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Keine Schwarz-Malerei trotz Corona

Siglinde Schwarz hält durch und verkauft ihren Kunstkalender weiter.

Wenn die Künstlerin Siglinde Schwarz nicht in ihrem Atelier arbeitet, sitzt sie am liebsten auf ihrer Terrasse: "Malen ist mein Leben."
Wenn die Künstlerin Siglinde Schwarz nicht in ihrem Atelier arbeitet, sitzt sie am liebsten auf ihrer Terrasse: "Malen ist mein Leben." © Claudia Hübschmann

Meißen. Es ist Spätsommer. Stare schwirren über die Terrasse. Sie sind ruhig – bis sie plötzlich anfangen zu zwitschern. Drumherum erstrecken sich blühende Gärten und der Weitblick auf den Meißner Dom. Man könnte fast sagen, der Ort ist malerisch. "Das ist der schönste Arbeitsplatz der Welt", sagt Siglinde Schwarz freudestrahlend. Die 59-Jährige ist freischaffende Künstlerin und arbeitet am liebsten auf ihrer Terrasse im ersten Obergeschoss. Gerade während Corona ein Segen.

Trotzdem hat sich bei ihr eigentlich wenig verändert. "Ich arbeite schon jahrelang im Homeoffice", sagt die Künstlerin, die ihr Atelier Schwarz Malerei auf dem Kalkberg hat. Deshalb wäre das für sie keine Umstellung gewesen. Aber ihre Malkurse mussten ausfallen. Denn die finden im Senioren-Park Carpe Diem in Meißen statt. In Zeiten von Corona ist das nicht möglich, um eine Ansteckung der Älteren zu vermeiden. Dafür hängen dort die Bilder von Siglinde Schwarz seit Jahren. Genauso wie seit Juli in der Vinothek der Winzergenossenschaft Meißen. Mittlerweile habe sie nur wenige Bilder in ihrem Atelier.

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Ständig ausverkauft: der Aquarell-Kalender

Sonst stellt Siglinde Schwarz ihre Arbeiten auf dem jährlichen Kunstfest an der Johanneskirche in Meißen aus. Das ist Corona-bedingt jedoch ausgefallen. Das Kunstfest besuchen laut Veranstalter jährlich 15.000 Personen. Diese Besucher braucht die Malerin, um ihre Kunstwerke zu verkaufen, vor allem aber ihren stadtbekannten Kalender. Den kaufe sogar Oberbürgermeister Olaf Raschke regelmäßig, so die Künstlerin. Wenn auch die Situation aufgrund der Pandemie schwierig ist, Siglinde Schwarz lässt sich nicht entmutigen.

Denn um Kunden für ihren Aquarell-Kalender zu finden, fährt sie selbst durch die Stadt. Sie überlässt dabei nichts dem Zufall. Dafür wird Siglinde Schwarz mit Stammkunden belohnt. Mittlerweile laufe das Geschäft wieder, da es der Meißner Wirtschaft wieder besser geht. Das macht die Künstlerin froh: "Für mich ist der Verkauf meiner Kalender eine wichtige Einnahmequelle." Dafür fährt sie an mindestens zwei bis drei Tagen in der Woche umher, um diese zu verteilen oder um neue Kunden zu gewinnen. So schafft sie es, regelmäßig alle zu verkaufen. "Dieses Jahr auch schon wieder."

Der Kalender erscheint jährlich. Immer unter einem anderen Motto. 2021 ist es Meißen & Umgebung "Ansichten zum Verweilen". Das ist mittlerweile der 15., also ein kleines Jubiläum. Um passende Motive für die Monate im Kalender zu finden, zieht die Künstlerin selbst mit der Kamera los. Die Fotos setzt sie dann als Aquarell-Bild um. Ein Medium, dass ihr besonders viel Spaß mache. Über die Jahre hat sich dabei ihr Stil gewandelt. Waren die Bilder anfangs noch gröber in den Konturen, malt sie nun viel detailierter. Sie wolle ihre Motive so realistisch wie möglich darstellen, erklärt sie beim Zeigen ihrer Kalender der vergangenen Jahre.

Vom Zwiebelmuster zur Schwarz-Malerei

Bevor sie regelmäßig Malkurse angeboten oder ihren Kalender verkauft hat, ist sie Porzellanmalerin in der Manufaktur Meissen gewesen. 26 Jahre malte sie Zwiebelmuster. Ihr wurde dann 2003 betriebsbedingt gekündigt. Zwei Jahre später ist sie selbstständig und bezieht mit einer Freundin ein Atelier auf der Niederauer Straße. Damit hat sie sich einen Traum verwirklicht. "Malen ist mein Leben. Ich liebe es seit dem Kindergarten." Als Künstlerin mit eigenem Atelier ist sie freier. In der Manufaktur malte sie regelmäßig die gleichen Muster. "Das ist auf Dauer eintönig." Deshalb sei sie nun froh, sich kreativ ausleben zu können.

Wer einen Aquarell-Kalender bestellen möchte oder an einem Malkurs teilnehmen möchte, kann wie folgt mit Siglinde Schwarz Kontakt aufnehmen: per E-Mail unter [email protected] oder Telefon 03521 835712.

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