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Grünschnabel hält durch

Trotz Corona präsentiert die Winzergenossenschaft zum fünften Mal ihren Jungwein und berichtet von einem positiven Trend.

Freuen sich über eine gelungene Grünschnabel-Edition: der Vater der Figur, Lutz Richter, Winzerchef Lutz Krüger und Weinkönigin Katja Böhme.
Freuen sich über eine gelungene Grünschnabel-Edition: der Vater der Figur, Lutz Richter, Winzerchef Lutz Krüger und Weinkönigin Katja Böhme. © Fotos: Claudia Hübschmann

Meißen. Nach dem Federweißen kommt jetzt der erste Weißwein des Jahrgangs 2020 auf den Markt. Sachsens größter Weinhersteller, die Winzergenossenschaft Meißen, hat sich entschlossen, zum Martinstag erneut ihren Jungwein Grünschnabel herauszubringen. Weinkönigin Katja Böhme ist an diesem Nachmittag extra in die Weinerlebniswelt auf dem Bennoweg gekommen, um ein erstes Glas der Spezialität zu verkosten.

"Frisch, fruchtig und etwas frech", befindet sie nach den ersten Schlucken. Der Wein entfalte ein wunderbares Bouquet an exotischen Fruchtnoten. Das Säure-Zucker-Verhältnis stimme. Mit dieser Kombination sei der Winzergenossenschaft eine außergewöhnliche Cuvée gelungen.

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Für das Künstler-Etikett zeichnet einmal mehr der Radebeuler Karikaturist Lutz Richter verantwortlich. Er hat seinen Grünschnabel diesmal auf ein Bänkchen neben einem riesengroßen hölzernen Weinfass gesetzt. Verschmitzt schaut der Vogel um die Ecke. Möglicherweise bereits etwas angeheitert. Als Zugeständnis an die aktuellen Umstände hat er sich eine Maske um den Schnabel gespannt. "Wenn er die runter nimmt, dann kann er sich im wahrsten Sinne des Wortes einen hinter die Binde gießen", sagt Lutz Richter.

Anzunehmen, dass sich auch für die fünfte Ausgabe des Grünschnabels wieder Sammler finden. Stolz ziert die Zahl das rustikale Holzfass der Winzergenossenschaft Meißen.
Anzunehmen, dass sich auch für die fünfte Ausgabe des Grünschnabels wieder Sammler finden. Stolz ziert die Zahl das rustikale Holzfass der Winzergenossenschaft Meißen. © Claudia Hübschmann

Nach Angaben von Winzerchef Lutz Krüger beginnt der Verkauf der Rarität pünktlich zum Martinstag. Die Gastronomie falle wegen der Corona-Auflagen zwar aus, er hoffe jedoch darauf, dass die Fans des Grünschnabels auch zu Hause der Tradition treu bleiben, und sich den Jungwein beispielsweise zur Martinsgans gönnen. 

Krüger zufolge hat sich der Verkauf über den Online-Shop des Unternehmens seit Mitte März dieses Jahres sehr positiv entwickelt. Gute Platzierungen bei Wettbewerben, wie jüngst bei der alljährlichen Prämierung der Deutschen Lebensmittelgesellschaft, sorgten immer wieder für Spitzen. Das so erwirtschaftete Plus könne jedoch die Verluste im Verkauf über den Handel, Großhandel, sonstige Weiterkäufer und die Gastronomie nicht auffangen. Die Nachfrage in der Vinothek halte sich ebenfalls in Grenzen. Er hoffe zwar darauf, rechne jedoch nicht damit, dass es im Dezember ein Geschäft zum Beispiel mit Weihnachtsfeiern geben werde.

Reserven sind ausreichend vorhanden

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