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Prozess um totes Baby beginnt von vorn

Die heute 33 Jahre alte Angeklagte hatte ihr Neugeborenes ausgesetzt und erfrieren lassen. Die Revision gegen das Urteil war erfolgreich.

Die Angeklagte mit ihrer Verteidigerin Anne Krause beim Prozess am Landgericht Dresden am 30. Oktober vorigen Jahres.
Die Angeklagte mit ihrer Verteidigerin Anne Krause beim Prozess am Landgericht Dresden am 30. Oktober vorigen Jahres. © Rene Meidig

Niederau/Dresden. Fünf Jahre und sechs Monate Haft wegen Totschlags, so lautete das Urteil des Landgerichts Dresden Anfang November vorigen Jahres. Die heute 33 Jahre alte Angeklagte  hatte am 3. Dezember 2017 in ihrem Auto einen gesunden Jungen zur Welt gebracht. 

Sie durchtrennte die Nabelschnur, wickelte das Neugeborene in Handtücher und legte es bei Außentemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auf dem Gelände eines Landwirtschaftsbetriebes in der Gemeinde Niederau  ab. Das Kind ist erfroren.

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  Der Junge wies auch schwere Kopfverletzungen auf, die nicht von der Geburt stammen können. Doch auch ohne diese Verletzungen wäre er gestorben, so ein Gutachter. Tage später fand ein Lehrling durch Zufall das tote Baby.  Die Frau konnte durch eine DNA-Analyse der Täterschaft überführt werden. 

Die Verteidigerin hatte auf einen „minderschweren Fall“ des Totschlags plädiert, wollte eine Haftstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren gefordert.

Die Verteidigung  hatte Revision gegen das Urteil eingelegt. Das Oberlandesgericht Dresden gab dieser Revision statt und verwies die Sache zurück zur Neuverhandlung an das Landgericht Dresden.

 Eine andere Kammer muss sich nun erneut mit der Tat beschäftigen, wobei der Sachverhalt feststeht, es nur um die Höhe der Strafe geht. Die Verhandlung findet am kommenden Mittwoch am Landgericht Dresden statt. Ein Fortsetzungstermin wurde auf den 8. Oktober gelegt.

Nach dem Urteil im vergangenen Jahr hatte das Gericht den Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. Die Angeklagte befindet sich seitdem auf freiem Fuß. Zuvor hatte sie sechs Monate in Untersuchungshaft gesessen.

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Die Angeklagte hat zwei weitere Kinder. Ein jetzt sechs Jahre altes Kind lebt bei ihr. Ein weiteres wurde 2010 anonym in einer Klinik geboren und lebt in einer Pflegefamilie.

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