesprecher: „Die S 36 ist von wichtiger regionaler Bedeutung für den Wirtschafts- und Berufsverkehr und dient bei Stauereignissen auf der Bundesautobahn A 4 oft als Ausweichroute, ohne dass sie als Bedarfsumleitung ausgewiesen ist. Sie genügt in dem benannten Bereich derzeit nicht den Anforderungen an eine den Regeln der Technik entsprechende und sichere Verkehrsanlage. Gehwege fehlen und die Oberflächenwasserableitung ist ungenügend.“ Aus diesen Gründen sei die Objektplanung der Verkehrsanlage veranlasst worden.

Gehwege und eine Straßenentwässerung sollen entstehen. Eine Bestandsvermessung als Planungsgrundlage sei erfolgt. „Das Konzept der Voruntersuchung, deren Ziel die Bestimmung einer Vorzugsvariante für die zu erneuernde S 36 ist, liegt vor und wurde in einer Gemeinderatssitzung am 16. Juni den Räten der Gemeinde Klipphausen vorgestellt“, heißt es weiter vom Lasuv.

Zudem sei eine verkehrsplanerische und verkehrstechnische Untersuchung mit aktuellen Verkehrszahlen und dem Prognosehorizont 2030 beauftragt worden. „Die Verkehrszählungen wurden ausgeführt, dabei fand auch die häufig auftretende Stausituation auf der Autobahn Berücksichtigung.“ Wenn der Abschlussbericht vorliege, werde durch Objekt- und Landschaftsplaner die Vorplanung weiterbearbeitet. Ziel sei es, bis Ende des Jahres, die Voruntersuchung in die Anhörung der Träger öffentlicher Belange mit der Bitte um Stellungnahme zu übergeben, teilt das Lasuv mit.

Anschließend werden die Stellungnahmen ausgewertet, die Vorzugsvariante wird bestimmt, danach wird die Voruntersuchung genehmigt. „Daran anschließend wird ein Vorentwurf mit der genauen technischen Ausgestaltung der Verkehrsanlage erarbeitet“, heißt es weiter vom Lasuv. Danach werden die Baurechtsunterlagen erstellt. Erst wenn der Baurechtsbeschluss vorliege, könne die Ausführungsplanung erarbeitet und die Ausschreibung der Bauleistungen erfolgen.

Wann es endlich losgeht, kann das Lasuv nicht sagen: „Eine Angabe eines möglichen Baubeginns ist zu dem frühen Zeitpunkt der Planungen noch nicht belastbar möglich.“ So hofft die Gemeinde nun auf eine schnelle Interimslösung, damit die Schüler sicher und ohne Angst die S 36 überqueren können.

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