SZ + Meißen
Merken

Auszeichnung für Meißner Baufirma

Jedes Jahr ehrt die Arbeitsagentur Riesa die Ausbildung der Firmen im Landkreis. Ein Meißner Betrieb überzeugte dabei besonders.

Von Martin Skurt
 3 Min.
Teilen
Folgen
Dirk Blättermann (Mitte), Geschäftsführer der PTF-Bau Meißen, hat das Ausbildungszertifikat der Arbeitsagentur Riesa erhalten. Thomas Stamm, Chef der Arbeitsagentur, sowie Uta Pohl, zuständige Arbeitsvermittlerin der Firma, überreichten die Auszeichnung.
Dirk Blättermann (Mitte), Geschäftsführer der PTF-Bau Meißen, hat das Ausbildungszertifikat der Arbeitsagentur Riesa erhalten. Thomas Stamm, Chef der Arbeitsagentur, sowie Uta Pohl, zuständige Arbeitsvermittlerin der Firma, überreichten die Auszeichnung. © Agentur für Arbeit Riesa

Meißen. Die Riesaer Arbeitsagentur vergibt jährlich ein Ausbildungszertifikat. Damit würdigt die Agentur eine außerordentliche Nachwuchsförderung der Firmen im Landkreis Meißen. Jährlich erhalten bis zu drei Betriebe diese Auszeichnung. Im vergangenen Jahr war es Müller Restaurants: Trotz schwieriger Corona-Situation hielt das Unternehmen an seiner Ausbildung fest. Hervorheben möchte die Arbeitsagentur Firmen, die eine attraktive duale Berufsausbildung in den Mittelpunkt rücken. Dieses Jahr erhält es PTF-Bau Meißen.

Die Meißner Firma sei dabei ein zuverlässiger Partner für die Umsetzung von Bau- und Ausbauleistungen, heißt es in einer Pressemitteilung der Arbeitsagentur. Das familiengeführte Unternehmen mit knapp 40 Mitarbeitern, die alle fest angestellt sind, wirtschaftet seit mehr als 30 Jahren. Die duale Ausbildung ist seit vielen Jahren ein Baustein zur Deckung des Arbeits- und Fachkräftebedarfes. Aktuell sind fünf Auszubildende im Unternehmen und werden in den Berufen Maurer, Trockenbauer und Fliesenleger ausgebildet.

Arbeitsagentur würdigt Nachwuchsförderung

"Die PTF-Bau GmbH Meißen leistet mit der dualen Ausbildung einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Bauhandwerk", sagt Arbeitsagentur-Chef Thomas Stamm. "Jungen Menschen bietet sie gute berufliche Perspektiven in der Region. Alle Beteiligten im Unternehmen zeigen ein hohes Engagement, um das nötige Rüstzeug und die Freude am Beruf zu vermitteln." Am vergangenen Freitag hat er Geschäftsführer Dirk Blättermann das Ausbildungszertifikat in Meißen überreicht.

Dirk Blättermann ist stolz. Die Auszeichnung gebe ihm recht, dass sich sein Aufwand der vergangenen Jahre nun auszahle. Die PTF-Bau Meißen vereint die Gewerke Putz und Fassadenbau, Trockenbau, Fliesen und Estrich. Nach Aussagen Blättermanns hat sich die Firma in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf erworben, den der Geschäftsführer und sein Team weiter ausbauen wollen. Das gehe nur mit ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern. "Daher bilden wir selbst aus, beteiligen uns an verschiedensten Förderprojekten, bieten jederzeit Praktika an, um junge Menschen kennenzulernen und eine berufliche Chance aufzuzeigen", sagt Blättermann.

So stellt das Meißner Unternehmen auch Jugendliche mit Handicap wie einer Lernschwäche ein, die in anderen Betrieben vielleicht keine Chance hätten. Gefördert wird dies durch das Überbetriebliche Ausbildungszentrum in Dresden, einer im Baugewerbe anerkannten Lehrstätte des Vereins Bau Bildung Sachsen. Die Jugendlichen dürfen sich zum Beispiel ein Jahr länger Zeit lassen, um ihre Ausbildung abzuschließen, und in kleineren Klassen berücksichtigen Lehrkräfte einzeln ihre Schwächen. Für Blättermann lohne sich das. Dieses Jahr habe er einen Fliesenleger eingestellt, der zuvor bei ihm die Ausbildung so erfolgreich absolvierte.

Trotz Erfolg fehlen Lehrlinge

Blättermann ist wichtig, dass er möglichst viele Mitarbeiter an sein Unternehmen bindet. "Ich habe stets meine Nachfolge im Blick", sagt der Geschäftsführer. Die gelinge am besten über die Lehre. So können sich die Jugendlichen und das Unternehmen kennenlernen und bauen eine Beziehung auf. Obwohl Blättermann erfolgreich ist, wünscht er sich noch mehr Lehrlinge – wie die meisten Firmen. Denn nicht alle bestehen die Ausbildung. Das hat auch mit den ungünstigen Lernbedingungen während der Corona-Pandemie zu tun. Stichwort Selbststudium. Für Bau-Lehrlinge sei das nicht der richtige Ansatz. "Sie brauchen die pädagogische Unterstützung."