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Meißen: Unfallschwerpunkt Elbcenter-Parkplatz?

Auf dem Parkplatz am Elbecenter haben sich im vergangenen Jahr mindestens 14 Unfälle ereignet. Ließen sich die mit einer klareren Verkehrsführung verringern?

Von Marvin Graewert
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Als es auf dem Parkplatz am Elbecenter zu einem Auffahrunfall kommt, ist die Schuldfrage schnell geklärt. Die Polizei hat eine andere Auffassung.
Als es auf dem Parkplatz am Elbecenter zu einem Auffahrunfall kommt, ist die Schuldfrage schnell geklärt. Die Polizei hat eine andere Auffassung. © Claudia Hübschmann

Meißen. Dass auf dem Elbecenter-Parkplatz die Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt, ist nicht zu übersehen. Klaus Arnold fährt deshalb nach dem Einkaufen langsam, aber sicher vom Parkplatz auf die Durchfahrtsstraße zur Niederauer Straße. Doch das von links kommende Auto bremst einfach nicht ab. Es kracht kurz und auch die Schuldfrage ist schnell geklärt. Es gilt schließlich die StVO, also rechts-vor-links. Oder doch nicht? Erst als die Polizei eintrifft, wird Arnold aufgeklärt, dass er die Vorfahrt missachtet habe.

Es folgt ein Bußgeldverfahren, Reparaturgebühren und eine Hochstufung in der Versicherung. 2.000 Euro später, weiß Arnold immer noch nicht, was er überhaupt falsch gemacht hat. Schließlich gilt an Kreuzungen Vorfahrt, wenn man von rechts kommt – solange es nicht anders geregelt ist.

Die andere Regelung findet sich unter Paragraf zehn in der StVO. Da heißt es, wer über einen abgesenkten Bordstein hinweg auf eine Fahrbahn einfährt, muss sich "dabei so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls muss man sich einweisen lassen."

Klaus Arnold wünscht sich eine übersichtlichere Verkehrsführung auf dem Parkplatz des Elbecenters.
Klaus Arnold wünscht sich eine übersichtlichere Verkehrsführung auf dem Parkplatz des Elbecenters. © Claudia Hübschmann

Die Realität sei eine andere, sagt Arnold zurück am Unfallort, um den Vorfall zu rekonstruieren: Jetzt, wo sich Arnold nicht mehr an der Rechts-vor-Links-Regelung orientiert, irritiert er die anderen Verkehrsteilnehmer, die ihn im von rechts kommenden Auto reinlassen wollen. Die in den Boden eingelassenen Steine, die für den abgesenkten Bordstein stehen, sind wohl nicht nur für Arnold uneindeutig. "Eine Ausfahrtstraße, die mit Steinen gestoppt wird?", bemängelt der Rentner. Dann müsste wenigstens ein "Vorfahrt gewähren!"-Schild aufgestellt werden oder wenigstens ein weißer Strich gezogen werden. Denn tatsächlich liegen wieder Teile einer zerstoßenen grauen Stoßstange über den Boden verteilt. Der letzte Zusammenstoß kann noch nicht lange zurückliegen.

Im vergangenen Jahr sind auf dem Elbecenter-Parkplatz insgesamt 14 Unfälle von der Polizei erfasst worden. Allerdings nur einer bei kreuzenden Straßen, wie im Falle von Herrn Arnold. Die restlichen Unfälle seien etwa beim Ausparken bzw. Rangieren passiert. Die Verkehrssituation lässt sich schwer vergleichen, am ehesten mit dem Kaufland im Triebischtal, wo es zu einem ähnlichen Parkaufkommen kommt. 2020 kam es auf dem Parkplatz auf der Schützestraße zu neun Unfällen.

Im Jahr 2019 dreht die Unfallstatistik allerdings wieder um: Da kam es auf dem Parkplatz im Triebischtal zu 14 Unfällen und auf dem am Elbecenter zu zwölf Unfällen. Ob Unfallschwerpunkt oder nicht: zusätzliche Beschilderung und Beschriftung würde für Klarheit sorgen.