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Park Niederjahna: ein Jahr Bauverzug

Ursprünglich im Sommer dieses Jahres sollte der Mehrgenerationenpark eingeweiht werden. Etwas Wichtiges wurde jedoch unterschätzt.

Die Idylle trügt. Dieser Teich im Park Niederjahna wurde zwar entschlammt, viel mehr wurde aber bisher noch nicht fertig.
Die Idylle trügt. Dieser Teich im Park Niederjahna wurde zwar entschlammt, viel mehr wurde aber bisher noch nicht fertig. © Claudia Hübschmann

Käbschütztal. Es war und ist ein ambitioniertes Projekt. Der historische, aus dem 18. Jahrhundert stammende, aber verwilderte und vermüllte ehemalige  Schlosspark in Niederjahna soll auf Vordermann gebracht,  zu einem Mehrgenerationenpark umgebaut werden. Im Park sollen neue Wege und Sitzgelegenheiten wie Bänke und Relexliegen aufgestellt werden. Bäume sollen gefällt und neue gepflanzt werden, allerdings nur im Randbereich des Parks. Zwei Brücken werden als haltbare Metallkonstruktion nach historischem Vorbild nachgebaut. 

Außerdem sollen die Teiche entschlammt werden. Höhepunkt in dem barrierefreien und interaktiven Mehrgenerationenpark werden aber zweifellos die zehn lebensgroßen Holzskulpturen sein, die auf dem Gelände aufgestellt werden. Hergestellt werden sie von den Holzkünstlern Bianca Seidel, Andreas Rode und Thomas Hecht, die alle in der Gemeinde Käbschütztal arbeiten und wohnen.

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Holzfiguren eingelagert

Weil die Gemeinde kein Geld dafür hat, nahm sich der Park- und Heimatverein der Sache an. Er beteiligte sich am Wettbewerb „Ideen für den ländlichen Raum“ und  bekam 150.000 Euro Preisgeld. Weil das aber bei Weitem nicht reicht, wurden Fördermittel aus dem Europäischen Leader-Programm beantragt.  Insgesamt 380.000 Euro stehen so für die Sanierung ihres Parks zur Verfügung.

Im Juni dieses Jahres sollte der neugestaltete Park ursprünglich der Öffentlichkeit übergeben werden. Daraus wurde nichts. Nächster Termin: Irgendwann im Herbst. Doch auch dieser Termin ist Illusion.  Bisher wurden im Wesentlichen gerade mal die Teiche entschlammt. Auch die Holzskulpturen sind seit etwa einem Jahr fertig, wurden aber noch nicht aufgestellt. Sie sind erst einmal eingelagert. Jörg Lantzsch vom "Atelier Grün" nennt dafür einen plausiblen Grund: "Wenn die Skulpturen jetzt aufgestellt würden, bestünde die Gefahr, dass sie bei den späteren Bauarbeiten beschädigt würden", sagt er. 

Hürden der Bürokratie unterschätzt

Doch warum geht es nicht voran mit den Arbeiten, insbesondere mit der Sanierung der beiden Brücken? Die Initiatoren haben schlicht die Hürden der Bürokratie unterschätzt. Frank Müller, Leiter der Bauverwaltung in der Gemeinde Käbschütztal, nennt einen konkreten  Grund.  "Es liegt an der Fördermittelbehörde. Wir haben immer noch keinen Fördermittelbescheid", sagt er.  Er hofft, dass die Zuwendungsbescheide in den nächsten zwei Wochen eintreffen. "Dann könnten wir  im Dezember oder Januar die Arbeiten ausschreiben und Ende Februar oder Anfang  März mit den Arbeiten beginnen", sagt er. Gestartet werden soll mit dem Bau von Wegen und Brücken. Danach sollen Bänke und Skulpturen aufgestellt werden. Letzter Schritt ist das Bepflanzen.

Doch es gibt noch andere Gründe für die Verzögerung. Erst Mitte Oktober konnte  eine wasserrechtliche Genehmigung für die beiden Brücken und den Teichzulauf erlangt werden. Es mussten aber auch Auflagen erfüllt werden. Beispielsweise war die Farbe des Brückengeländers mit der Unteren Naturschutzbehörde abzustimmen und musste der Landschaft angepasst werden. Das Brückengeländer muss übersteigsicher gestaltet werden. Damit wurde nun die letzte noch offene Forderung der Fördermittelstelle erfüllt. 

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Es drückt noch eine andere Forderung. Die Fördermittel müssen normalerweise bis Ende dieses Jahres verbraucht sein. Frank Müller gibt aber Entwarnung. "Die Zweckbindungsfristen der Fördermittel haben sich durch die lange Antragsfrist und Corona verlängert", sagt er. Das Preisgeld muss nun bis Ende nächsten Jahres eingesetzt, die Leader-Mittel sogar erst bis 2023 verbaut werden. So lange soll es laut Frank Müller aber nicht dauern: "Mein Ziel ist es, dass der Park im Juli nächsten Jahres fertig ist", sagt er. 

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