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Schulbücher per Losentscheid

Der Auftrag zur Belieferung der Meißner Schulen wurde anders als in den vergangenen Jahren vergeben.

Fibeln zum Erlernen des Lesens und Schulbücher für die Klassenstufen 1 bis 12 werden für das neue Schuljahr an die Schulen der Stadt geliefert.
Fibeln zum Erlernen des Lesens und Schulbücher für die Klassenstufen 1 bis 12 werden für das neue Schuljahr an die Schulen der Stadt geliefert. © Torsten Eckert

Meißen. Die Vergabe des Auftrages zur Beschaffung von Schulbüchern und Arbeitsheften für das nächste Schuljahr glich einem Glücksspiel. Zum ersten Mal hatte die Stadt diesen Auftrag EU-weit ausgeschrieben, wie Familienamtsleiterin Katrin Nestler die Stadträte am Mittwochabend informierte. Sie begründete das mit dem geschätzten Netto-Auftragswert von 215.000 Euro. Der sogenannte Schwellenwert, ab dem die gesetzlichen Bestimmungen die EU-weite Ausschreibung fordern, liegt bei 214.000 Euro.

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Um günstige Konditionen zu erzielen, wurde der zu vergebende Auftrag in zwei Lose geteilt: eines zur Lieferung von Schulbüchern und Arbeitsheften an das Franziskaneum und die Triebischtal-Oberschule und ein zweites für die anderen Schulen in der Stadt.

Um beide Lose hatten sich zahlreiche Lieferanten beworben. Bei beiden Losen hatten sich 58 Bieter bei der Stadt gemeldet. 29 kamen in die engere Auswahl. Angesichts dieser hohen Anzahl von Bietern sowie wenig Spielraum bei Preisen wegen der Buchpreisbindung wurde der Zuschlag für die Aufträge im Losverfahren erteilt, berichtete die Familienamtsleiterin. „Dieses ist durch zwei Vertreterinnen der Vergabestelle des Haupt- und Personalamtes und eine Vertreterin des Familienamtes unter Beobachtung durch eine Vertreterin des Rechnungsprüfungsamtes durchgeführt worden“, erklärte sie.

Dabei hatte die Meißner Buchhandlung am Markt Glück: Ihre Bewerbung um den Auftrag zur Belieferung des städtischen Gymnasiums und der Triebischtal-Oberschule wurde gezogen. Der Auftrag hat einen Umfang von fast 116.000 Euro. Die Stadt steuert aus ihrem Haushalt rund 28.000 Euro bei, rund 88.000 Euro schießt der Freistaat Sachsen zu. In einer weiteren Ziehung, von welcher der Gewinner der ersten Ziehung ausgeschlossen war, erhielt das Unternehmen Schulbuchexpress – Berlin e.K. den Zuschlag. Es liefert Schulbücher und Arbeitshefte im Umfang von insgesamt 114.000 Euro an die Schulen der Stadt. Die Stadt trägt einen Eigenanteil von 23.000 Euro, die restlichen 91.000 Euro kommen vom Freistaat. Beiden Vergaben fanden die Zustimmung der Stadträte.

Im nächsten Jahr soll allerdings auf die EU-weite Ausschreibung verzichtet werden. Dazu sollten die Stadträte bereits im ersten Quartal einen Beschluss fassen, um die Auftragsvergabe anders zu gestalten. In der Debatte hatte Oliver Morof von der CDU/FB/FDP/U.L.M.-Großfraktion gefordert, die Aufträge zur Lieferung von Schulbüchern möglichst in der Stadt zu vergeben. Das stärke die regionale Wirtschaft und erleichtere Nachbestellungen. Wie Katrin Nestler erklärte, habe das Familienamt in den vergangenen Jahren gut mit der Meißner Buchhandlung am Markt zusammengearbeitet. Das sollte fortgesetzt werden. (SZ/da)

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