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"Intensiv-Bereich kann ausgebaut werden"

Die Elblandkliniken haben umgeschichtet, um Kapazitäten für Corona zu schaffen. Trotzdem werden weiter alle Krankheiten behandelt, so Chef Frank Ohi.

Ist stolz auf die Belegschaft der Elblandkliniken, die während der zweiten Pandemie-Welle Überdurchschnittliches leistet: Klinik-Chef Frank Ohi leitet das Unternehmen seit sechs Jahren.
Ist stolz auf die Belegschaft der Elblandkliniken, die während der zweiten Pandemie-Welle Überdurchschnittliches leistet: Klinik-Chef Frank Ohi leitet das Unternehmen seit sechs Jahren. © Claudia Hübschmann

Herr Ohi, wie stark ist das Elblandklinikum derzeit durch die Corona-Pandemie belastet?

Das Zentrum für die Behandlung von Corona-Patienten innerhalb der Elblandkliniken ist unser Haus in Meißen mit eigens dafür eingerichteten und auf solche Fälle spezialisierten Abteilungen. Hier sind aktuell stationär 48 Corona-Patienten aufgenommen. Sieben von ihnen werden intensivmedizinisch betreut. In Radebeul und Riesa gibt es jeweils spezielle Verdachtsstationen. Stellen wir dort positive Fälle fest, werden diese nach Meißen verlegt.

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Mussten Stationen geschlossen werden, um die Betreuung der Corona-Patienten gewährleisten zu können?

Wir haben umgeschichtet, um freie Kapazitäten zu schaffen. Trotzdem werden weiterhin alle Krankheitsbilder an allen drei Klinikstandorten behandelt. Auch die Geburtsstationen an den Standorten Meißen und Riesa stehen zur Verfügung. Die Väter dürfen bei der Geburt dabei sein. Medizinisch notwendig geplante Operationen finden statt und auch bei der intensivmedizinischen Betreuung, zum Beispiel von Schlaganfallpatienten, werden keine Abstriche gemacht. Es gibt keinerlei Grund, bei gesundheitlichen Problemen nicht in die Elblandkliniken zu kommen. Wir achten hier auf maximale Sicherheit und Hygiene. Gerade deshalb bleibt der Besuch von Patienten nur in Ausnahmefällen gestattet, zum Beispiel für Eltern von Kindern, für Angehörige von Sterbenskranken oder für Väter, die bei der Geburt dabei sein möchten.

Stimmen Sie sich mit anderen Krankenhäusern im Großraum Dresden über die aktuelle Lage ab?

Zweimal die Woche finden über die Dresdner Universitätsklinik Videokonferenzen statt. Die Uniklinik hat hier eine koordinierende Funktion inne. Wenn Bedarf besteht, wird direkt auf kurzem Weg miteinander gesprochen. Für uns erweist es sich jetzt als großer Vorteil, dass die drei Krankenhäuser in Meißen, Riesa und Radebeul und die Rehaklinik in Großenhain in einem Unternehmen zusammengefasst sind. Dadurch können wir sehr schnell handeln und sind flexibel. Es gehen keine Informationen verloren.

Mit einem Besuchsstopp verringern die Elblandkliniken die Gefahr von Neuinfektionen. In Ausnahmefällen kann es aufgehoben werden.
Mit einem Besuchsstopp verringern die Elblandkliniken die Gefahr von Neuinfektionen. In Ausnahmefällen kann es aufgehoben werden. © Sebastian Schultz

Reicht das pflegerische und ärztliche Personal aus?

Das Personal ist unser wichtigstes Gut. Über Monate hinweg wurde und wird von ihm in allen Bereichen eine überdurchschnittliche Leistung erbracht – egal ob es nun die Sicherheitsleute, Reinigungskräfte, das Personal der Pflege, die Techniker oder Ärzte sind. Für dieses hohe Engagement kann ich mich nur immer wieder herzlich bedanken. Wir ernten jetzt die Früchte des intensiven Zusammenwachsens in den letzten Jahren. Ohne diese Vorarbeiten und den Aufbau leistungsfähiger Strukturen würden wir derzeit nicht so gut klarkommen. Trotzdem bleiben auch unsere Mitarbeiter von Corona-Infektionen nicht verschont. Dann gehen sie jedoch sofort in Quarantäne und werden nicht mehr eingesetzt.

Rechnen Sie mit einem Engpass bei den Intensiv-Kapazitäten?

Dies kommt letztlich immer auf die aktuelle Situation an. Wir sind in der Lage, diese Angebote nach und nach auszubauen. Entschieden wird letztlich von Tag zu Tag neu, je nachdem wie sich der Bedarf entwickelt.

Gibt es Unterschiede bei der Zusammensetzung der aktuellen Corona-Patienten im Vergleich zum Frühjahr?

Wir verzeichnen in der zweiten Welle auch jüngere Patienten, die teilweise stationär behandelt werden müssen. Trotzdem besteht der Großteil der Corona-Kranken in Meißen aus älteren Patienten, oft auch mit Vorerkrankungen. Nicht jeder Patient kommt sofort mit der Diagnose Corona ins Krankenhaus. Mitunter wird dies erst beim Testen festgestellt. Deshalb testen wir alle Patienten und das oft sogar mehrmals.

Welche Test-Kapazitäten existieren mittlerweile und wer kann diese nutzen?

Die Anschaffung eines modernen Testgerätes im Frühjahr hat sich sehr schnell bezahlt gemacht. Mittlerweile verfügen wir zusätzlich über Schnelltests, die zum Beispiel auf den Verdachtsstationen in Radebeul und Riesa zum Einsatz kommen. Diese Schnelltests werden bei uns aber alle nochmals mit den sehr verlässlichen PCR-Tests gegengeprüft. Auf diese Weise gehen täglich mehrere Hundert Tests durch das Labor.

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Behandelt das Elblandklinikum auch Corona-Patienten, die nicht aus dem Landkreis Meißen kommen? Wenn ja, wie viele und woher kommen diese Menschen?

Das ist nur ein sehr geringer Teil. Die meisten kommen aus dem Landkreis Meißen. 

  • Täglich Neuigkeiten zum Verlauf der Pandemie im Kreis Meißen finden Sie hier.

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