merken
PLUS Meißen

Meißen hat wieder einen Irish-Pub

Zwei Jungunternehmer wollen in Meißen ihren Traum leben: Mit einer Kneipe, die bis tief in die Nacht offen hat.

Gastronomische Erfahrung bringen Dimitri Schwab und Adrienn Hajdu nicht mit, dafür jede Menge Ehrgeiz und Leidenschaft.
Gastronomische Erfahrung bringen Dimitri Schwab und Adrienn Hajdu nicht mit, dafür jede Menge Ehrgeiz und Leidenschaft. © Stadt Meißen

Meißen. Unverputzte Kellerwände, Darts und Tischkicker: Meißen hat wieder einen Irish-Pub. Das neue Kellerlokal mit dem Namen 1564 - dem Baujahr des Gebäudes  - hat einem alten Kartoffelkeller neues Leben eingehaucht.

Seit Dezember haben Dimitri Schwab und Adrienn Hajdu in ganz Deutschland nach dem passenden Ort gesucht, um ihren Traum zu verwirklichen: einen eigenen Irish-Pub. Schließlich hat sich das junge Unternehmer-Pärchen für einen Keller am Marktplatz in Meißen entschieden. Hier fühlt sich Schwab besonders heimisch: "Die Stadt ist wunderschön, nur das Nachtleben fehlt noch gewaltig." Mit seiner Kneipe soll sich das ändern.

Anzeige
Wer wird Juniormeister im Handwerk?
Wer wird Juniormeister im Handwerk?

Mehr als ein Praktikum: Im Projekt Juniormeister können Schüler ihr Wunschhandwerk hautnah kennenlernen und sich ausprobieren.

Momentan öffnet der Pub bereits um 14 Uhr und schließt um 0 Uhr unter der Woche, am Wochenende um 2 Uhr. Doch die Öffnungszeiten sollen sich nach  hinten verschieben, denn vor 17 Uhr ist nicht viel los. Wenn sie nur lang genug offen hätten, kämen auch die Gäste aus dem Loch für einen letzten Absacker vorbei - zumindest haben das ihre ersten Gäste prophezeit. 

Solche Empfehlungen sind für die beiden goldwert, denn viel Erfahrung bringen sie nicht mit. Adrienn Hajdu stand zwar schon mal hinter einem Tresen, aber das wars auch schon. Das sei nicht schlimm: "Jeden Tag kommen sehr viele interessante Leute mit neuen Infos", freut sich Hajdu. Die ein oder andere Idee hat auch schon Einfluss auf ihr Konzept genommen. Doch das Wichtigste für die Gäste sei, dass es endlich wieder eine Kneipe gibt, die lange offen hat. Gleich einen Tag nach der Eröffnung hätten Gäste auf den Tischen getanzt und gesungen. Schwabs Einschätzung, in Meißen eine Marktlücke gefunden zu haben, scheint sich zu bestätigen. All zu ausschweifend darf es trotzdem nicht werden: "Ich möchte zwar kein Spielverderber sein", betont Schwab. "Aber das Ordnungsamt hat es nicht weit zu uns."

Qualvolles Warten auf die Eröffnung

Bis jetzt hat das 1564 noch nicht einmal Werbung gemacht, ein Türschild gibt es auch nicht. Dafür läuft es schon ganz gut. Für Schwab, nach Monaten der Ungewissheit, eine große Erleichterung. Eigentlich wäre die Eröffnung bereits im Mai gewesen, pünktlich zur Europameisterschaft. Beides musste verschoben werden - für Schwab nicht absehbar. Seinen Job beim Schlachtbetrieb Tönnies hatte er bereits im Februar gekündigt, um von Sachsen-Anhalt nach Meißen zu ziehen. Für Schwab und seine Freundin waren es qualvolle Monate, die sie alleine in ihrer neuen Wohnung verbrachten, denn im Lokal gab es nicht mehr viel zu tun. 

Schwab und Hajdu haben aus dem etwa 90 Quadratmeter großen Keller viel herausgeholt: Schon seit Monaten gibt es 38 Sitzplätze, eine Darts-Nische und sogar einen Tischkicker hat in den Keller gepasst. Wenn gerade kein Fußball kommt, laufen Musikvideos über den Fernseher an der Kleeblatt-Wand.  "Also haben wir die Corona-Zeit dazu genutzt, um an unserer Getränkekarte zu arbeiten." Neben verschiedenen Sorten Guinness und Kilkenny, gibt es auch 20 verschiedene Whisky-Sorten. Und es sollen noch mehr werden.

Erste Partys sind schon geplant

Für die nächsten Wochen haben die neuen Pächter einiges geplant: Ende Oktober steht mit einer Halloween-Party die erste größere Veranstaltung an. Das Pärchen arbeite schon seit Wochen an den perfekten Grusel-Shots. Auch eine Retro-Party steht in den Startlöchern: Denn das erste Stammpublikum, das sich herauskristallisiert, ist mit Ende 30 doch ein bisschen älter als erwartet. Auch eine warme Küche steht auf der Wunschliste.

Dass ein Irish-Pub in Meißen sehr gut laufen kann, hat das Malin Head in über 20 Jahren bewiesen, bis die Kneipe aufgrund von unglücklichen Umständen schließen musste. In der Marktgasse gibt es nun wieder Guinness zu trinken: Der halber Liter kostet 4,50 Euro – am Wochenende vier Euro.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Meißen