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Meißen will Heidebogen bereichern

Die Stadt bemüht sich um Zuschüsse aus einem Förderprogramm für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Susanne Dannenberg ist Regionalmanagerin beim Dresdner Heidebogen.
Susanne Dannenberg ist Regionalmanagerin beim Dresdner Heidebogen. © Klaus-Dieter Brühl

Meißen. Eine neue Quelle zur finanziellen Förderung von Projekten in Meißen verspricht sich die Stadt vom „Dresdner Heidebogen“. Das ist ein Zusammenschluss mehrerer Gemeinden und Ortsteile zu einem Fördergebiet, um Zuschüsse aus dem Leader-Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums zu erhalten.

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In einem Brief an Regionalmanagerin Susanne Danneberg in Königsbrück hat Oberbürger Olaf Raschke das Interesse der Stadt Meißen bekundet, sich dem Fördergebiet jetzt anzuschließen. Vor allem die Einbeziehung der ländlich geprägten rechtselbischen Ortsteile wären für das Fördergebiet eine Bereicherung, heißt es in dem Schreiben.

Nach den Vorgaben für den Gebietszuschnitt will die Stadt mit ihren rechtselbischen Ortsteilen in das Fördergebiet aufgenommen werden. Damit hätten auch Projekte zum Beispiel in Bohnitzsch eine Chance auf Zuschüsse, die bislang aus der Förderung über das Stadtumbau-Programm oder das Efre-Programm der EU zur Regionalentwicklung herausfielen, warb Jenny Pretzschner vom Bauverwaltungsamt im Stadtentwicklungsausschuss um Zustimmung der Stadträte.

Im Gegensatz zu anderen Förderprogrammen begrenzt Leader das Fördergebiet durch natürliche Grenzen. Im Falle Meißen ist das die Elbe, antwortete sie auf die Frage von Heiko Schulze (Bürger für Meißen/SPD), warum die Stadt nur mit ihren rechtselbischen Gebieten dem Dresdner Heidebogen beitreten will.

Unterstützung für das Vereinsleben

Im Falle einer Aufnahme besteht die Aussicht auf finanzielle Zuwendungen für Projekte in der soeben begonnenen neuen Förderperiode, die bis ins Jahr 2027 reicht. Denkbar ist Hilfe bei der Sanierung von Weinbergsmauern. „Es gibt klare Signale und ernstzunehmende Anzeichen, dass der Terrassenweinbau, der für die Kulturlandschaft prägend ist, mit dem Rückzug der jetzigen Generation verloren geht, so hier keine Anreize geschaffen werden“, heißt es im Beschluss, der im Ausschuss einstimmig gebilligt wurde.

Zudem soll Kunst und Kultur, gerade auch wenn sie historisch gewachsen ist, befördert und erhalten werden. „Dabei kann es sich sowohl um das Vereinsleben im Rahmen eines Heimatvereins handeln, als auch um die Einrichtung eines Hofcafés und -theaters in der ehemaligen Scheune eines Dreiseithofes. Damit einher gehen die Sanierung bzw. der Ausbau anliegender Infrastruktur. Sowohl die Wohnqualität, das kulturelle Leben als auch der Naherholungstourismus profitieren von einer guten, gegebenenfalls sogar barrierefreien Anbindung der ländlichen Ortsteile, Elb- und Weinbauregionen mittels ÖPNV, Rad- und Wanderwegen“, heißt es weiter in dem Beschluss. Die Höhe der Fördersätze bzw. Eigenanteile werden für die verschiedenen Fördertatbestände im Aktionsplan des Leader-Gebietes geregelt.

Welche Kosten kommen auf die Stadt als Mitglied im „Dresdner Heidebogen“ zu, wollte Rolf Gätsch von der CDU/Freie Bürger/FDP/U.L.M.-Großfraktion wissen. Wie Jenny Pretzschner informierte, muss die Stadt sich an der Finanzierung des Regionalmanagements beteiligen. Derzeit liegt der Beitrag dazu bei 41 Cent je Einwohner.

Der "Heidebogen" ist ein nahezu geschlossenes Gebiet von Heidelandschaften, das sich von der Dresdner Heide im Süden bis zur Ruhlander Heide im Norden erstreckt. Der Grünzug grenzt die Oberlausitz vom übrigen Sachsen ab. Die Region Dresdner Heidebogen versteht sich als eine Brücke über diese Grenze. Seine Fläche umfasst derzeit 975 Quadratkilometer. Zu den 20 Mitgliedskommunen gehören die Städte Großenhain, Kamenz, Bernsdorf, Radeburg und Königsbrück. (SZ/da)

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